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Formel-1-Formcheck : Ein Finne gibt in Silverstone den Ton an

Für Lewis Hamilton ist Silverstone das Heimrennen. Bild: AFP

Bei seinem Heimspiel in Silverstone will Lewis Hamilton den Rückstand auf Sebastian Vettel in der WM-Wertung verkürzen. Doch im Training liegt ein anderer vorn. Wie sind die Chancen der Formel-1-Teams?

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          Bei seinem Heimspiel will er zurückschlagen, den Rückstand auf Sebastian Vettel in der Weltmeisterschaft  der Formel 1 (151:171 Punkte) reduzieren. Das ist der Plan von Lewis Hamilton an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr MESZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker auf FAZ.NET) beim Großen Preis von Großbritannien in Silverstone. Es könnte ein trügerischer Plan sein. Nicht nur der böige Wind rund um den ehemaligen Flugplatz ist tückisch – auch ein Finne hat Großes vor.

          MERCEDES

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Doppelsieg – nichts anderes ist das Ziel der Verantwortlichen von Mercedes an diesem Wochenende. Das sagte Niki Lauda, der Aufsichtsratsvorsitzende des Teams, schon nach dem vergangenen Rennen in Spielberg. Tatsächlich bestimmten die Silberpfeile am Freitag das Tempo in den ersten beiden Trainingssitzungen – aber nicht Hamilton, sondern Valtteri Bottas führte sowohl am Vormittag (1:29,106 Minuten) als auch am Nachmittag (1:28,496) das Klassement an. Damit stellte Bottas gleich zwei Mal einen neuen Streckenrekord auf. Hamiltons Bestzeit lag jeweils knapp darüber (1:29,185 / 1:28,543), er war auf seiner schnellsten Runde allerdings auf der etwas langsameren Reifenmischung „soft“ unterwegs, während Bottas das Modell „supersoft“ verwendet hatte. Das täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass der Finne in diesen Wochen in Top-Form ist. Am Nachmittag allerdings wurde bekannt, dass am Mercedes von Bottas das Getriebe gewechselt werden muss. Er erhält dafür eine Strafe und rückt in der Startaufstellung um fünf Plätze zurück.

          Sebastian Vettel will die WM-Führung verteidigen

          FERRARI

          Verkehrte Welt bei der Scuderia: Kimi Räikkönen vor Sebastian Vettel – und das gleich zwei Mal. Der Deutsche schien am Freitag in den beiden Trainingseinheiten überhaupt nicht seinen Rhythmus zu finden. Am Vormittag startete er die Sitzung mit einem Probelauf eines neuen Cockpitschutzes, beendete das Experiment aber schon nach einer Runde wieder. „Mir ist ein bisschen schwindelig geworden“, sagte Vettel. Kurz danach drehte er sich am Ausgang von Becketts und rutschte mit qualmenden Reifen auf die Auslauffläche. Am Nachmittag kam er problemlos über die Runden, hatte dennoch rund eine halbe Sekunde Rückstand auf Bottas und lag rund eine Zehntelsekunde hinter Räikkönen. Dabei soll die neue Ausbaustufe des Ferrari-Motors, die in erstmals Silverstone zum Einsatz kommt, rund 15 PS mehr an Leistung bringen. „Wir haben noch etwas vor uns, wir müssen uns verbessern“, sagte Vettel: „Mercedes sieht sehr schnell aus – aber das ist keine Überraschung.“ 

          RED BULL

          Am Freitagmorgen hatte es noch ausgesehen, als sei Red Bull zur zweiten Kraft im Feld hinter Mercedes aufgestiegen, am Nachmittag lag das Team im Klassement wieder hinter Ferrari. Beide Male gewann Max Verstappen (1:29,604 / 1:29,098) das interne Duell gegen Daniel Ricciardo (1:29,942 / 1:29,586). Der Kurs mit den vielen schnellen Kurven und langen Geraden kommt dem RB13, der seine Stärken vor allem in langsamen Passagen hat, nicht unbedingt entgegen. „Wir sind aber auf dem richtigen Weg, das haben wir zuletzt in Österreich gesehen“, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Vor allem im Rennen präsentierte sich Red Bull zuletzt ausgesprochen stark.

          Im Training ist Valtteri Bottas am schnellsten.

          RENAULT

          2019 – das ist die Saison, auf die sie gerade alle hinarbeiten bei Renault. Auch Nico Hülkenberg. Der Deutsche hat mit seinem Wechsel von Force India zu den Franzosen einen Rückschritt in Kauf genommen – aber er verbindet damit auch die Hoffnung schon bald einen Angriff auf die Spitze der Formel 1 zu starten. Renault modernisiert seine Rennwagenfabrik, stellt neue Aerodynamiker ein, investiert, um Erfolg zu haben. In dieser Saison setzt Hülkenberg zumindest vereinzelte Glanzpunkte. Wie am Freitagnachmittag. Das erste Training beendete er noch abgeschlagen als 17. (1:32,171), im zweiten wurde er Siebter (1:29,936). Was das für das Rennen bedeutet? Hülkenberg will keine Vorhersage treffen – zu unbeständig hat sich sein Renault bei den vergangenen Grand Prix präsentiert.

          MCLAREN

          Es ist das alte Spiel für Fernando Alonso. Die Mechaniker tauschen Teile aus an seinem McLaren – und er rückt in der Startaufstellung nach hinten. Schon am Freitag kündigte Honda an, die fünfte Batterie in dieser Saison in den MCL32  einzubauen – allein deshalb rückt Alonso um fünf Startplätze nach hinten. An diesem Samstag sollen weitere Komponenten der Antriebseinheit gewechselt werden. Die Verantwortlichen denken dabei bereits ein Rennen weiter. „Wir werden uns einen Vorrat an frischen Motorkomponenten für das Rennen in Ungarn anlegen, damit wir dort ordentlich gerüstet sind“, sagt Alonso. Der Hungaroring zählt neben den Strecken in Monaco und Singapur mit seinem geringen Vollgasanteil zu den Kursen, auf denen sich McLaren-Honda die größten Chancen ausrechnet. Aber auch dieses Wochenende hat Alonso (8., 1:30,993 / 9., 130:238) noch nicht aufgegeben. „Das Auto macht einen richtig guten Eindruck“, sagt der Spanier.

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