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Formel 1 : Schumacher kehrt für drei Jahre zurück

Wieder da: Michael Schumacher fährt 2010 für Mercedes GP Bild: AFP

Michael Schumacher kehrt in den Kreisverkehr zurück. Der siebenmalige Weltmeister hat bei Mercedes Grand Prix unterschrieben. Überraschend ist die Länge des Kontrakts: Schumacher soll drei Jahre für die Silberpfeile fahren.

          Michael Schumacher fährt wieder Formel 1. Am Mittag bestätigte der siebenmalige Weltmeister seine Rückkehr als Stammpilot des neuen Rennstalls Mercedes Grand Prix während einer Telefon-Pressekonferenz. „Ich habe die Rennstrecken 2006 verlassen, weil ich müde war. Jetzt fühle ich mich bereit für eine ernsthafte Rückkehr, richtig aufgeladen und fit“, sagte der Rheinländer. „Ich fühle mich wie ein Zwölfjähriger, der gerade vor Freude durch die Gegend hüpft.“ Den Vertrag hatte er Dienstagnacht unterschrieben. Überraschend ist nicht mehr der Wiedereinstieg seit dem ersten Rückzug Ende 2006, sondern die Länge der Vereinbarung: Der Deutsche, er wird im Januar 41 Jahr alt, will nicht nur 2010 an der Seite seines Landsmanns Nico Rossberg für Mercedes in der Formel 1 fahren. Die Abmachung mit Mercedes umfasst drei Jahre Fahrertätigkeit und soll in eine Rolle als Markenbotschafter für den Konzern münden. Fragen zur Höhe seines Gehaltes wollten weder Schumacher noch der Konzern beantworten.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Es gilt als sicher, dass der Rheinländer nicht mehr das Honorar erhält, dass er zum Ende seiner Zeit bei Ferrari (1996 bis 2006) erhielt, nämlich (geschätzt) 25 Millionen Dollar. Zusammen mit Sponsorenbeiträgen und Erfolgsprämien könnte die Vergütung aber einen zweistelligen Millionen-Betrag in Euro erreichen. „Mir geht es nicht ums Geld“, sagte Schumacher, „ich habe gespürt, dass es mir wieder Spaß macht.“

          Die Bestätigung des großen Coups beschert dem Formel-1-Zirkus offenbar beste Aussichten: Schumacher im Silberpfeil, die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ nach fast zwanzig Jahren in ein Cockpit von Mercedes, hält Bernie Ecclestone für eine bezaubernde Geschichte. „Das ist magisch“, sagte der Chefmanager und rechnete schon mal den Ertrag hoch: Marktbeobachter rechnen mit einem sprunghaften Anstieg der Einschaltquoten bei den Übertragungen der Rennen im Fernsehen.

          Vier Räder sind besser: Das Motorrad erwies sich für Schumacher als zu riskant

          Nach Schumachers Rückzug war das Interesse in Deutschland zunächst um bis zu 30 Prozent gefallen, ehe Sebastian Vettel als WM-Kandidat von Red Bull wieder mehr Aufmarksamkeit erregte. Renn-Veranstalter wie die Hockenheimring GmbH erhoffen sich einen enormen Schub von Schumacher als einer Art „Außendienstmitarbeiter“ für das zuletzt defizitäre Geschäft. Angeheizt wird die große Sause von den Formel-1-Piloten. Lewis Hamilton, Weltmeister von 2008 im McLaren, wollte sich immer schon mal mit dem erfolgreichsten Fahrer der Geschichte messen. Von Alonso (im Ferrari) und Vettel ganz zu schweigen.

          Gedankenspiele seit November

          Beim Saisonfinale in Abu Dhabi Anfang November war Schumacher erstmals von Ross Brawn, seinem einstigen kongenialen Partner bei seinen sieben Titelgewinnen im Benetton (1994 und 1995) und später im Ferrari, angesprochen worden. Zu diesem Zeitpunkt konnte sich Schumacher eine komplette Rückkehr über eine ganze Saison mit allen Rechten und vor allem Pflichten wie PR-Kampagnen und Medienauftritten nicht vorstellen. Der Gedanke reifte aber mit dem weiteren Werben von Brawn und Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Die beiden Strategen des neuen „Silberpfeil-Teams“ hatten einen Ersatz für den kurzfristig zu McLaren gewechselten Weltmeister Jenson Button gesucht. Sie stießen schließlich auf einen „hochmotivierten“ Rekordmann. „Wir wussten, dass Michael durch seine Testfahrten für Ferrari wieder auf den Geschmack gekommen war“, schilderte Haug. „Er wollte wieder, konnte aber aus gesundheitliche Gründen nicht. Das hat ihn geärgert.“

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