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Kompromiss in Formel 1 : Runter mit dem Deckel

  • Aktualisiert am

Abgewunken: Es muss auch mit weniger Millionen gehen. Bild: dpa

Die Teamchefs der Formel 1 einigen sich auf eine Senkung des Budgets. Dominante Teams wie Ferrari und Red Bull kommen bei dem Kompromiss den darbenden Rennställen wie McLaren entgegen.

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          Die Teamchefs der Formel 1 haben sich auf eine Senkung des Budgetdeckels für die kommende Saison geeinigt. Statt bei den bislang geplanten 175 Millionen Dollar soll sie bei 145 Millionen Dollar liegen und in den Jahren 2022 und 2023 jeweils um weitere fünf Millionen Dollar sinken. Das berichten die BBC und das britische Magazin „Autosport“ übereinstimmend.

          Ausgenommen von der Deckelung sind die Fahrergehälter, die Entlohnung der drei weiteren bestbezahlten Angestellten in jedem Team und Ausgaben für Marketing und Werbung. Sollten mehr als 21 Rennen ausgetragen werden, würde die Maximalsumme pro Rennen um je eine Million Dollar gehoben werden, bei weniger Rennen entsprechend fallen. Der Plan muss noch im Weltrat des Internationalen Automobilverbandes Fia angenommen werden. Die Zustimmung bei der Sitzung in der kommenden Woche gilt als Formsache.

          Die Summe von 145 Millionen Dollar, zurzeit knapp 133 Millionen Euro, ist ein Kompromiss angesichts der finanziellen Auswirkungen der Rennpause durch die Coronavirus-Pandemie. Die dominanten Rennställe der vergangenen Jahre, insbesondere die Scuderia Ferrari und Red Bull, hatten eine Minderung des im vergangenen Herbst vereinbarten Deckels von 175 Millionen Dollar abgelehnt, McLaren hatte dem Bericht der BBC zufolge auf einen Deckel von 100 Millionen Dollar gedrungen. Das Mutterhaus des Traditionsrennstalls aus Surrey plagen die finanziellen Auswirkungen der Krise akut.

          Die McLaren Group brauche Finanzspritzen in dreistelliger Millionenhöhe, hieß es in der Vorwoche, weshalb die Unternehmensspitze erwäge, ihre Sammlung historischer McLaren-Rennwagen, eine der wertvollsten Formel-1-Kollektionen der Welt, sowie ihr Hauptquartier im südenglischen Woking zu verpfänden, wie der Fernsehsender „Sky News“ berichtet hatte. Die coronabedingte Rennpause trägt allerdings nur zu einem geringeren Teil zur Misere der McLaren Group bei, der Anteil der Rennsportabteilung am Umsatz betrug im vergangenen Jahr nur zehn Prozent. Allerdings fuhr sie einen Verlust ein.

          Um den in den vergangenen Jahren einseitigen Wettbewerb ausgeglichener zu gestalten, seit März 2013 hat kein Team außer Mercedes, Ferrari und Red Bull einen Grand Prix gewonnen, sollen die erfolgloseren Teams zudem in Zukunft mehr Zeit für die aerodynamische Entwicklungsarbeit erhalten. Die für 2021 geplanten Regeländerungen sollen erst 2022 greifen, die Teams haben sich weiterhin darauf verpflichtet, mit dem Auto für die nach wie vor nicht begonnene Saison auch in der kommenden Saison zu fahren.

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