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Formel 1 : Räikkönen droht mit Streik

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„Ich bin nur hierhergekommen, damit wir hoffentlich eine Einigung finden“: Kimi Räikkönen Bild: REUTERS

Nachdem Kimi Räikkönen zunächst nicht an der Strecke erschienen war, steht der Zoff mit seinem Lotus-Rennstall vor der Eskalation. Es geht um Geld, das dem künftigen Ferrari-Piloten offensichtlich noch nicht gezahlt wurde.

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          Kimi Räikkönen hat seinem Lotus-Rennstall im Streit um ausstehende Gelder eiskalt mit einem Boykott der letzten beiden Saisonrennen gedroht. Er habe in diesem Jahr noch keinen Euro bekommen, sagte der Finne am Freitagabend nach dem Training zum Großen Preis von Abu Dhabi.

          Der Zoff spitzte sich damit dramatisch zu, nachdem Räikkönen schon am Vortag zu den üblichen Medienrunden nicht erschienen war. „Ich bin nur hierhergekommen, damit wir hoffentlich eine Einigung finden“, erklärte der frühere Weltmeister, der cool mit verspiegelter Sonnenbrille Rede und Antwort stand.

          Offiziell hatte der Rennstall am Donnerstag die Abstinenz des aktuellen WM-Dritten und Champions von 2007 mit einer späteren Anreise wegen des späteren Rennstarts begründet. Glaubhaft war das nicht. Er habe Spaß am Rennen fahren, erklärte Räikkönen nun, „aber ein großer Teil ist Business“, sagte er: „Wenn dies manchmal nicht so gehandhabt wird wie es sollte, enden wir in einer unglücklichen Situation.“

          Irgendwo müsse man die Grenze ziehen und wenn diese überschritten werde, meinte der 34-Jährige, „ist es nicht mehr mein Fehler“. Welche Folgen ein Streik des unbeirrbaren Finnen haben könnte, ist zunächst offen. Vertraglich müsste er zu einem Start verpflichtet sein. In der WM-Wertung würde er mit einem Rennverzicht in den Vereinigten Staaten und Brasilien den noch möglichen Vizerang hinter Vierfach-Weltmeister und Kumpel Sebastian Vettel riskieren.

          „Er hätte sein Geld bekommen“

          Allerdings kommt der Ärger ums Geld nicht zum ersten Mal. Räikkönen hatte als Grund für seinen Wechsel die ausstehenden Gehaltszahlungen genannt. Lotus-Mitbesitzer Gerard Lopez hatte am Rande des Nachtrennens in Singapur mit Verwunderung und Unverständnis darauf reagiert. „Er hätte sein Geld wie in den vergangenen Jahren und wie vereinbart am Ende der Saison bekommen“, hatte der Luxemburger damals erklärt.

          Pikanterweise hatte er Freitag dennoch seinen finnischen Starpiloten in Schutz genommen. In einem langen Interview auf der Team-Homepage lobte er Räikkönen und bezeichnete ihn als einen Freund. Der Finne werde oft missverstanden. Die Aussagen des „Iceman“ nach dem Training ließen aber kaum Interpretationsspielraum.

          Laut einem Bericht der BBC beträgt Räikkönens Gehalt acht Millionen Euro zuzüglich 50.000 Euro pro Punkt. Bislang holte der Auftaktsieger in dieser Saison 183 Zähler. Damit würden weitere 9,15 Millionen Euro hinzukommen - in der Endabrechnung wären zum aktuellen Zeitpunkt also 17,15 Millionen fällig.

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