https://www.faz.net/-gtl-aijm9

Hamilton gegen Verstappen : Eskalation vor dem Showdown der Formel 1

Abkühlen nach einem wilden Rennen: Max Verstappen Bild: Pool via REUTERS

Ein von Haken, Härte und Vollkontakten geprägtes vorletztes Rennen in der Formel 1 führt zum Punktegleichstand der Rivalen und zu Diskussionen über Fairness. Verstappen erhält nachträglich eine Strafe.

          3 Min.

          Gleichstand nach Punkten. Beim vorletzten Formel-1-Rennen am Sonntag in Saudi-Arabien ist der Zweikampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton um den Weltmeistertitel auf die Spitze getrieben worden und löste wegen seiner Härte auf den ersten Blick Empörung aus.

          Wissen war nie wertvoller

          Lesen Sie jetzt F+ 30 Tage kostenlos und erhalten Sie Zugriff auf alle Artikel auf FAZ.NET.

          JETZT F+ LESEN
          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Hamilton siegte nach zahlreichen Unterbrechungen vor dem Niederländer und Valtteri Bottas im zweiten Mercedes. Dank seiner schnellsten Runde holte er den Rückstand von acht Punkten in der Fahrerwertung komplett auf. Das Finale findet am nächsten Sonntag (14.00 Uhr MEZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei Sky) in Abu Dhabi statt.

          Verstappen erhielt für eine Kollision mit Hamilton nachträglich eine Zehn-Sekunden-Strafe. Er habe auf eine Art gebremst, die zum Zusammenstoß geführt hat, teilten die Stewards mit. Da Verstappen aber rund 16 Sekunden vor Bottas im zweiten Mercedes lag, änderte das an seiner Platzierung nichts. Der 24-Jährige erhielt außerdem zwei Strafpunkte. Verstappen hatte schon während des Grand Prix in Dschidda eine Fünf-Sekunden-Strafe bekommen.

          Hamilton nahm mit Bottas vor Verstappen im Red Bull die Plätze in der Startaufstellung ein. Die unglücklichste Konstellation für den Niederländer, die glücklichste aus Sicht von Mercedes. Der Rivale hatte mit seinem Fehler im Startplatzrennen dem Serienweltmeister die beste Chance serviert, als Team davon zu kommen auf den ersten Metern. So kam es. Hamilton blieb vorne, Bottas musste sich nur kurz breit machen.

          Verstappen blieb nach seinem Fehler vom Vortag nur die Geduldsübung bei Vollgas: Warten auf die Gelegenheit, mit taktischem Geschick voran zu kommen oder auf einen Fehler. An dieser Stelle kommt Mick Schumacher ins Spiel. Zehnte Runde: Der Haas steckt in der Streckenbegrenzung. In der Kurve neun hatte der Deutsche auf dem Randstein die Kontrolle über seinen Boliden verloren. „Sorry Jungs.“ Fahrer wohlauf, Auto außer Form und Fassung.

          Dieser Stillstand brachte Bewegung ins Rennen. Ab zum Boxenstopp, neue Reifen nehmen. Das spart Zeit. Weil Mercedes beide Silberpfeile kurz hintereinander abfertigen wollte, trödelte Bottas als Zweiter hinter Hamilton. Fuhr so langsam, das der auflaufende Verstappen Klage führte, aber meckernd auf der Piste blieb und kampflos die Führung übernahm. War das so klug nach nur zehn von 50 Runden? Ein Stopp im Rausch des Rennens kostet viel mehr Zeit.

          Formel 1

          Aber weil die Unfallstelle nicht en passant wieder gesichert werden konnte, befahl die Rennleitung eine Unterbrechung der Sause bis zur Reparatur. Alles auf Anfang über einen Halt in der Boxengasse, schön der neuen Reihenfolge nach. Also mit Verstappen als Nummer eins samt Recht auf frische Pneus. Da jammerte der Weltmeister. „Es war ein kleines Risiko zu stoppen, aber wir dachten nicht, dass es die rote Flagge gibt“, erklärte Mercedes Chefstratege via Funk Hamilton.

          Nächster Versuch, in die Gänge zu kommen mit umgekehrten Vorzeichen. Verstappen verliert den Sprint aus dem Stand bis zur ersten Kurve. Hamilton ist schon vorbei, doch der Niederländer bleibt auf seinem Kurs, drückt sich unter Abkürzung der nächsten Biegung wieder vorbei. Dann kracht es – hinter den beiden. Rote Flagge, zweiter Abbruch. Diskussionen über das Manöver und seine Strafwürdigkeit.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Sinnbild für einen narzisstischen Chef: Michael Douglas als Gordon Gekkoim Film „Wall Street“

          Narzissmus im Job : Wenn der Chef nur sich selbst liebt

          Der Vorgesetzte ist dominant, leicht kränkbar oder cholerisch? Schnell liegt der Verdacht einer Persönlichkeitsstörung in der Luft. Doch schwierige Chefs sind nicht immer gleich Narzissten.
          Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB)

          Anleihekäufe : Die EZB bleibt im Krisenmodus

          Die jüngsten Beschlüsse zu den Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank sind rechtlich bedenklich und strategisch äußerst ungeschickt, schreiben die Gastautoren Laus Adam und Hans Peter Grüner.