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Frentzen zur Formel 1 : „Den Jungen wird nichts fehlen“

Es wird nicht gelingen, die in der Formel 1 mit Hochdruck vorangetriebene Entwicklung von moderner Technik für die Elektromobilität eins zu eins auf die Serienproduktion zu übertragen. Aber wenn der Grundansatz gestützt wird und zunehmend an Bedeutung gewinnt, dann entsteht in den Köpfen der Ingenieure eine enorme Kraft. Sie wird sich ausbreiten und neuen Schwung entfachen durch die vielen Innovationen.

Also sollte man auf die Formel E setzen?

Die Formel 1 wird es mit dem Hybridkonzept, effiziente Verbrennermotoren mit Energiegewinnung für den Betrieb von Elektromotoren zu kombinieren, noch einige Jahre geben. Die Behauptungen der Formel-1-Ingenieure sind auch nicht von der Hand zu weisen. Zu meiner Zeit fuhren wir mit 220-Liter-Tanks. Heute reichen 130, 140 Liter für die gleiche Distanz (rund 300 Kilometer/d. Red). Und die Autos fahren schneller. Der Spritverbrauch ist also sehr deutlich gesunken. Aber wenn ich investieren müsste, dann würde ich nicht auf Technik der Gegenwart setzen, sondern auf die der Zukunft. Das ist die Elektromobilität. Die Formel E hat viel Potential. Ich meine aber, dass sie schneller vorankommen kann, um sich als Rennsport zu etablieren.

Wie?

Die Rennställe und beteiligten Konzerne müssten größere Freiheiten haben. Das Reglement grenzt sie zu sehr ein. Ich kann den Hintergrund nachvollziehen. Es wird dann schnell wesentlich teurer beim Wettlauf um die beste Technik. Aber diese Beschleunigung würde im Handumdrehen zu Innovationen führen. Ich denke zum Beispiel an noch leichtere Batterien, an noch leichtere, aber dennoch starke Elektromotoren.

Die Formel E wird die Formel 1 ablösen?

Ich denke schon. Wir befinden uns im Moment in einer Übergangssituation, in der die Traditionalisten, in England sagt man Petrolheads (Benzinköpfe, d. Redaktion), noch sehr starken Einfluss haben auf die Gestaltung des Motorsports. Aber das wird sich mit den Jahren ändern. Der Druck wächst, er kommt aus allen Richtungen. Die jungen Leute werden wie selbstverständlich mit Elektroautos groß werden und dann nichts vermissen an einer Rennstrecke, solange sie die schnellsten Autos fahren sehen.

Fahren Sie noch ein schnelles Auto?

Meine Frau und ich fahren seit 2014 elektrisch. Ich schmunzele manchmal, wenn mir jemand von seinem starken Auto vorschwärmt. Da könnte ich mit dem Tesla mehr bieten, falls ich wollte. Mancher kommt damit nicht klar.

Das Tempo juckt nicht mehr?

Das würde ich so nicht sagen. Aber ich habe schon einen Riesenspaß, wenn ich morgens in mein Auto steige und sehe, dass ich mit selbst produziertem Strom die Batterie des Autos geladen habe.

Sie produzieren Strom?

Ja. Alles, was wir an Energie verbrauchen im Haus und mit den Autos, produzieren wir selbst. Ich habe eine Photovoltaik-Anlage und für den Winter, wenn das Licht weniger wird, ein Heizblockkraftwerk. Der Wirkungsgrad liegt bei 98 Prozent. Den überschüssigen Strom verkaufe ich. Die Investition in unsere Anlagen hat sich nach sechs Jahren amortisiert. Ich werfe keine Energie weg.

Sehen Sie eine Alternative zur Elektromobilität, ob nun im Rennsport oder auf der Straße?

Es gibt aus meiner Sicht im Moment keine Alternative. Ich bin 2005 die Rallye Monte Carlo für alternative Antriebe mit einem Wasserstoffantrieb gefahren. Das ist eine gute Sache. Aber es wird dabei sehr viel mehr Energie gebraucht, etwa um den Faktor 1,7 mehr als bei der direkten Ladung einer Batterie mit Strom. Der reine Elektrowagen ist gegenwärtig wesentlich effizienter.

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