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Formel-1-Weltmeister Vettel : Fingerzeig, Daumen hoch und Faust geballt

  • Aktualisiert am

Vettels Markenzeichen: Der erhobene Zeigefinger Bild: dpa

In der Qualifikation zum Großen Preis von Singapur ist Vettel mit Abstand der Schnellste. Der Red-Bull-Pilot startet von der Pole Position ins Nachtrennen, bei dem er vorzeitig Formel-1-Weltmeister werden könnte.

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          Eine Stunde vor Mitternacht (Ortszeit) ist Sebastian Vettel am Samstagabend auf die Pole Position für den Großen Preis von Singapur gerast. Der 24 Jahre alte Titelverteidiger verwies in der Qualifikation zum 14. Saisonrennen seinen Red-Bull-Stallrivalen Mark Webber mit satten 0,351 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. „Wir haben kühlen Kopf bewahrt. Das war großartig“, sagte Vettel.

          Dritter und Vierter wurde das McLaren-Duo Jenson Button und Lewis Hamilton. Der WM-Zweite Fernando Alonso, zweimaliger Singapur-Sieger, landete nur auf dem fünften Rang. Damit könnte allerdings ausgerechnet Webber die Titelparty für Vettel verhindern. Ginge der 14. WM-Lauf so aus wie die Qualifikation, blieb er rechnerisch noch im Rennen um den Titel - auch wenn er ihn innerlich bereits vor zwei Wochen in Monza abgehakt hatte. „Es wird ein sehr, sehr langes Rennen. Ich glaube, dass nicht nur der Schnellste, sondern auch der Cleverste Chancen hat zu gewinnen“, betonte Vettel

          Rund 23 Stunden vor dem Zieleinlauf an diesem Sonntag (14.00 Uhr im FAZ.NET-Formel-1-Liveticker) hätte es für Vettel kaum besser laufen können. Der Heppenheimer benötigt nach dem Rennen 125 Punkte Vorsprung auf den zweiten Platz, den derzeit Alonso innehat - mit 112 Zählern Rückstand. Dritter ist Button, punktgleich mit dem viertplatzierten Webber (117). Direkt dahinter rangiert noch Hamilton (126). Auch wenn alle vier Verfolger die Jagd nach Vettel bereits entnervt abgeblasen haben, und die mögliche Party-Location vom Team bereits ausgewählt sein soll - Vettel ließ sich nicht verrückt machen.

          Daumen hoch: Das kann er auch
          Daumen hoch: Das kann er auch : Bild: AFP

          Ein bisschen Schützenhilfe könnte ihm gleichwohl nicht schaden - und gleich drei weitere Deutsche schafften es in die Top Ten; Rekordweltmeister Michael Schumacher wurde - ohne gezeitete Runde im letzten Qualifikationsdurchgang - im Mercedes Achter, Teamkollege Nico Rosberg kam auf den siebten Platz. Im Force India belegte Adrian Sutil Rang neun. Auch er schonte Reifen und blieb in den entscheidenden Runden sogar ganz in der Box. Für Timo Glock war die K.o.-Entscheidung ohnehin schon nach der ersten Runde beendet. „Ich habe selten so viele Fehler an einem Wochenende gemacht“, sagte der Wersauer. Hinzu kamen Malaisen mit dem unterlegenen Marussia Virgin. Das Auto verbraucht sehr stark die Reifen. Die Quittung: Start als 21. aus der vorletzten Reihe.

          Vorne war Vettel der Alleinherrscher: 11. Pole in dieser Saison, 26. insgesamt. Vor allem auf Stadtkursen wie Singapur ein noch größerer Vorteil als auf anderen Strecken. Gewinnen konnte Vettel das kräftezehrende Nachtrennen auf dem 5,073 Kilometer langen Kurs bei Temperaturen selbst in den späten Abendstunden von gut 30 Grad sowie einer extrem hohen Luftfeuchtigkeit allerdings noch nie. Im vergangenen Jahr belegte er den zweiten Rang.

          Beim Vorspiel für die mögliche WM-Entscheidung machte er seine Ambitionen aber von Beginn an deutlich. Tagesbestzeit am Freitag, auch am Samstag im Abschlusstraining rasend schnell, aber aufgehalten auf seiner schnellen Runde durch einen Rivalen. Und auch in allen drei Qualifikationsabschnitten stellte Vettel jeweils die Bestzeit auf. Er ist bereit für sein zweites Meisterstück.

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