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Formel-1-Unfall : Bianchi erleidet Schädel-Hirn-Trauma

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„Bon Courage“: Große Anteilnahme am Schicksal von Jules Bianchi Bild: AFP

Der französische Formel-1-Pilot Jules Bianchi kämpft weiter um sein Leben. Experten diskutieren über die Sicherheit in der Formel 1. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

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          Die Formel 1 bangt um Jules Bianchi. Der 25 Jahre alte Franzose vom Marussia-Team musste nach einem schweren Unfall beim Rennen in Japan notoperiert werden. FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen.

          Wie geht es Jules Bianchi?

          Formel-1-Pilot Jules Bianchi ist nach seinem schweren Unfall beim Großen Preis von Japan in „einem kritischen, aber stabilen Zustand“. Dies teilte seine Familie am Dienstag mit. Ihr Sohn bleibe auf der Intensivstation des Mie Generalkrankenhauses in Yokkaichi. „Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten“, hieß es in der vom Marussia-Team verschickten Presseerklärung weiter. Bianchis Angehörige erklärten: „Dies ist eine sehr schwierige Zeit für unsere Familie“, aber die weltweite Unterstützung und Anteilnahme für Jules seien eine Quelle großen Trostes gewesen. Bianchi war am Sonntag in Suzuka unter einen Kran gerast. Danach hatte die Fia mitgeteilt, dass bei einer Computertomographie „schwere“ Kopfverletzungen“ festgestellt worden seien.

          Können Cockpithauben Kopfverletzungen wie jene von Jules Bianchi verhindern?

          Der Körper der Fahrer ist durch die Sicherheitszelle geschützt, der Kopf hingegen ist bis auf den Helm weitgehend schutzlos. Seit dem Unfall von Felipe Massa 2009 in Budapest, als eine Stahlfeder an den Helm des Brasilianers prallte und dieser dabei schwere Verletzungen erlitt, wird immer wieder über das Thema diskutiert. Möglichkeiten gebe es – in Form von Überrollkäfigen oder Cockpithauben.

          Offene Cockpits, freistehende Räder - das ist seit jeher das Erscheiungsbild der Formel-1-Boliden.

          Derartige Lösungen könnten relativ schnell konstruiert werden. Kritiker fürchten jedoch, dass sich dadurch die Sicht der Fahrer verschlechtern würde. Motorsport-Puristen weisen zudem darauf hin, dass sich so die Formel 1 nachhaltig verändern würde: Freistehende Räder, offene Cockpits – das ist seit jeher das Bild der Boliden. In der Le-Mans-Serie werden jedoch seit Jahren Cockpithauben eingesetzt, die Erfahrungen sind gut.

          Gibt es derartige Entwicklungen für die Formel 1?

          Schon vor vier Jahren hat der Internationale Automobil-Verband (Fia) mit Cockpithauben experimentiert, die an Kampfjets erinnern. Die Strategiegruppe der Formel 1 aber hat sich zuletzt noch einmal gegen eine solche Lösung entschieden. Das Projekt wird seitdem nicht mehr verfolgt.

          Was ist auf dem Youtube-Video zu sehen, das den Unfall zeigt?

          Fernsehbilder vom Unglück wurden nicht gesendet. Rennleiter Charlie Whiting ließ diese für die Öffentlichkeit sperren. Am Montagabend tauchte nun bei Youtube ein Video auf, dass von einem Zuschauer auf der gegenüberliegenden Tribüne aus aufgenommen worden ist. Darauf ist zunächst die Bergung des Sauber-Rennwagens von Adrian Sutil zu sehen. Kurz danach wird gezeigt, wie der Marussia von Jules Bianchi vorwärts unter das Bergungsfahrzeug rast, Funken fliegen, der Überrollbügel bricht, Karbonteile splittern. Ein Streckenposten kann sich gerade noch in Sicherheit bringen, der Sauber fliegt wieder vom Haken. Bisher waren die meisten Beobachter davon ausgegangen, dass der Marussia seitlich mit dem Bergungsfahrzeug kollidiert war.

          Außerdem ist zu sehen, dass der Streckenposten zunächst Gelbe Flaggen schwenkt, danach aber auf die Grünen Flaggen wechselt.

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