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Formel 1 in Österreich : Das nächste Debakel für Vettel und Ferrari

Die Fahrt von Sebastian Vettel in Österreich endete schon nach wenigen Metern. Bild: AFP

Mamma mia! Beim zweiten Formel-1-Rennen in Österreich kracht es gewaltig. Schon in Runde eins scheiden Vettel und Leclerc nach einem Crash der Ferraris aus. Danach gibt es eine Mercedes-Show.

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          Ein Start-Ziel-Sieg für Weltmeister Lewis Hamilton, ja, beinahe schon eine Spazierfahrt. Ein Crash, der weit über dieses Wochenende hinaus wirken dürfte für Sebastian Vettel – der Große Preis der Steiermark am Sonntag wird Spuren hinterlassen. In den Köpfen der Piloten, weil Mercedes schon der zweite Sieg im zweiten Rennen dieser Saison gelungen ist.

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dieses Mal kam Hamilton vor seinem Teamkollegen Valtteri Bottas und Max Verstappen (Red Bull) ins Ziel. Und im Teamgefüge von Ferrari, weil den Verantwortlichen spätestens jetzt klar sein dürfte, dass sie nicht nur mit einem schlechten Rennwagen kämpfen, sondern auch ihre beiden Fahrer unter Kontrolle bringen müssen. Denn verantwortlich für das Aus von Vettel war der andere Mann in Rot: Charles Leclerc.

          Nachdem das Qualifikationstraining am Samstag im Nassen auf Regenreifen absolviert worden war, genoss jedes Team beim Start die freie Reifenwahl. Die Spitze entschied sich beinahe geschlossen für die weichste Reifenmischung, erst auf den hinteren Plätzen setzten viele auf die mittlere Gummimischung. Womöglich war das entscheidend für den schlechten Start von Vettel, der von Platz zehn weiter zurückfiel und sich auf der langen Geraden Richtung Kurve drei inmitten eines Rennwagen-Pulks befand. Vor ihm ein Alpha Tauri, neben ihm ein Williams, links hinter ihm ein Racing Point – und, rechts hinter ihm, auf der Innenseite der Kurve, der Teamkollege Leclerc.

          Momente später krachte es. „Ich habe keinen Platz gehabt, irgendwo anders hinzufahren“, sagte Vettel später. Er war nur Passagier, als Leclerc ihn auf die Hörner nahm. Am Ferrari von Vettel knickte der Heckflügel ab, am Boliden des Teamkollegen wurde der Unterboden beschädigt. „Ich weiß nicht, welche Lücke der Charles da gesehen hat. Aber es ist nicht gut gegangen“, sagte Vettel, der in die Garage fuhr und das Rennen beenden musste. Auch für Leclerc war der Rennsonntag wenig später vorbei. „Das war mein Fehler“, sagte er: „Das tut mir sehr leid.“ Mamma mia!

          Formel 1

          Als seien die Probleme nicht schon groß genug. Weder der Regen am Samstag noch das neue Aerodynamikpaket konnten den Rennwagen mit der Typennummer SF1000 nach vorne bringen. Im Gegenteil: Am Samstag trennten Vettel als Zehnter des Qualifikationstrainings 2,378 Sekunden von der Bestzeit, die Hamilton gesetzt hatte. 2,378 Sekunden – in der Formel 1 ist das eine andere Welt. Letztlich endete dieses Grand-Prix-Wochenende für Ferrari in einem Debakel.

          Wie ernst die Lage ist, offenbarte auch die Tatsache, dass Teamchef Mattia Binotto schon am Samstagabend – vor dem Crash seiner beiden Piloten – verbal in den Angriffsmodus schaltete und sagte: „Wir müssen akzeptieren, dass die Stoppuhr nicht lügt.“ Und weiter: „Wir waren heute nicht wettbewerbsfähig, nicht einmal im Vergleich zu jenen, die bis jetzt hinter uns lagen.“ Am Sonntagnachmittag sagte Binotto nur: „Das tut weh.“

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