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Formel 1 : Rätselhafte Reifen

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Vettel über die neuen Reifen: „Es ist sehr schwer, irgendwas rauszulesen“ Bild: AFP

Der enorme Verschleiß der neuen Pirelli-Reifen bereitet den Formel-1-Teams Kopfzerbrechen. Die Pneus wurden für extreme Hitzebedingungen konstruiert. Bisher war es jedoch kalt.

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          Das größte Rätsel sind für Formel-1-Pilot Sebastian Vettel die neuen Reifen. 1574,94 Kilometer hat der dreimalige Weltmeister nun in seinem neuen Red Bull zurückgelegt, nicht immer ohne Probleme. Schnell scheint auch der RB9 wieder zu sein, mit dem Vettel seinen vierten Formel-1-Titel in Serie ansteuern will. Wo er vor seinen letzten beiden Testtagen in der kommenden Woche steht? Vettel weiß es nicht. „Es ist sehr schwer irgendwas rauszulesen, weil die Reifen ein so dominanter Faktor sind“, sagte er.

          Gummifetzen auf dem Asphalt

          Das Problem: Die neuen Reifen von Pirelli wurden so konstruiert, dass sie bei Rennen auch unter extremen Hitzebedingungen halten. Nicht aber bei eher kühlen Temperaturen wie bei den Tests zu Monatsbeginn in Jerez de la Frontera oder in dieser und nächster Woche auf dem Circuit de Catalunya. Derartige Bedingungen herrschen normalerweise bei keinem der 19 Rennen. Die klimatischen Voraussetzungen in Barcelona und die Tatsache, dass die Teams mit ihren neuen Wagen dabei seien, das Zusammenspiel zwischen Auto und Reifen zu optimieren, würden dazu führen, dass „das Niveau des Abriebs fern der üblichen Parameter“ liege, erklärte Pirellis Motorsportchef Paul Hembery an diesem Donnerstag.

           „Wir sind zuversichtlich, dass die Reifen in den Bereichen arbeiten, wie sie sollen, wenn wir erstmal in Melbourne sind“, meint Pirellis Motorsport-Direktor Hembery (im Bild zweiter von rechts)

          Und so kommt es, dass abends kleine Gummifetzen auf dem Asphalt liegen, wohin man auch schaut. Wenn die Motoren der Rennwagen abgekühlt sind, tuckert die Kehrmaschine den Circuit de Catalunya entlang. Streckenposten pusten mit überdimensionalen Staubsaugerrohren den Asphalt sauber. In den Motorhomes grübeln Fahrer und Ingenieure weiter über den hohen Verschleiß der neuen Pirelli-Reifen. „Wir kämpfen noch mit den Reifen, damit sie halten“, schilderte Vettel.

          Die Herausforderung ist gewollt. „Unsere Reifenpalette für 2013 mischt die Karten noch einmal. Sie soll beim Überholen helfen und zwei bis drei Boxenstopps garantieren“, sagt Hembery. Analysen der Rennen 2011 und 2012 hätten ergeben, dass die Teams gegen Ende jeweils das Verhalten der Reifen vollständig ergründet und verstanden hatten. Das Ergebnis: „Weniger Wettbewerb und manchmal nur ein Boxenstopp“. Das soll diesmal nicht nur zu Beginn der neuen Saison anders werden. Dadurch, dass bestimmte Reifentypen noch schneller auf Temperatur kommen, genauso fix aber auch abbauen, sind die Rennstrategen gefragt - und Fahrer mit Feingefühl.

          Vettel bleiben noch zwei Testtage, um sich an die neuen Pneus zu gewöhnen. Bis zur letzten Testphase vom 28. Februar bis 3. März dürften die Temperaturen aber auch nicht sprunghaft steigen, ehe am 17. März der Startschuss für die Saison 2013 mit dem Großen Preis von Australien fällt. „Wir sind zuversichtlich, dass die Reifen genau in den Bereichen arbeiten, wie sie sollen, wenn wir erstmal in Melbourne sind“, sagte Hembery.

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