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Formel 1 : Ralf Schumacher „tut mir Leid“

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Auf der Suche nach einem neuen Rennstall: Ralf Schumacher Bild: ddp

Auch wenn er selbst wohl keine Chance auf ein Cockpit bei McLaren-Mercedes hat, hofft Ralf Schumacher auf einen Abschied des Spaniers Fernando Alonso von den Silberpfeilen. Dann „wird sich das eine oder andere bewegen“, sagte Schumacher, der auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber ist.

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          Formel-1-Pilot Ralf Schumacher droht im Poker um einen neuen Arbeitsplatz die Verlierer-Rolle. „Seine aktuelle Situation tut mir ehrlich gesagt Leid, er kann sicher mehr, als das, was er gerade zeigen kann. Daraus zu schließen, dass er einen Sitz bei uns bekommen könnte, ist aber vollkommen falsch“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und schloss damit ein Engagement des Kerpeners bei McLaren- Mercedes aus. „Unsere Besetzung für 2008 ist vertraglich geregelt und somit fix“, betonte Haug.

          Allerdings bezweifeln selbst die Fahrerkollegen, dass Fernando Alonso sich definitiv auch im nächsten Jahr wieder dem internen Duell mit Lewis Hamilton stellt. Der Brite kann den Spanier bereits an diesem Sonntag (8.00 Uhr/RTL und Premiere) beim Großen Preis von China auf dem WM-Thron ablösen. Hamilton könnte sich als jüngster Pilot den WM-Titel mit 22 Jahren und 9 Monaten sichern. Auch dieses Prädikat würde Alonso, der zwölf Punkte Rückstand in der WM-Wertung vor dem 16. von 17 Saisonrennen hat, verlieren. „Jeder wartet darauf, was Fernando macht“, betonte Heikki Kovaleinen. Der Finne bekam in dieser Saison den freien Platz bei Renault, den Alonso nach seinem Weggang mit zwei WM-Fahrertiteln in der Tasche hinterlassen hatte.

          Alonso lässt Zukunft offen

          Der Teamchef der Franzosen und ehemalige Alonso-Manager, Flavio Briatore, bekräftige sein Interesse am ehemaligen Schützling. „Ich habe Fernando gesagt, dass wir ab jenem Moment, in dem er von McLaren frei gestellt ist, froh sein würden, ihn zurück zu bekommen“, zitierte ihn die italienische „Gazzetta dello Sport“. Briatore fügte hinzu: „Ich wäre dumm, das abzulehnen.“

          Stellt Alonso sich auch in der nächsten Saison dem internen Duell mit Hamilton?

          Fraglich ist aber ebenso wie eine Freigabe aus dem laufenden Vertrag, wie die weitere Zusammenarbeit zwischen Alonso und Teamchef Dennis nach den öffentlichen Anfeindungen (Dennis: „Er ist ein bemerkenswerter Einsiedler“) und den Machtkämpfen in dieser Saison weiter funktionieren soll. Ein Jahr Pause, wie es Formel-1-Chef Bernie Ecclestone vor einem möglichen Wechsel zu Ferrari ins Gespräch gebracht hatte, kommt für Alonso nicht in Frage. Offen lässt Alonso dennoch, ob er auch 2008 für McLaren-Mercedes startet.

          „Wenn er wechselt, wird sich das eine oder andere bewegen“, glaubt Ralf Schumacher. Eine Möglichkeit: Nico Rosberg wechselt von Williams zu McLaren-Mercedes. „Wir kommen gut zurecht. Also eines Tages könnte ich mir das natürlich schon vorstellen“, sagte der Wiesbadener. Kandidat auf eine Rosberg-Nachfolge im Williams-Cockpit oder als Nachfolger des weniger erfolgreichen Alexander Wurz aus Österreich ist Timo Glock. Nach eigenen Angaben steht Glock mit gleich drei Teams in Verhandlungen. Auch Toyota - dort ist Schumacher noch bis zum Saisonende angestellt - soll Spekulationen zu Folge dazugehören. Gemunkelt wird auch, dass Spyker-Pilot Adrian Sutil aus dem bayrischen Gräfelfing in ein stärkeres Team aufsteigen könnte.

          Landsmann Glock jedenfalls hat keine großen Zweifel an seinem generellen Formel-1-Engagement, zumal er sich bereits als frisch gebackener GP2-Meister auf den Spuren Hamiltons wähnen darf - der Engländer gewann den Titel 2006. „Ich bin sehr optimistisch“, sagte Glock. Mit einer Entscheidung rechnet der 25-Jährige rund um das letzte Saisonrennen am 21. Oktober in Sao Polo. Ob Ralf Schumacher dann auch schon Klarheit über seine Zukunft hat, ist fraglich. Neben dem neuen von McLaren-Mercedes voraussichtlich unterstützten Prodrive-Team und Spyker, das demnächst in indische Hände übergeht, bleiben nicht all zu viele Alternativen.

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