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Formel 1 in Japan : Ein Unfall, viel Regen und Vettels Bestzeit

  • Aktualisiert am

Viel sehen konnten die Fahrer und Fans in Suzuka im zweiten Training nicht wegen des Regens. Bild: AP

Eine längere Unterbrechung nach einem Unfall, Wassermassen von oben und ein schneller Ferrari bestimmen das Training der Formel 1 in Japan. Zudem sorgt eine umstrittene Personalie für Aufregung.

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          Sebastian Vettel (Heppenheim) hat seine Ansprüche auf ein Comeback im Titelkampf der Formel 1 untermauert. Der Ferrari-Pilot setzte im ersten Training zum Großen Preis von Japan (Sonntag, 7.00 Uhr MESZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) am Freitag die Bestzeit und distanzierte WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton dabei relativ deutlich. In 1:29,166 Minuten lag Vettel mehr als zwei Zehntelsekunden vor dem britischen Mercedes-Piloten. Es blieb die Tagesbestzeit, weil heftiger Dauerregen am Nachmittag die zweite Session fast unbrauchbar machte. Lediglich fünf Piloten gingen für wenige Runde auf die Strecke, aussagekräftige Zeiten wurden dabei nicht erzielt.

          So gab zum Auftakt nur die erste Session ein wenig Aufschluss über die Kräfteverhältnisse in Japan. Dritter am Vormittag war der Australier Daniel Ricciardo im Red Bull mit knapp vier Zehnteln Rückstand auf Vettel. Erst dahinter reihten sich Kimi Räikkönen (Ferrari), Valtteri Bottas (beide Finnland/Mercedes) und Max Verstappen (Niederlande/Red Bull) ein, keiner der Rennställe dominierte also den Auftakt. Dieses Ergebnis stützt die Vermutung, dass alle drei Top-Teams an diesem Wochenende realistische Aussichten auf Podestplätze und den Sieg haben. Renault-Pilot Nico Hülkenberg (Emmerich) belegte am Freitag den achten Platz, Pascal Wehrlein (Worndorf) wurde im unterlegenen Sauber Vorletzter.

          Carlos Sainz jr. muss am Sonntag mit dem Handicap einer 20-Plätze-Strafe starten. Am Toro Rosso des Spaniers wurden vor dem Training bereits der fünfte Verbrennungsmotor, der fünfte Turbolader und die sechste Energierückgewinnungseinheit (MGU-H) der laufenden Saison eingebaut. Durch das Erreichen dieser nicht erlaubten Marken ergibt sich die obligatorische Sanktion, Sainz wird in der Startaufstellung zurückversetzt. In der ersten Trainingssession in Suzuka sorgte Sainz für eine längere Unterbrechung, als er die Kontrolle über seinen Boliden verlor und heftig in die Streckenbegrenzung krachte. Der 23-Jährige blieb dabei offenbar unverletzt.

          Die Wetterbedingungen in Suzuka dürften sich weiterhin ändern. Während des ersten Trainings war es trocken und recht kühl. Alle Piloten konnten ihre schnellen Runden und auch die Longruns auf trockener Strecke absolvieren. Für den Samstag ist weiterer Regen nun nicht unwahrscheinlich, am Rennsonntag sollen die Temperaturen bei viel Sonnenschein dann aber deutlich steigen. Damit würde sich auch die Asphalttemperatur deutlich erhöhen, und die Bedingungen wären gänzlich andere als in den vorherigen Einheiten. Das wahre Kräfteverhältnis könnte damit erst beim Rennen zu erkennen sein. Vor dem 16. von 20 Saisonläufen führt Hamilton das WM-Klassement mit 34 Punkten Vorsprung auf Vettel an. Der Deutsche muss am Sonntag dringend aufholen, um seine Chance auf den Titel zu wahren.

          Das Renault-Werksteam hat unterdessen trotz heftiger Kritik der Konkurrenz die Verpflichtung des früheren Formel-1-Technikdirektors Marcin Budkowski perfekt gemacht und damit für einen Streitfall in der Königsklasse gesorgt. Der 40-Jährige wird am Sitz des Teams von Nico Hülkenberg im  englischen Enstone künftig hauptverantwortlich für die Entwicklung und Produktion des Chassis sein. Problematisch ist dies, weil Budkowski bis zum vergangenen Monat für den Weltverband FIA die Technikfragen in der Formel 1 überblickte und damit wohl detailgenaues Wissen über bisherige und künftige Pläne der verschiedenen Teams hat. Nicht nur die Führung der Topteams Mercedes, Ferrari und Red Bull hat die sich abzeichnende Verpflichtung daher deutlich kritisiert.

          Abschleppdienst, bitte: Carlos Sainz junior fuhr seinen Wagen kaputt.
          Abschleppdienst, bitte: Carlos Sainz junior fuhr seinen Wagen kaputt. : Bild: AFP

          Trotz seiner Position als Geheimnisträger gilt für Budkowski nach seinem Rücktritt bei der FIA lediglich eine dreimonatige Sperre, bevor er sich innerhalb der Formel 1 einem neuen Arbeitgeber anschließen darf. Renault war 2016 als Werksteam in die Königsklasse zurückgekehrt und will spätestens 2020 wieder um Siege und den WM-Titel kämpfen. Auch die Verpflichtung Hülkenbergs vor der aktuellen Saison spielte bei diesem Plan eine große Rolle. „Marcins Mission ist es, den Standort Enstone weiter zu stärken, um Renault in die Lage zu bringen, die Top-Teams anzugreifen“, sagte Renault-Sportchef Cyril Abiteboul: „Seine Verpflichtung ist eine hervorragende Nachricht und zeigt, mit welcher Entschlossenheit wir an unseren Zielen arbeiten.“ Während das Auto in Enstone entsteht, wird der Renault-Motor im französischen Viry gebaut.

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