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Formel 1 : Red Bull kauft Jaguar - Toyota rettet Jordan

  • Aktualisiert am

Der Käufer ist gefunden, das Jaguar Team fährt unter dem Namen Red Bull weiter Bild: dpa/dpaweb

Den Formel 1-Teams Jaguar und Jordan ist doch noch ein entscheidender Schritt zur Existenzsicherung gelungen. Nach F.A.Z.-Informationen ist Jaguar von Red Bull gekauft worden. Jordan wird mit Toyota-Motoren starten.

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          Und sie bewegt sich doch, die Formel 1. Kurz vor dem Ablauf der Einschreibungsfrist für die Saison 2005 an diesem Montag ist den Rennställen Jaguar und Jordan doch noch ein entscheidender Schritt zur Existenzsicherung gelungen.

          Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ist Jaguar am Freitag vom österreichischen Getränkeunternehmen Red Bull gekauft worden. Der Konzern plant, den Handel und die Umbenennung an diesem Sonntag zu verkünden.

          Es bleibt beim Starterfeld von 20 Autos

          Gleichzeitig tauschten Jordan und Toyota am Standort des japanischen Rennteams in Köln technische Details für den Einsatz von Toyotas Formel-1-Motoren in den Autos des irischen Rennstalls aus. Da auch Minardis Teamchef und Besitzer Paul Stoddart erklärt hat, 2005 in jedem Fall wieder an den Start zu gehen, bleibt es bei einem Starterfeld von zwanzig Autos.

          Im Spätsommer noch hatte Max Mosley, der Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), den Rückzug von mindestens zwei Teams vorhergesagt. Die damit verbundene Drohung, die übrigen Teams müßten drei Autos ins Rennen schicken, um Vertragsverstöße mit den Fernsehsendern zu verhindern, ist damit gegenstandslos geworden.

          Jordan muß Gegenleistungen bieten

          Toyota wird als Retter in einer schwierigen Situation gefeiert. Jordan wird 2005 die gleichen Motoren erhalten wie das Werksteam. Das betrifft allerdings die Mechanik, nicht die Elektronik. Auf diesem Gebiet ist Jordan auf seine eigenen Experten angewiesen. Da im nächsten Jahr ein Motor zwei Rennen halten muß, halbiert sich theoretisch die Zahl der Grand-Prix-Aggregate im Vergleich zum Vorjahr (ein Motor pro Grand Prix). Als notorisch finanzklammes Team wird Jordan wie in der vergangenen Saison kaum testen. Deshalb reichen 40 Motoren für zwei Autos allemal.

          Das wäre ein Drittel dessen, was die großen Teams in der vergangenen Saison einsetzten. Toyota kann den Zusatzdienst relativ mühelos bestreiten. Allerdings werden die Kosten der Mehrproduktion keinesfalls durch die kolportierte Leasinggebühr in Höhe von rund zehn Millionen Dollar gedeckt. Für das "Schnäppchen" muß Jordan allerdings Gegenleistungen bieten. Der Aerodynamiker Nicolo Petrucci hat bereits einen Vertrag bei Toyota unterschrieben und wird nun wohl vorzeitig seinen Dienst in Köln antreten können. Darüber hinaus soll Toyotas australischer Nachwuchspilot Ryan Briscoe bei Jordan zum Grand-Prix-Fahrer reifen. Allerdings verlangte Teamboß Eddie Jordan für seine Fahrschuldienste sieben Millionen Dollar. Ob ein deutscher Fahrer den Platz neben Briscoe einnehmen wird, hängt von der Höhe der Mitgift ab. Zuletzt fuhren Nick Heidfeld und Timo Glock für Jordan.

          Unterdessen sickerte durch, daß die Autos des Red-Bull-Teams von den Motoren der ehemaligen Ford-Tochter Cosworth angetrieben werden. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hatte ebenfalls bei Toyota vorgesprochen, wollte dort aber neben den Antrieben auch das Getriebe kaufen. Das lehnte Toyota ab. Die Übernahme von Jaguar durch den Milliardär aus Österreich sichert nach dem Rückzug von Ford etwa 350 Stellen. Entsprechend fröhlich reagierten die Angestellten am Freitag auf die gute Nachricht. Das Rad dreht sich weiter.

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