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Aufregung um Benzin-Affäre : Trübes Geschäft in der Formel 1

  • -Aktualisiert am

Schon vor dem Saisonstart im Fokus: der Formel-1-Rennstall Ferrari Bild: EPA

Die Regelmacher und Regelhüter der Formel 1 gehen in der Benzin-Affäre einen Deal mit Ferrari ein. Das klingt nach Überforderung. Sie wäre auch plausibel. Doch so bleibt etwas Entscheidendes auf der Strecke.

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          Das muss weh tun: Der Internationale Automobil-Verband (Fia), Regelmacher, Regelhüter und selbstbewusster Richter quasi in einer Person, offenbart seine Limitierung. Seine Fahnder sind Ferrari in der Benzinaffäre weder auf die Schliche gekommen, noch haben sie die Scuderia von einem Verdacht befreien können. Zumindest erklärte der Verband am Donnerstag, dass weitere Untersuchungen des Ferrari-Motors von 2019 unter anderem wegen „der Komplexität der Angelegenheit“ nicht unbedingt den „eindeutigen Beweis für einen Verstoß“ erbringen.

          Klingt nach Überforderung. Sie wäre plausibel. Hunderte Hirne denken in Maranello über die Beschleunigung des roten Boliden nach. Das Kontrollteam der Fia umfasst ein paar Experten. Sie scheinen nicht sicher, ob Ferrari vergangene Saison trickreich sein musste, um weitaus Zweitbester werden zu können. Im Strafrecht käme es zu einem Freispruch zweiter Klasse. Vor einem Sportprozess unter zivilrechtlichen Regeln einigte sich die Fia auf eine „wirksame und abschreckende Vergleichsvereinbarung“. Frei übersetzt: Das Verfahren wird unter Auflagen eingestellt. Ferrari muss den schwelenden Verdacht ertragen und viel Geld zahlen. Es beteiligt sich an einem Projekt der Fia zur Reduzierung von CO2. Das klingt nach einer Art Resozialisierung. Ferrari tut jetzt Gutes. Clever.

          Besser wäre es gewesen, den Prozess offenzulegen und sich helfen zu lassen. Es gibt reichlich Ingenieure im Fahrerlager, die sich bei der Lektüre der Fia-Erklärung wundern werden. Sie fütterten die Regelhüter so lange mit Indizien, bis sie unter die Haube der Roten schauten. Weil nicht erkennbar ist, ob die Einstellung des Verfahrens geboten ist, lässt sich auch nicht beurteilen, ob ein Rechtsstreit „langwierig“ wäre und deshalb im Sinne der „Meisterschaft und ihrer Interessengruppen“, wie die Fia schreibt, zu vermeiden ist.

          Der Verband hat die sieben Teams, die am Mittwoch Aufklärung forderten, nicht gefragt, sondern vergangenen Freitagnachmittag mit einer dürren Erklärung vom Ende der Untersuchungen in Kenntnis gesetzt. Die Gründe behielt er für sich. Erst der Druck der Rennställe bewog die Fia, ihre Unfähigkeit einzugestehen, den Ablasshandel einzuräumen. Seine Berechtigung ließe sich nur mit einer detaillierten Darstellung der Beweisschwäche belegen. Solange es nicht dazu kommt, bleibt auf der Strecke, was Fia wie Ferrari für sich beanspruchen: Glaubwürdigkeit.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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