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Formel 1 : Villeneuve fährt BMW

  • Aktualisiert am

Neue Chance für Jacques Villeneuve Bild: AP

Der frühere Weltmeister Jacques Villeneuve wird in der Saison 2006 an der Seite von Nick Heidfeld für das BMW Sauber Team in der Formel 1 starten. Der Kanadier war zuletzt ohne Erfolg für Sauber-Petronas gefahren.

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          Der ehemalige Weltmeister Jacques Villeneuve fährt in der kommenden Formel-1-Saison als Teamkollege von Neuzugang Nick Heidfeld für BMW-Sauber. Damit hat der umstrittene Kanadier seinen drohenden Rausschmiß durch die neuen Münchner Team-Verantwortlichen doch verhindern können. „Wir sind überzeugt, daß Jacques eine Verstärkung für das BMW Sauber F1 Team sein wird“, teilte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen am Donnerstag in München bei Bekanntgabe der weiteren Zusammenarbeit mit Villeneuve mit.

          Der 34 Jahre alte Pilot erklärte, alles zum Erfolg beitragen zu wollen: „Ich werde mein Bestes geben.“ Villeneuve, der 2005 zu Sauber gestoßen war, hatte bei den Schweizern einen bis Ende 2006 laufenden Vertrag. Nach der Übernahme des Rennstalls durch den bayrischen Konzern war in der Formel 1 allgemein angenommen worden, daß BMW sich von dem Kanadier trennen werde. Der Champion von 1997 gilt als Exzentriker und Rebell in der weitgehend stromlinienförmigen Königsklasse des Motorsports.

          Seit 1997 keinen WM-Lauf mehr gewonnen

          Zudem zeigte seine Leistungskurve in den vergangenen Jahren immer stärker nach unten. Die zurückliegende Saison schloß der elfmalige Grand- Prix-Sieger, der seit dem 28. September 1997 keinen WM-Lauf mehr gewonnen hat, mit neun Punkten nur als Gesamt-14. hinter seinem brasilianischen Teamkollegen Felipe Masse ab. Noch vor zwei Wochen hatte es Hinweise gegeben, Villeneuve solle finanziell abgefunden und ersetzt werden.

          Als Favorit auf das Cockpit galt der 24 Jahre alte Finne Heikki Kovalainen, der 2005 in der wichtigsten Formel-Nachwuchsserie GP2 den zweiten Platz hinter dem jetzigen Williams-Piloten Nico Rosberg aus Wiesbaden belegt hatte. Villeneuve hatte jedoch immer darauf verwiesen, er habe einen niet- und nagelfesten Vertrag, der auch nach dem Übergang von Sauber ins neue BMW-Team Gültigkeit habe.

          Villeneuve scheut sich nicht vor Herausforderungen

          Theissen ließ durchblicken, daß ihn Villeneuves Vorstellungen nicht überzeugt hatten. „Wir haben die Leistung von Jacques nach der abgelaufenen Saison eingehend analysiert. Er hatte eine sehr schwierige erste Jahreshälfte. Dies zeigt, daß auch ein ehemaliger Weltmeister nicht aus einer Pause zurückkehren und auf Anhieb wettbewerbsfähig sein kann“, sagte der BMW-Teamchef.

          In der zweiten Saisonhälfte sei Villeneuve jedoch zunehmend an die Leistung Massas herangekommen. BMW sei überzeugt, daß der Wahl-Schweizer eine Verstärkung für das Team sei. Villeneuve sagte: „Ich habe von 1999 bis 2004 erlebt, wie schwierig und komplex der Aufbau eines neuen Teams ist, aber vor Herausforderungen habe ich mich nicht gescheut.“

          Erneuter Karriere-Aufschwung bei BMW?

          Nach seinen Erfolgsjahren bei Williams war der einstige Champion der nordamerikanischen CART-Serie und Sieger des Langstreckenklassikers von Indianapolis 1999 zu dem von seinem Freund und Manager Craig Pollock gegründeten BAR-Team gewechselt. Dort blieben die erhofften Erfolge aus, so daß er nach einer Pause 2004 mit nur drei Grand- Prix-Einsätzen für Renault als Aushilfsfahrer in dieser Runde das Sauber-Angebot angenommen hatte.

          Nach der Bestätigung hofft Villeneuve auf einen erneuten Karriere- Aufschwung: „Sauber war bereits ein gutes Team, jetzt kommen noch die Ressourcen von BMW hinzu.“ Bei seinem ersten Testeinsatz am 8. Dezember in Jerez (Spanien) kann er überprüfen, wie leistungsstark der neue Bolide ist. Die offizielle Vorstellung des BMW-Sauber-Teams findet am 16. und 17. Januar 2006 in Valencia statt.

          Die Teams und Piloten in der Formel-1-Saison 2006

          Renault: Fernando Alonso (Spanien), Giancarlo Fisichella (Italien)

          McLaren-Mercedes:
          Kimi Räikkonen (Finnland), Juan Pablo Montoya (Kolumbien)

          Ferrari:
          Michael Schumacher (Kerpen), Felipe Massa (Brasilien) *

          Toyota:
          Jarno Trulli (Italien), Ralf Schumacher (Kerpen)

          Williams:
          Mark Webber (Australien), Nico Rosberg (Wiesbaden) *

          BAR-Honda:
          Jenson Button (Großbritannien), Rubens Barrichello (Brasilien) *

          Red Bull-Team:
          David Coulthard (Großbritannien), Christian Klien (Österreich)

          BMW-Sauber:
          Nick Heidfeld (Mönchengladbach)*, Jacques Villeneuve (Kanada) *

          Midland F1 (ehem. Jordan):
          Tiago Monteiro (Portugal, Christijan Albers (Niederlande )*

          Scuderia Toro Rosso (ehem. Minardi):
          Vitantonio Liuzzi (Italien) *, Scott Speed (USA) *

          Super Agurio-Honda (neues Team):
          Takuma Sato (Japan) *, Anthony Davidson (Großbritannien) *

          Mit * gekennzeichnet sind die Neuverpflichtungen

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