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Formel 1 : Wechselt Schumacher 2006 doch zu Mercedes?

  • Aktualisiert am

Steigt Michael Schumacher 2006 bei Ferrari aus? Bild: dpa/dpaweb

Michael Schumacher und Mercedes - der Startpunkt des Erfolgsweges des siebenmaligen Formel 1-Weltmeisters könnte auch die Endstation sein. Denn der 36jährige dementierte die Gerüchte über einen Wechsel zunächst nur halbherzig.

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          Nach einem weiteren Albtraumrennen für Ferrari machen Gerüchte von einer Traumhochzeit zwischen Weltmeister Michael Schumacher und Mercedes in der Formel 1 die Runde. Die Rückkehr des 36jährigen zu den Stuttgartern, in deren Junior-Team einst sein einzigartiger Erfolgsweg begann, ist nach dem ersten Großen Preis der Türkei in Istanbul das heißeste Thema der „Königsklasse“.

          Schumacher und Mercedes-Sportchef Norbert Haug sollen sich zuletzt zweimal getroffen haben. An dem spektakulären Geheimplan ist offenbar mehr dran, als zunächst angenommen. Schumacher selbst wollte dazu am Montag auf seiner Homepage nicht direkt Stellung nehmen und scheute deshalb auch ein klares Dementi. „Auf die Gerüchte über einen Weggang von Ferrari möchte ich gar nicht eingehen. Jeder weiß, wie eng Ferrari und ich verbunden sind“, meinte der siebenmalige Weltmeister. Später aber präzisierte Schumacher seine Aussage: „Meine Ehe mit Ferrari kriselt nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, Ferrari zu verlassen.“

          Nach Saisonende 2006 ablösefrei

          Schumacher steht bei Ferrari noch bis zum Saisonende 2006 unter Vertrag steht. Danach könnte er ablösefrei zum Team mit dem derzeit schnellsten Auto wechseln. Da Ferrari schon lange ein Auge auf den Silberpfeil-Star Kimi Räikkönen (Finnland) geworfen hat, könnte es dann zu einem Tausch mit Schumacher kommen. McLaren-Mercedes wäre auch in der Lage, das von Schumacher-Manager Willi Weber erhoffte Jahresgehalt von 40 Millionen Euro zu zahlen.

          Gespräche: Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug und Schumacher
          Gespräche: Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug und Schumacher : Bild: dpa/dpaweb

          Der Führungswechsel bei DaimlerChrysler könnte der Auslöser für ein mögliches Umdenken im Fall „Schumacher - Mercedes“ sein. Der scheidende Konzern-Boß Jürgen E. Schrempp war nie ein Freund des Kerpeners. Sein designierter Nachfolger Dieter Zetsche dagegen ist dem Motorsport sehr zugetan und soll Haug bereits die Erlaubnis für Gespräche über den Mega-Deal der Formel 1 erteilt haben.

          „Welt-Hero in einer Welt-Firma“

          „Sollte Herr Zetsche tatsächlich grünes Licht für eine Verpflichtung von Michael Schumacher gegeben haben, wäre das natürlich eine großartige Idee. Den besten Fahrer zum Abschluß seiner Karriere in einem Mercedes sitzen zu sehen, ist einfach fantastisch“, sagte Ex-Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck. „Wenn Mercedes nach all den Jahren ohne deutschen Fahrer jetzt sogar den Besten im Team hätte, wäre das toll. Einen Welt-Hero in einer Welt-Firma - besser kann man sich nicht aufstellen“, sagte der frühere Formel-1-Fahrer Christian Danner.

          Und auch für den ehemaligen Mercedes-DTM-Champion Klaus Ludwig wäre es „ein Riesending, Deutschlands Vorzeige-Sportler Nummer eins in einem Mercedes zu sehen“. Schumachers früherer Weggefährte Heinz-Harald Frentzen ist sogar „sicher, daß Michael versucht, bei Mercedes seine Karriere zu beenden. Ich würde genauso handeln, wenn ich an seiner Stelle wäre. Bei Ferrari sieht er keine Möglichkeit mehr, den Titel noch mal zu holen. Aufhören will er aber auch noch nicht. Also muß er versuchen, zu Mercedes zurückzugehen - das einzige Team, das die finanziellen und sportlichen Möglichkeiten hat, um für einen krönenden Abschluß seiner Karriere zu sorgen“, sagte Frentzen der tz.

          Manager Weber schließt Abschied aus

          Den siebenmaligen Weltmeister und 84-maligen Grand-Prix-Sieger Schumacher doch noch einmal im Silberpfeil - dem im Moment eindeutig besten Auto der Königsklasse - zu sehen, wäre wohl auch für viele deutsche Fans ein Traum. Der Superstar hat bei Ferrari noch einen Vertrag bis Ende 2006, die von den Italienern gewünschte vorzeitige Vertragsverlängerung wurde von Schumachers Manager Willi Weber auf Wunsch seines Schützlings zuletzt allerdings vertagt.

          Schumacher betont zwar immer wieder, wie wohl er sich in seiner Ferrari-Familie fühlt. Aber ob einige der engsten Bezugspersonen wie zum Beispiel der Technische Direktor Ross Brawn, mit dem Schumacher schon bei seinen ersten beiden WM-Triumphen 1994 und 1995 bei Benetton zusammenarbeitete, der Scuderia über 2006 hinaus treu bleiben werden, ist momentan offen. Schumachers Abschied von Ferrari schließt Weber allerdings aus. „Es macht doch überhaupt keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt seiner Karriere in ein neues Team zu gehen und dort von vorne anzufangen. Da würde es um Sachen gehen wie neu einleben, familiäre Strukturen aufbauen und anderes“, sagte Weber dem Kölner Express: „Michael hat einen Vertrag mit Ferrari bis 2006, und den wird er erfüllen.“

          Norbert Haug bleibt gelassen

          Trotz der zuletzt schwachen Leistungen der Italiener steht Weber zu Ferrari. „Ferrari ist nach wie vor das beste Team. Und das wird es 2006 auch wieder sein. 2006 wird Ferrari keine Probleme mehr haben, und Michael wird wieder gewinnen. Wir sind da völlig sicher“, sagte Weber - was einen Wechsel für 2007 aber nicht ausschließt.

          Mercedes-Sportchef Norbert Haug bleibt in der Angelegenheit ganz gelassen und bestätigt sogar, daß er sich mit Schumacher getroffen habe. Dabei hätten die beiden aber nicht „über das kolportierte Gerücht eines Wechsels gesprochen“. „Wir unterhalten uns öfter einmal bei einem Kaffee, wenn es mal fünf Minuten Pause gibt. Da reden wir über Skifahren, Kinder oder die Zukunft der Formel 1“, meinte Haug am Sonntag in Istanbul.

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