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Formel 1 : Die kleine Palastrevolution

  • -Aktualisiert am

So schön bunt: Für Max Verstappen und Torro Rosso läuft es zurzeit richtig gut. Bild: dpa

Toro Rosso macht dem großen Bruder Red Bull ordentlich Konkurrenz. Und die Juniorpiloten Verstappen und Sainz wecken nicht nur beim Seniorpartner Begehrlichkeiten.

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          Der Juniorpartner ist erwachsen geworden. Toro Rosso macht Red Bull Konkurrenz. Das B-Team bringt das A-Team in Erklärungsnöte. Red Bull hat doppelt so viel Geld und doppelt so viel Personal. Und trotzdem sind Max Verstappen und Carlos Sainz mindestens so schnell unterwegs wie die Fahrer des Teams, in das einer der beiden Toro-Rosso-Youngster im nächsten Jahr aufsteigen soll. Die kleine Palastrevolution erinnert an das Jahr 2008, als Sebastian Vettel für Toro Rosso fuhr und am Ende des Jahres die Filiale aus dem italienischen Faenza mehr Punkte auf dem Konto hatte als der große Bruder aus dem englischen Milton Keynes.

          Doch damals waren die beiden Autos noch mit Ausnahme des Motors identisch. Toro Rosso durfte sich bei Red Bull bedienen. Das erlaubt das Reglement nicht mehr. Seit 2009 müssen die Teams ihre Autos selbst bauen. Technikchef James Key erklärt: „Es gibt bestimmte Bereiche, in denen du noch Synergien haben kannst. Die Getriebeinnereien und die Hydraulik zum Beispiel. Die Regeln verlangen, dass jedes Team seine Aerodynamik selbst entwickelt. Und die bestimmt den Großteil des restlichen Fahrzeugs. So ist die Übereinstimmung zwischen den beiden Autos mittlerweile sehr gering.“

          Haben gut Lachen: Carlos Sainz und Max Verstappen
          Haben gut Lachen: Carlos Sainz und Max Verstappen : Bild: dpa

          Auch die Motorensituation erinnert an 2009. Red Bull fährt wie vor sieben Jahren mit Renault, Toro Rosso mit Ferrari. Diesmal aus der Not heraus geboren. Eigentlich wollte sich Red Bull von Renault trennen, aus Enttäuschung darüber, dass die Franzosen in der Hybrid-Ära technisch zurückgefallen waren. Da der Limonadehersteller aber nirgendwo anders hat landen können, hat er sich wieder mit Renault zusammengerauft. Und Toro Rosso bekommt die Ferrari-Motoren vom vergangenen Jahr. Was zu Saisonbeginn nicht die schlechteste Wahl ist. Red-Bull-Berater Helmut Marko schätzt den Zeitvorsprung, den Toro Rosso dank des momentan noch stärkeren Motors genießt, auf eine halbe Sekunde ein. Das soll sich ab dem Grand Prix von Kanada ändern. Für das siebte Rennen verspricht Renault einen Leistungssprung von 35 PS.

          Toro Rosso kann von der Antriebseinheit nichts mehr erwarten. Ferrari entwickelt das alte Triebwerk nicht weiter. „Wir müssen alles mit der Aerodynamik kompensieren“, sagt Sainz. Und da hat sich die Abteilung von James Key mittlerweile einen exzellenten Ruf verschafft. GPS-Messungen verraten, dass der Toro Rosso STR11 in den Kurven das drittbeste Auto der Formel 1 ist. Hinter Mercedes und Ferrari. Nico Hülkenberg gerät ins Schwärmen, wenn die Sprache auf den direkten Konkurrenten kommt: „Der Toro Rosso klebt auf der Straße, da fällst du vom Glauben ab. Im Verkehr, bei Wind, auf Bodenwellen. Das Ding hat Abtrieb ohne Ende.“ Toro Rosso hat sich den fünften Platz in der Konstrukteurs-Wertung zum Ziel gesetzt. Teamchef Franz Tost wollte schon im letzten Jahr Fünfter werden. Das Auto hatte den Speed dazu, nicht aber die Zuverlässigkeit. Zehn Defekte trübten die Bilanz. Schon die Winter-Testfahrten in Barcelona haben gezeigt, dass Toro Rosso diese Baustelle aufgeräumt hat. Das kleine Red-Bull-Team legte nach Mercedes die meisten Kilometer zurück.

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