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Formel 1 : Weltmeister Mercedes als Verfolger

  • -Aktualisiert am

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton bei einer Testfahrt auf dem Circuit de Catalunya Bild: AFP

Bei den letzten Testfahrten vor dem Saisonauftakt in zwei Wochen hat Ferrari die Nase vorne. Doch während die Roten mit Pannen kämpfen, kommt Mercedes den Italienern immer näher.

          Ein Rollentausch in der Formel 1? So sieht es aus nach dem letzten Test am Freitag in Barcelona, gut zwei Wochen vor der Saisonpremiere in Melbourne: Ferrari hat die Nase vorne. Von der ersten bis zur letzten Versuchsfahrt, bei der Sebastian Vettel die Bestzeit gelang. Der Weltmeister aus Stuttgart, die Mercedes-Fraktion samt Champion Lewis Hamilton, sieht sich als Jäger, wenn auch nur mit knappem Rückstand über eine Runde. Die Silberpfeil-Piloten gaben sich in diesen Tagen auf dem „Circuito de Catalunya“ die Ehre, ins Rennen um die beste Rundenzeit einzusteigen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Im vergangenen Jahr hatten sie den Titel des Trainingsweltmeisters kampflos den Roten überlassen. Die Ingenieure wussten, was ihr Auto zu leisten im Stande war, und deckten nicht alle Karten auf. Diesmal sah man den Piloten die Anstrengung an, alles aus dem W10 herauspressen zu wollen nach mittelmäßigen, für Mercedes, den Serienmeister, indiskutablen Resultaten. Sie gerieten ins Schwitzen. Aber es lohnte sich: Hamilton fuhr am Freitag auf seiner besten Runde mit den weichesten Reifen nur drei Tausendstelsekunden langsamer als Vettel.

          Ob diese Nähe auch bei der Saisonpremiere in Melbourne zu sehen sein wird? „Ferrari scheint immer noch sehr stark zu sein“, hatte Mercedes-Pilot Valteri Bottas am Donnerstag gesagt mit Blick auf den Speed der Italiener während der Rennsimulation: „Wir müssen aus unserem Paket mehr rausholen. Das Potential dazu ist da. Es gibt aber noch einige Defizite.“ In den „langsamen“ Kurven sei der Bolide noch schneller unterwegs als im vergangenen Jahr. Aber dort, wo der Silberpfeil mit Karacho durch die Biegung schießen soll, fehlt Stabilität. Und damit das Vertrauen der Fahrer in den Untersatz: „In den schnellen Kurven haben wir noch Aufholbedarf.“ Auch die Reifen funktionieren am Mercedes nicht immer so, wie sich dass die Fahrer wünschen. „Wir tun uns schwer, sie zum Arbeiten zu bringen. Das ist stark von der Tageszeit abhängig. Wenn wir am frühen Nachmittag ein Rennen fahren würden, käme ich mit zwei Stopps über die Renndistanz. Am Morgen und am späten Nachmittag brauchen wir vier bis fünf Stopps“, schilderte Bottas.

          Vettel war am Freitag über eine Rennsimulation eine halbe Sekunde schneller pro Runde bei halbwegs vergleichbaren Bedingungen. Nach Ansicht des Fachmagazins „Auto Motor und Sport“ hat das gefürchtete „Körnen“ der Reifen, wenn sich auf dem Belag kleine Wulste bilden, mechanische Gründe. Ein Grund zur Panik scheint das nicht zu sein. Bottas vertraut dem Tempo von Mercedes – bei der Lösung von Problemen. In Melbourne, auf einer halbwegs öffentlichen Rennstrecke im Albert Park, erwarten die Formel 1 ohnehin andere Bedingungen. Rund lief es bei den schärfsten Rivalen auch nicht. Vettels SF 90 rauschte am Mittwoch wegen eines technischen Defektes in die Streckenbegrenzung. Am Freitag blieb er zwischenzeitlich stehen. Der Ferrari ist schnell, aber zu fragil. Red Bull freute sich zwar laut Sportdirektor Helmut Marko über die „beste Wintervorbereitung“ seit Existenz des Teams und glaubt, knapp hinter Ferrari zu liegen. Aber auch bei den Österreichern hakte es am Freitag: Getriebeschaden.

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