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Formel-1-Qualifying : Vettel im Kampfmodus

„Ich denke, das Ergebnis ist mehr oder weniger das Maximum“: Sebastian Vettel Bild: AFP

Der deutsche Weltmeister startet zwar nur aus der dritten Reihe, aber liegt vor seinem Rivalen Alonso. Bei Ferrari wird beim Heimspiel in Monza geflucht. Vorne landen im Qualifying Hamilton und Button.

          2 Min.

          Er sah nicht gerade aus wie ein Gewinner des Nachmittags, Sebastian Vettel (Red Bull) hat andere Ansprüche als einen Platz in der dritten Startreihe (5.). Wer dem Fünfundzwanzigjährigen nach dem Qualifikationstraining zum Großen Preis von Italien an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr / Live im Formel-1-Ticker von FAZ.NET) ins Gesicht schaute, der sah einen nachdenklichen jungen Mann.

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein paar Meter entfernt, in der Box von Ferrari, aber fluchten sie sogar und wollten überhaupt nicht glauben, dass technische Probleme ihren Star Fernando Alonso auf seiner Fahrt nach ganz vorne stoppten. Ausgerechnet in Monza, vor Zehntausenden Tifosi. Der WM-Führende aus Spanien geht nur als Zehnter ins Rennen, und Vettel könnte seine Aufholjagd in der Gesamtwertung fortsetzen.

          „Ich denke, das Ergebnis ist mehr oder weniger das Maximum“, sagte der Deutsche. Es ist offensichtlich, dass er mit seinem Boliden nicht zurecht kommt auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza. Am Ende trennten ihn acht Zehntelsekunden von Lewis Hamilton (McLaren), der von der Pole Position aus startet. Die Vollgas-Veranstaltung in Italien ist gleichbedeutend mit dem Abschied der Formel 1 aus Europa für diese Saison.

          Damit geht der Kampf um den Titel in seine entscheidende Phase, und vieles deutet darauf hin, dass es ein Dreikampf zwischen Alonso (164 Punkte), Vettel (140) und Hamilton (117) wird – und womöglich rückt das Trio nach diesem Wochenende noch enger zusammen. „Auf dem Kurs geht es in erster Linie um die Leistung. Das ist nicht unsere Stärke“, sagt Red-Bull-Teamchef Christian Horner. „Im Rennen werden wir aber stärker sein.“

          Darauf hofft auch Vettel-Teamkollege Mark Webber (11.). Leistung aber ist eher die Stärke des Rennwagens von Hamilton und Jenson Button, der sich als Zweiter qualifizierte. „Wir haben nichts besonders Cleveres versucht, wir waren einfach schneller“, sagte McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh. So einfach kann Motorsport manchmal sein.

          Die ersten Drei des Qualifyings von Monza: Hamilton vor Button vor Massa Bilderstrecke
          Die ersten Drei des Qualifyings von Monza: Hamilton vor Button vor Massa :

          Der beste Deutsche war am Samstag auch der älteste: Michael Schumacher geht von Platz vier ins Rennen und spekuliert deshalb sogar auf einen Platz auf dem Podium. „Es wäre sicherlich sehr schön, gerade hier in Monza. Es ist eines der Podien mit der schönsten Atmosphäre. Träumen soll erlaubt sein“, sagte der Dreiundvierzigjährige.

          Sein Teamkollege Nico Rosberg steht als Sechster eine Reihe hinter ihm: „Unser Tempo ist im Rennen ja meist sehr gut. Deshalb sollte es möglich sein, gute Punkte zu holen.“ Zu einer Enttäuschung wurde der Samstag hingegen für Nico Hülkenberg, der seinen Force India wegen Motorproblemen schon nach wenigen Metern abstellen musste und deshalb als 24. und Letzter starten wird.

          Startaufstellung beim Grand Prix von Italien

          1. Startreihe:

          1. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:24,010 Min.
          2. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:24,133

          2. Startreihe:

          3. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:24,247
          4. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:24,540

          3. Startreihe:

          5. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:24,802;
          6. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:24,833

          4. Startreihe:

          7. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:24,855
          8. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:25,109

          5. Startreihe:

          9. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:24,304 + 5 Plätze/Getriebewechsel
          10. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:25,678

          6. Startreihe:

          11. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:24,809
          12. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:24,901

          7. Startreihe:

          13. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:25,042
          14. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:25,312

          8. Startreihe:

          15. Jérôme D’Ambrosio (Belgien) Lotus 1:25,408
          16. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:25,441

          9. Startreihe:

          17. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:26,382
          18. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:26,887

          10. Startreihe:

          19. Timo Glock (Wersau) Marussia 1:27,039
          20. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:27,073

          11. Startreihe:

          21. Narain Karthikeyan (Indien) HRT 1:27,441
          22. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:24,820 + 10 Plätze/Regelverstoß GP Belgien

          12. Startreihe:

          23. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:27,629
          24. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India -

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