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Formel 1 in Österreich : Bottas macht die WM zum Dreikampf

Sebastian Vettel landet knapp hinter Valtteri Bottas aus dem zweiten Platz. Bild: Reuters

Welch ein Herzschlagfinale: Der Finne Valtteri Bottas gewinnt den Großen Preis von Österreich knapp vor Sebastian Vettel im Ferrari. Hamilton kommt trotz furioser Aufholjagd über einen vierten Platz nicht hinaus.

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          Wenn sich zwei streiten, gewinnt der Finne. Vollkommen unbeeindruckt vom Duell zwischen Lewis Hamilton und Sebastian Vettel hat Valtteri Bottas im Mercedes den Großen Preis von Österreich gewonnen und sich selbst wieder zum Kandidaten für die Weltmeisterschaft befördert. Für Bottas war es der zweite Grand-Prix-Sieg seiner Karriere, er hatte zuvor Ende April den Großen Preis von Russland in Sotschi gewonnen. Zweiter hinter Bottas, mit einem Rückstand von 0,6 Sekunden, wurde Vettel im Ferrari vor Daniel Ricciardo (Red Bull). Vettel baute damit seinen Vorsprung auf Hamilton (Mercedes) nach dem neunten von 20 Rennen der diesjährigen Formel-1-Saison in der WM-Fahrerwertung auf 20 Punkte aus. Vettel hat 171 Punkte gesammelt, Hamilton 151, Bottas 136.

          „Wir sind nicht mal bei der Hälfte der Saison“, sagte Bottas dem früheren Grand-Prix-Piloten Martin Brundle, der ihn auf dem Siegerpodest interviewte. Der Finne glaubt weiter an seine eigene WM-Chance, nach dem Sieg in der Steiermark mehr denn je. Vettel dagegen war nach Rennende alles andere als rundum glücklich. „Wie würdest du dich fühlen, wenn du den Sieg um eine halbe Sekunde verpasst?“, fragte Vettel Brundle. „Ich wollte gewinnen, aber es ist ein gutes Ergebnis. Trotzdem bin ich nicht ganz zufrieden“, sagte er später.

          Valtteri Bottas behauptet seine Führung vor Sebastian Vettel in der ersten Runde. Bilderstrecke

          Der Grund: Vettel war es, wie auch Ricciardo, spanisch vorgekommen, was der Finne am Start vollführte. So schnell war Bottas nach dem Erlöschen der Startampel vom Fleck gekommen, dass beide Bottas einen Fehlstart unterstellten. Die Rennkommissare nahmen sich der Sache an und stellten eine halbe Stunde nach dem Start fest, dass an der Reaktionszeit des Fahrers auf der Pole Position nichts auszusetzen war: 0,2 Sekunden. „Kann ich nicht glauben“, sagte Vettel nach dem Rennen, „übermenschlich“ sei die Reaktion des Finnen gewesen. Zum Vergleich: Vettel selbst reagierte rund anderthalb Zehntel langsamer. Aber: „Valtteri ist ein phantastisches Rennen gefahren, ich will ihm den Sieg nicht madig machen.“

          Während Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda sagte, er „verstehe die Jammerei vom Sebastian nicht“, hatte Ricciardo auch Verständnis für die Minderheitsmeinung des Deutschen: „Er (Bottas, d. Red.) hat Glück gehabt. Die Lichter waren recht lange an, er fuhr los und die Reaktionszeit zeigt eine positive Zahl. Damit war er auf der sicheren Seite.“ Bottas gab zu, mit der Reaktion gepokert zu haben: so gut wie am Sonntag sei ihm das noch nie gelungen.

          Überhaupt – der Start. Wer Action sehen wollte, musste vor allem vor und zu Beginn des Rennens alert sein. Die Red-Bull-Verantwortlichen hatten den alpenländischen Gepflogenheiten Referenz erwiesen. Die Teamchefs Christian Horner (Red Bull) und Franz Tost (Toro Rosso) sowie Motorsportberater Helmut Marko trugen Lederhose und Kniestrümpfe, aber die Chancen auf ein paar Jubel-Jodler der Herren sanken Sekunden nach dem Start auf unter Normalnull.

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