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Formel-1-Qualifying : Nicht der Tag der Deutschen

  • -Aktualisiert am

Kein Spaß für den Weltmeister: Sebastian Vettel fährt im Qualifying von Spa nur auf Platz zehn Bild: AFP

Bei der Jagd auf den besten Startplatz sind die Deutschen in Spa zu langsam. Vettel startet als Bester aus dem Land der Autofahrer von Rang zehn. Auch Schumacher ergeht es vor seinem 300. Rennen nicht besser. Button belegt die Pole Position.

          1 Min.

          Erstmals seit 2006, seit das Qualifikationssystem der Formel 1 geändert wurde, hat es kein Pilot aus dem Land der Autofahrer geschafft, aus eigener Kraft unter die besten Zehn in der Startaufstellung eines Grand Prix zu kommen.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Weltmeister Sebastian Vettel startet zwar als Zehnter in den Großen Preis von Belgien an diesem Sonntag in Spa-Francorchamps. Der Red-Bull-Pilot profitiert allerdings von einer Strafversetzung seines Teamkollegen Mark Webber auf Rang zwölf wegen eines Getriebewechsels.

          Bei der Jagd auf den besten Startplatz war Vettel nur Elfter geworden vor Nico Hülkenberg im Force India und Michael Schumacher (13.): „Mehr war nicht drin“, sagte der Rekord-Weltmeister vor seinem 300. Rennen, „wenn Seb Elfter wird, dann sieht man mal, wie eng es zugeht.“

          Und wie überraschend die Formel 1 selbst im Spätsommer noch sein kann. Ein Japaner in der ersten Startreihe? Das hatte es acht Jahre nicht mehr gegeben. Hinter dem souveränen Schnellsten, Jenson Button (McLaren), taucht Kamui Kobayaschi im Sauber als Zweiter auf.

          Vielleicht spielte bei dieser Konstellation auch das Wetter eine kleine Rolle. Am verregneten Freitag hatten die Teams keine Daten für die Abstimmung der Autos auf trockener Piste sammeln können. Es schien am Samstagnachmittag so, als hätten einige der üblichen Kandidaten für die ersten Ränge nicht in die richtige Spur gefunden.

          Mercedes leistet sich den nächsten Fehler

          Oder aber sie verfolgten unterschiedliche Strategien. Button wählte eine Variante mit vergleichsweise wenig Abtrieb. Im ersten und letzten Sektor mit Geraden und Hochgeschwindigkeitskurven sauste er davon. Der Weltmeister von 2009 wird wohl kaum zu überholen sein, falls die Reifen halten.

          Was aber, wenn seine Pneus im kurvigen Mittelsektor wegen des geringeren Anpressdruckes schneller verschleißen? „Kann sein, muss nicht“, sagte der Brite nach seiner ersten Pole-Position seit Monaco 2009.

          Immer schön vornweg. Jenson Button ist der Schnellste in Belgien
          Immer schön vornweg. Jenson Button ist der Schnellste in Belgien : Bild: AFP

          Buttons Teamkollege Lewis Hamilton (8.) und auch die Lotus-Fraktion mit dem erstbesten Siegkandidaten Kimi Räikkönen (4.) entschieden sich für die andere Variante. So wie Kobayashi, dem im mittleren Sektor nicht unerwartet die Bestzeit gelang.

          Und Mercedes? Leistete sich den nächsten Fehler. Nico Rosberg kam bei seinem letzten Versuch im ersten Durchgang zu spät zur Startlinie: 18. Wegen eines Getriebewechsels wird er auf Platz 23 zurückgesetzt. So gewann Timo Glock im Marussia seinem Ergebnis (21.) etwas Gutes ab: Er fuhr 1,2 Sekunden langsamer als Rosberg und steht doch vor ihm.

          Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps:

          Startaufstellung:

          1. Startreihe:

          1. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:47,573 Min.
          2. Kamui Kobayashi (Japan) Sauber 1:47,871

          2. Startreihe:

          3. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:48,205
          4. Sergio Perez (Mexiko) Sauber 1:48,219

          3. Startreihe:

          5. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:48,313
          6. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:47,893 (wegen Behinderung drei Plätz zurückversetzt)

          4. Startreihe:

          7. Lewis Hamilton (England) McLaren Mercedes 1:48,394
          8. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:48,538

          5. Startreihe:

          9. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:48,890
          10. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:48,792

          6. Startreihe:

          11. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:48,855
          12. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:48,392 + 5 Plätze/Getriebewechsel

          7. Startreihe:

          13. Michael Schumacher (Kerpen) Mercedes 1:49,081
          14. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:49,147

          8. Startreihe:

          15. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:49,354
          16. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:49,543

          9. Startreihe:

          17. Bruno Senna (Brasilien) Williams 1:50,088
          18. Heikki Kovalainen (Finnland) Caterham 1:51,739

          10. Startreihe:

          19. Witali Petrow (Russland) Caterham 1:51,967
          20. Timo Glock (Wersau) Marussia 1:52,336

          11. Startreihe:

          21. Pedro de la Rosa (Spanien) HRT 1:53,030
          22. Charles Pic (Frankreich) Marussia 1:53,493

          12. Startreihe:

          23. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:50,181 + 5 Plätze/Getriebewechsel
          24. Narain Karthikeyan (Indien) HRT 1:54,989

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