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Formel 1 : Schumacher resigniert

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Schumacher: Die Saison mit Anstand zuende bringen Bild: AP

Michael Schumacher hat im Titelrennen aufgegeben und erstmals offen Ferrari-Partner Bridgestone als Hauptschuldigen für das ständige Hinterherfahren angeprangert. „Unser Hauptproblem sind die Reifen“, grantelte der Formel-1-Weltmeister nach der Enttäuschung auf dem Hockenheimring.

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          Michael Schumacher hat im Titelrennen resigniert und erstmals offen Ferrari-Partner Bridgestone als Hauptschuldigen für das ständige Hinterherfahren angeprangert. „Sicherlich ist unser Hauptproblem im Reifenbereich zu suchen“, grantelte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister nach der abermaligen Vorführung durch Renault und McLaren-Mercedes auf dem Hockenheimring.

          Am Sonntag droht beim Großen Preis von Ungarn die nächste Schlappe. Jean Todt drückte sich etwas diplomatischer aus: „Wir müssen versuchen, uns aus dieser Lage zu befreien, indem wir mit unseren Freunden von Bridgestone zusammenarbeiten.“ Der Ferrari-Teamchef sprach angesichts der Aussichtslosigkeit, auch nur in die Nähe der in dieser Saison dominierenden silbernen und blauen Konkurrenten zu rücken, von der schwierigsten Periode für die Scuderia seit langem. Primär liegt dies am japanischen Reifenpartner, der seine Probleme einfach nicht in den Griff bekommt. Selbst in den größten Krisen hatte Schumacher die Schuldigen früher mit Kritik verschont und stets den Teamgedanken hervorgehoben.

          „Wir sind nicht konkurrenzfähig“

          Nach seinem fünften Platz beim Großen Preis von Deutschland platzte dem „Diplomaten“ jedoch der Kragen. „Wir sind schlichtweg nicht konkurrenzfähig. Das liegt nicht am Top-Speed - man muß das Auto auch schnell genug um die Kurven kriegen“, verwies der Ferrari-Star auf den unzureichenden Grip seiner Reifen. Ohne ausreichende Haftung konnte er das Tempo des Spitzenduos Kimi Räikkönen und Fernando Alonso nicht mitgehen und später die Attacken seiner Verfolger nicht abwehren. In Budapest sieht Schumacher seine einzige Chance auf ein Erfolgserlebnis in einem Zufallstreffer. „Es kann immer mal ein Imola-Wochenende dazwischen kommen. Warum es da so gut gelaufen ist, wissen wahrscheinlich die wenigsten, weder die Konkurrenz noch wir“, rätselte er angesichts des Stillstands bei der Scuderia nachträglich über seinen zweiten Rang beim San-Marino-Grand-Prix Ende April. Frustriert griff er zu Durchhalteparolen: „Ich werde alles versuchen, um in Ungarn besser abzuschneiden.“

          Selbst die italienische Presse, die sonst gern gegen Schumacher schießt, nahm den bemitleidenswerten Deutschen in Schutz. „Schumi ist noch immer der echte - aber der Ferrari nicht“, urteilte „La Gazzetta dello Sport“. Und „Il Tempo“ titelte: „Ferrari versinkt“. Angesichts von 40 Punkten Rückstand auf Hockenheim-Sieger Alonso bei sieben ausstehenden Rennen ist die Wachablösung des Rekordweltmeisters nur noch Formsache. Da auch der 36 Zähler zurückliegende Räikkönen wegen regelmäßiger technischer Defekte kaum noch ein ernsthafter Konkurrent ist, steht der Spanier vor seinem ersten WM-Triumph.

          Kaum noch ein ernsthafter Konkurrent

          Läuft weiterhin alles so perfekt für Alonso, könnte er sich schon nach der Sommerpause bei der Türkei-Premiere am 21. August zum jüngsten Champion der Grand-Prix-Geschichte krönen. Räikkönen redete nach einem weiteren rabenschwarzen Rennsonntag nur noch pro forma vom Fahrertitel. Es bestehe dafür weiterhin die mathematische Chance. „Aber wir sind noch voll im Kampf um die Konstrukteurs-WM. Deshalb kämpfen wir weiter“, sagte der finnische Pechvogel. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug verwies auf die Aussichtslosigkeit, Alonso angesichts der Zuverlässigkeit des R25 noch zu überholen: „Selbst wenn wir jetzt alle Rennen gewinnen würden, könnten wir Fernando nicht automatisch abfangen.“ Sollte Räikkönen bei allen sieben Grand Prix siegen, würden dem Spanier jeweils vierte Plätze zum Titel reichen.

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