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Formel 1 : Williams sagt Sutil ab

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Ungewisse Zukunft: Adrian Sutil Bild: dpa

Die nächste schlechte Nachricht für Adrian Sutil: Der wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagte Rennfahrer dürfte kein Cockpit für die kommende Formel-1-Saison finden. Williams zieht ihm Bruno Senna vor - und setzt damit auch den dienstältesten Piloten vor die Tür.

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          Adrian Sutil hat das Rennen um den Formel-1-Stammplatz beim Williams-Team verloren. Der britische Rennstall gab am Dienstag die Verpflichtung des Brasilianers Bruno Senna bekannt und erteilte damit dem derzeit vertraglosen deutschen Piloten eine Absage.

          „Wir sind nicht überrascht. Wir haben schon seit Wochen nicht mehr mit Williams verhandelt“, sagte Sutils Berater Manfred Zimmermann. Es gebe aber weiterhin Optionen für den bei Force India ausgemusterten Gräfelfinger, möglicherweise sogar in der Formel 1. „Entweder kommen wir noch mit einer Überraschung oder mit Plan B“, sagte Zimmermann. Allerdings ist wohl nur noch ein Cockpit bei Außenseiter HRT für die neue Saison frei. Vor dem Auftritt des wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagten Sutil im Münchner Prozess Ende Januar werde es keine Entscheidung geben, sagte Zimmermann.

          Der Jugend eine Chance: Bruno Senna (l.) löst Rubens Barrichello bei Williams ab

          Mit der Verpflichtung von Senna dürfte Williams auch die 19 Jahre währende Rekordkarriere von dessen Landsmann Rubens Barrichello beendet haben. Der Pilot mit den meisten Grand-Prix-Einsätzen fuhr zuletzt noch für das englische Traditionsteam, steht aber nun ebenso wie Sutil auf der Straße. „Die Zukunft ist völlig offen“, twitterte der 39 Jahre alte Barrichello. Senna dürfte neben einer dicken Sponsoren-Mitgift auch sein großer Name geholfen haben. Der 28-Jährige ist der Neffe der Formel-1-Ikone Ayrton Senna. Der dreimalige Weltmeister war 1994 tödlich verunglückt - in seinem dritten Rennen für Williams. „Es wird interessant sein, für ein Team zu fahren, für das auch mein Onkel fuhr“, sagte Senna.

          Lange galt der bei Force India ausgemusterte Sutil als Favorit auf den zweiten Williams-Sitz neben Pastor Maldonado aus Venezuela. Doch schon vor Weihnachten beendeten beide Seiten die Verhandlungen, wie Manager Zimmermann bestätigte. „Wir sind uns nicht einig geworden“, erklärte er. Auch der Wirbel um die Anklage habe Sutil nicht geholfen.

          Schon am 7. Februar beginnen in der Formel 1 allerdings die ersten Testfahrten in Jerez. Bei den Übungsfahrten wird Senna sein Debüt im neuen Williams-Boliden geben. „Ich fühle mich sehr privilegiert“, sagte er. Fraglich ist, ob der 26-malige Grand-Prix-Teilnehmer dem sportlich tief gestürzten Team schnell weiterhelfen kann. Williams fuhr in der vergangenen Saison das schlechteste Ergebnis seit den Gründungsjahren des Rennstalls Mitte der 70er ein: magere fünf Punkte in 19 Rennen, ein Debakel für den neunmaligen Konstrukteurs-Weltmeister.

          Senna löste nach seinem Lehrjahr 2010 bei HRT Mitte der Vorsaison den ausgebooteten Nick Heidfeld bei Lotus Renault ab. In seinen acht WM-Läufen für die Franzosen sammelte er aber nur zwei Zähler. Dennoch beteuerte Teamchef Frank Williams, der Brasilianer habe sein Talent bereits unter Beweis gestellt. Sein neuer Arbeitgeber habe ihn vor Vertragsabschluss ausgiebig beobachtet. „Nun freuen wir uns darauf, dieses Talent in unserem Rennwagen zu sehen“, sagte Williams. Nach dem vermutlichen Aus für Sutil gehen in der Königsklasse in diesem Jahr noch fünf deutsche Piloten an den Start. Angeführt wird das Feld von Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel im Red Bull. Die beiden Mercedes-Silberpfeile steuern Rekordchampion Michael Schumacher und Nico Rosberg. Nico Hülkenberg übernimmt Sutils Force India, Timo Glock müht sich weiter im Marussia.

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