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Formel 1 in China : Ein Rammstoß bremst Vettel aus

Sebastian Vettel konnte seine Erfolge vom Saisonstart nicht wiederholen. Bild: AFP

Was für ein Desaster. Und was für ein Ärger. Nach zwei Siegen verpasst Sebastian Vettel den nächsten Erfolg. Am Start macht der Ferrari-Pilot einen Fehler. Und später kommt auch noch Pech dazu.

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          Von der Pole-Position auf Rang acht. Sebastian Vettel ist es trotz der besten Ausgangsposition beim Großen Preis von China am Sonntag in Schanghai nicht gelungen, auch das dritte Rennen der Formel-1-Saison zu gewinnen. Nach Glück beim Sieg in Australien und Geschick beim Erfolg in Bahrein hatte der Deutsche diesmal Pech. Die einzige Safety-Car-Phase nutzte Red Bull zum Sieg von Daniel Ricciardo vor Valtteri Bottas (Mercedes) und Kimi Räikkönen im Ferrari. Vettel fiel hinter seinen Landsmann Nico Hülkenberg (Sechster) im Renault und in den letzten Runden auch hinter Fernando Alonso (McLaren) zurück, weil er von Max Verstappen bei einem missglückten Überholversuch des Niederländers in einen Dreher versetzt worden war. Dabei wurde die Fahrtüchtigkeit des Ferrari beschädigt. „Jeder hat gesehen, dass es auf seine Kappe geht“, sagte Vettel über das Missgeschick von Verstappen, nachdem beide kurz miteinander gesprochen hatten. „Er ist lange genug dabei. Er hat unsere beider Rennen zerstört. Und er hätte locker aufs Podium fahren können. Wir hatten beide Glück, dass wir weiterfahren konnten. Es ist dumm gelaufen, aber es geht weiter.“ In der Fahrerwertung bleibt der Heppenheimer aber Führender mit 54 Punkten vor Hamilton (43).

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Nur einen Fehler erlaubte sich Vettel am Sonntag: Am Start kam er nicht wie gewünscht in die Gänge. Räikkönen schräg hinter ihm auf Position zwei fuhr schneller los. Prompt zog der Hesse nach rechts, um seine Führung bis zur ersten Kurve verteidigen zu können. Der Teamkollege musste leicht vom Gas gehen, Bottas schoss außen vorbei. In den folgenden Kurven musste der Finne auch Verstappen ziehen lassen. Die weicheren Reifen am Red Bull des Niederländers im Kurvengeschlängel boten mehr Haftung. Und so verlor Ferrari nicht nur den zweiten Mann aus der ersten Reihe, der sich auf Rang vier vor Lewis Hamilton wiederfand, sondern auch den strategischen Vorteil, mit zwei Autos das Feld anzuführen. Mercedes war am Zug.

          Mit Bottas, dem nominell zweiten Mann im Team. Der Finne hielt den Rückstand bis zu seinem Boxenstopp in der 21. Runde auf 2,4 Sekunden. „Gib alles“, rief ihm der Renningenieur über Funk zu. Die Silberpfeil-Fraktion plante einen „Undercut“. Bottas sollte vor Vettel zum Reifenwechsel gerufen und mit den frischen Pneus den Vorsprung des Deutschen aufholen. Gesagt, getan. Als Vettel eine Runde später nach seinem Service an der Box wieder auf die Piste zurückkehrte, aber noch nicht das Tempo hatte, sah er den Silberpfeil an sich vorbeirauschen: Zweiter. „Wir haben uns vertan. Im Nachhinein ist man immer schlauer, es gibt keine Schuldzuweisung“, sagte Vettel. „. Wenn das Safety-Car zehn Sekunden später gekommen wäre, dann hätten wir noch in die Box fahren können. Aber als das Lämpchen anging, war ich gerade um die letzte Ecke gebogen, das war es zu spät.“ Nach dem strategischen Fehler zum Saisonauftakt in Melbourne, als Vettel profitierte und gewann, bewies Mercedes diesmal mit Bottas am Steuer dass bessere taktische Geschick. Aber da war doch noch Räikkönen. Als einziger aus der Spitzengruppe fuhr er noch auf den alten Reifen, an der Spitze. Und wurde von Ferrari eingesetzt als rasender Puffer. Viel langsamer als Bottas und Vettel, aber schnell genug, den Landsmann etwas aufzuhalten.

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