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Formel 1-Team Mercedes : Dahinter stecken lauter kluge Köpfe

  • -Aktualisiert am

Selten einer Meinung, aber in einem starken Team: Hamilton und Rosberg Bild: dpa

Mercedes ist in der Formel 1 in allen Belangen eine Klasse für sich. Für jedes Problem hat das Team die Lösung parat – und kann deshalb nach dem Großen Preis von Malaysia wohl abermals einen WM-Titel feiern.

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          Es sind noch sechs Rennen zu fahren, und dennoch kann Mercedes schon an diesem Sonntag Weltmeister werden. Wenn Red Bull beim Großen Preis von Malaysia (Start: 9 Uhr MESZ/ Live bei RTL, Sky und im Formel1-Ticker auf FAZ.NET) nicht mindestens sieben Punkte auf Mercedes aufholt und danach auf fünf Doppelsiege in Folge kommt, ohne dass Mercedes ein Mal ein Auto in die Top Ten bringt, sind die Silberpfeile zum dritten Mal in Folge Konstrukteurs-Weltmeister in der Formel 1. Von den letzten 53 Rennen hat Mercedes nur sieben verloren. Deutlicher lässt sich Überlegenheit nicht dokumentieren.

          Die Hybrid-Ära befindet sich in ihrem dritten Jahr. Mercedes erwischte den besten Start in die komplexeste Technologie der Geschichte der Formel 1. Doch der Vorsprung ist mit den Jahren nicht kleiner, sondern größer geworden. Normalerweise passiert das Gegenteil. Je länger ein Reglement stabil bleibt, umso mehr holen die Verfolger auf den Klassenbesten auf. Ferraris Dominanz dauerte fünf Jahre. Dann machte Renault alles besser. Red Bulls Siegesserie von 2010 bis 2013 war nur durch ein neues Reglement zu stoppen. Allerdings musste Sebastian Vettel 2010 und 2012 um seinen WM-Titel bis zum letzten Rennen zittern. Nico Rosberg und Lewis Hamilton können sich seit 2014 sicher sein, dass sich kein Fremder in ihr WM-Duell einmischt.

          Hauptsächlich vom Motor gelebt

          Im ersten Jahr lebte Mercedes hauptsächlich vom Motor. Doch der Vorsprung bei der Antriebseinheit ist nahezu aufgebraucht. Ferrari fehlen GPS-Messungen zufolge höchstens noch 15 PS. Das Gespenst des Benzinsparens ist verschwunden, seit man den Trick der Vorkammerzündung von Mercedes kopiert hat. Auch das Defizit in der Fahrbarkeit der Boliden ist geschrumpft. Der Mercedes V6-Turbo hing von Anfang an am Gas wie ein Straßenmotor.

          Den größeren Vorteil zieht Mercedes im Moment aus dem Auto. Der W07 ist eine Allzweckwaffe, auf langsamen Strecken gleichermaßen stark wie auf schnellen. Gegner Red Bull braucht Strecken, auf denen maximaler Abtrieb verlangt wird. Die Konkurrenz wundert sich, dass die Silberpfeile so viel Anpressdruck generieren, obwohl sie im Vergleich zu allen anderen Autos nur wenig von vorne nach hinten angestellt sind. Das bringt ihnen Vorteile beim Luftwiderstand. Eigentlich ist dieser Spagat nicht zu schaffen, auch nicht mit einer ausgefeilten Aerodynamik, wie sie der Mercedes hat. Die Gegner vermuten ein spezielles Fahrwerk, das den Mercedes bei Lastwechseln und in Kurven möglichst stabil hält, damit das Auto immer perfekt angeströmt wird.

          Das Team um Hamilton und Rosberg hat für fast jedes Problem auch eine Lösung: Mercedes

          Der Klassenbeste hat aber nicht nur das technisch beste Paket. Er ist auch in allen anderen Disziplinen die Nummer eins. Kein anderes Team ist bei der Weiterentwicklung so innovativ. Niki Lauda reicht den Lorbeer weiter an Chefdesigner Aldo Costa. „Der Aldo kann seine Mannschaft motivieren wie kein Zweiter. Er gibt sich nie zufrieden und sucht nach immer noch besseren Lösungen.“ Lauda macht das Geheimnis an den Menschen fest: „Wir haben beim Auto und beim Motor die besten Köpfe der Formel 1. Sie haben sich über einen jahrelangen Prozess hin gefunden und arbeiten jetzt in einer unheimlichen Harmonie zusammen. Wir haben es geschafft, dieses Riesen-Puzzle perfekt zusammenzusetzen.“

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