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Probleme im Motorsport : Formel 1 sagt Rennen ab, Reform verschoben

Wird länger keine Rennen fahren: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton Bild: dpa

Nach dem Wirbel um den Saisonstart der Formel 1 und der Absage der ersten drei Stationen sind von der Corona-Krise nun auch weitere Rennen betroffen. Zudem prüfen die Teams die Herstellung von Beatmungsgeräten.

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          Die Absage des Großen Preises von Monaco in diesem Jahr, die Verschiebung der Rennen in den Niederlanden und in Spanien auf einen noch nicht genannten Termin zählten nicht zu den wesentlichen Entscheidungen der Formel 1 am Donnerstag. Diese Schritte waren schon vor einer Woche absehbar, als die Mehrheit der Rennställe in Melbourne den Abbruch der Auftaktveranstaltung gegen Widerstände durchsetzte.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Das Wüten des Coronavirus hat die Formel 1 über die verzweifelte Suche nach neuen Terminen hinaus bewegt, ihre Hilfe zum Wohl der Kranken anzubieten: „Die sieben Teams in England schauen jetzt, was wir tun können, um Problemen in Krankenhäusern entgegenwirken zu können“, sagte ein Mitarbeiter eines Rennstalls am Freitag auf Anfrage. Demnach sei in England ein Notstand an Beatmungsgeräten (CPAP) für Menschen zu erwarten, die wegen einer Covid-19-Erkrankung eine Unterstützung der Atmung benötigten: „Wir haben vermutlich die Fähigkeiten, bei der Produktion mitzuwirken. In der nächsten Woche werden wir mehr dazu wissen und erklären können.“

          Verluste reduzieren

          Zugleich versucht die Rennserie, die absehbaren Einnahmeverluste in diesem Jahr zu reduzieren. Deshalb ist vorerst nur das Rennen in Monaco definitiv abgesagt worden. Der Aufbau der Strecke im Stadtstaat dauert wenigstens sechs Wochen. Auch der Grand Prix von Melbourne wird aus vergleichbaren Gründen in dieser Saison kaum ausgetragen werden können. Formel-1-Manager Chase Carey schwebt aber vor, 18 der 22 geplanten Rennen zu organisieren. Das wäre vor Ablauf des Jahres nur möglich, falls Grand-Prix-Wochenenden über zwei Tage abgewickelt werden, mitunter drei an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen stattfinden und die Saison Anfang Juni in Aserbaidschan beginnen sowie zwei Wochen später in Kanada fortgesetzt werden kann.

          Weil die kleineren Rennställe von den Antrittsgeldern abhängig sind, hat die Formel 1 zudem beschlossen, die Einführung der Regelreform für die Konstruktion der Rennwagen um ein Jahr auf 2022 zu verschieben. Deshalb wird es keine teure Parallelentwicklung in diesem Jahr geben. Die Teams werden die Chassis von 2020 auch im nächsten Jahr fahren. Eine Ausdehnung der Saison bis in den Januar ist zwar nicht erwünscht, wäre aber nun möglich.

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