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Formel 1 in Russland : Sebastian Vettel kann nur hoffen

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Wird vor Tausenden Fans in Russland fahren: Ferrari-Pilot Sebastian Vettel Bild: Reuters

Aufregung vor dem Rennen in Sotschi: Hohe Infektionszahlen und eine Reisewarnung des Auswärtigem Amtes – trotzdem will die Formel 1 vor mehr als 30.000 Fans fahren. Nun äußert sich Sebastian Vettel.

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          Sebastian Vettel hofft beim Formel-1-Gastspiel im Corona-Risikogebiet Russland auf ausreichende Schutzmaßnahmen von Weltverband und Veranstalter. „Wir müssen den Organisatoren vertrauen, dass sie und die Fia auf uns aufpassen“, sagte der Ferrari-Pilot am Donnerstag in Sotschi. Der zehnte Saisonlauf der Rennserie findet an diesem Wochenende auf dem Olympia-Gelände von 2014 statt. Das Auswärtige Amt hat wegen der Folgen der Coronavirus-Pandemie eine Reisewarnung für Russland erlassen.

          Obwohl in Russland die Zahl der Infizierten zuletzt wieder anstieg, wollen die Veranstalter rund 31.000 Fans zum Grand Prix am Sonntag zulassen. Es wäre die bislang mit Abstand größte Zuschauerzahl in dieser Saison. In der südlichen Region Krasnodar, wo auch die Schwarzmeerstadt Sotschi liegt, sind bislang insgesamt rund 13.500 Infektionen gezählt worden. Die Lage ist nach Angaben der Behörden weitgehend stabil, rund 100 neue Fälle werden pro Tag bekannt.

          „Alle haben sehr genau darüber nachgedacht“

          Bei den Fans wird am Eingang des Sotschi-Autodroms die Temperatur gemessen, weitere Maßnahmen sind nicht bekannt. Wie jedes Jahr soll es auch wieder Konzerte und ein Festival mit bekannten russischen Stars geben. „Alle haben sehr genau darüber nachgedacht. Ich bin sicher, wir werden ein problemfreies Rennen genießen können“, sagte der russische Alpha-Tauri-Pilot Daniil Kwjat.

          Rund um das Fahrerlager gelten wie schon zuletzt sehr strikte Regeln. Fahrer, Teammitglieder, Strecken-Mitarbeiter und Medienvertreter dürfen nur nach Vorlage eines negativen Coronatests bestimmte Zonen betreten. Zudem sollen sie jeweils Gruppen bilden, die voneinander getrennt bleiben. Auch für das nächste Rennen auf dem Nürburgring am 11. Oktober sind 20.000 Zuschauer erlaubt.

          Formel 1

          Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton derweil kann seine nächste Bestmarke offenbar selbst nicht so recht einordnen. „Ich weiß nicht genau, was es mir bedeutet, es passieren gerade so viele andere Sachen auf der Welt“, antwortete der Brite am Donnerstag in Sotschi auf die Frage nach dem Schumacher-Rekord von 91 Grand-Prix-Siegen, den er mit einem Erfolg in Russland egalisieren kann.

          Er wisse ja außerdem gar nicht, ob er das Rennen in Sotschi gewinnen werde, sagte Hamilton: „Aber ja, ihr habt recht, irgendwann werde ich die 91 wohl hinkriegen. Aber ist mir das so wichtig? Ich weiß es nicht.“ Es werde ihm auf jeden Fall „bestimmt eine Ehre“ sein, den Rekord des legendären Michael Schumacher einzustellen und irgendwann wohl auch zu übertreffen.

          Vettel, selbst viermal Weltmeister und nach wie vor ein bekennender Fan von Schumacher, kann seine Gefühle besser einordnen. „Michael ist noch immer mein Idol, deshalb finde ich es irgendwie schade, dass er diesen Rekord jetzt bald verlieren wird“, sagte der Ferrari-Pilot: „Aber ich habe auch großen Respekt vor der Leistung von Lewis, denn diese 91 wirkten lange wie eine niemals wieder zu erreichende Zahl.“

          Schumacher holte seinen ersten Grand-Prix-Sieg 1992 in Spa in einem Benetton, den letzten bejubelte er beim Großen Preis von China 2006 im Ferrari. Hamilton gewann sein erstes Rennen 2007 in Kanada für McLaren.

          Früherer Ferrari-Teamchef Domenicali wird Formel-1-Chef

          Der frühere Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali wird im nächsten Jahr neuer Geschäftsführer der Formel 1. Der Italiener tritt die Nachfolge von Chase Carey an der Spitze der Rennserie an, wie der Rechte-Inhaber Liberty Media am Freitag bestätigte. „Dieser Sport war immer Teil meines Lebens“, wurde der 55 Jahre alte Domenicali in einer Mitteilung zitiert. Der Amerikaner Carey soll in der Rolle eines Vorstands künftig repräsentative Aufgaben übernehmen. „Es war eine Ehre, die Formel 1 zu führen“, sagte Carey. Domenicali arbeitete seit 1991 für Ferrari und war von Ende 2007 bis 2014 Teamchef. Er führte die Scuderia zu ihrem bislang letzten WM-Titel, dem Gewinn der Konstrukteurswertung im Jahr 2008. Nach seinem erzwungenen Rücktritt übernahm er beim Weltverband Fia den Vorsitz der Kommission für Einsitzer-Rennwagen. Seit 2016 ist er Geschäftsführer von Lamborghini. (dpa)

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