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Formel 1 in den Niederlanden : Verstappen-Pole beim Heimspiel – Schumacher stark

  • -Aktualisiert am

Startplatz eins beim Heimrennen: Weltmeister Max Verstappen Bild: EPA

Max Verstappen gewinnt die Qualifikation in Zandvoort. Mick Schumacher setzt im Kampf um seinen Verbleib in der Formel 1 ein Ausrufezeichen. Ein Rennstall findet sich in der Sackgasse wieder.

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          Es ist ein Auf und Ab auf der Rennstrecke von Zandvoort. Das galt am Samstag beim Qualifikationstraining der Formel 1 nicht nur für die Piloten auf ihrer Jagd nach der Pole-Position. Immer wenn Max Verstappen in seinem Red Bull auftauchte vor den Tribünen seines Heimatkurses, erhoben sich seine Fans, viele ganz in der Nationalfarbe gekleidet.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Da machte ein orangene Welle die Runde auf dem Festland, untermalt vom Jubel des Publikums. Zehn Mal wiederholte sich das Spiel. Auf und nieder, immer wieder. Bis Charles Leclerc mit seiner letzten Runde die – geschätzt – 70.000 allein auf den Tribünen in die Sitzschalen drückte: Bestzeit für den Ferrari-Mann, 1:10.342 Minuten, fabelhaft. Wenn der Champion nicht noch um die Ecke gebogen wäre, um einen Hauch schneller, 0,021 Sekunden.

          Da hörte man, warum in der Formel 1 seit ein paar Jahren von einer neuen Motorsportgeneration gesprochen wird. Der Jubel der Fans übertönte das infernalische Geräusch der Motoren. Mit seiner vierten Pole-Position in dieser Saison startet Verstappen vor Leclerc und dem Dritten des Startplatzrennens, Carlos Sainz, im zweiten Ferrari. Vierter wurde Rekordweltmeister Lewis Hamilton (Mercedes). „Ach, das hat unheimlich Spaß gemacht“, sagte Verstappen, „vor diesem Publikum, das ist phantastisch. Aber es wird sehr eng im Rennen (Sonntag, 15.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky).“

          Schumacher nervenstark

          Und die Deutschen? Mick Schumacher sammelte Pluspunkte für eine Verlängerung seines Vertrages. Der Haas-Pilot ließ seinen Teamkollegen Kevin Magnussen (18.) wieder hinter sich, diesmal weit. Jeweils mit dem letzten Versuch im ersten und zweiten Durchgang, wenn kein Spielraum mehr bleibt für den kleinsten Fahrfehler, bewies der 24jährige Nervenstärke.

          Formel 1

          Und das vor dem Hintergrund der ungeklärten Zukunft. Sein Vertrag läuft zum Ende des Jahres aus. Ein Cockpitwechsel scheint mangels Alternativen nicht sehr realistisch, Haas‘ Teamchef Steiner ziert sich, Schumachers Fortschritte nach außen hin zu würdigen.

           Andere sind offensiver: „Good job, man“, rief Schumachers Renningenieur nach dem Sprung auf Rang neun im zweiten Abschnitt ins Mikrofon. Der Pilot ließ sich beflügeln und legte zu: Achter. „Hatten wir nicht erwartet“, sagte Schumacher, mit einem Lächeln auf den Lippen.

          Vettel scheitert früh

          Sebastian Vettel verlor dagegen das interne Duell bei Aston Martin. Der Hesse schien im ersten Durchgang mit Bestzeit im ersten Sektor auf dem Sprung von Rang 19 weit nach vorne. Aber beim letzten Versuch verlor Vettel beim Anbremsen der vorletzten Kurve auf dem „schmutzigen“ Teil der Piste für einen Moment das Heck seines Boliden, rutschte ins Kiesbett und kehrte nach einer Befreiung aus eigener Kraft in die Box zurück.

          Formel 1

          19., Vorletzter in einem Auto, mit dem der viermalige Weltmeister ohne den Fahrfehler diesmal weit gekommen wäre. „Ich war überrascht, da war Staub, Sand auf der Strecke. Schade, dass ich es so verloren habe. Das macht es jetzt schwer, das hatten wir vermeiden wollen, so früh rausgekegelt zu werden. Mal sehen, was sich daraus machen lässt.“

          Verstappen, mit neun Grand-Prix-Erfolgen der Siegertyp dieser Saison, nur um eine Nuance schneller als die Konkurrenz? Das muss man erklären nach der Solotour vom vergangenen Wochenende. Von Startplatz 14 war Verstappen durch das Feld geschossen, hatte Freund und Feind auf der Berg- und Talfahrt in Spa-Francorchamps hinter sich gelassen, fuhr mitunter 2,4 Sekunden schneller als die schärfste Konkurrenz.

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