https://www.faz.net/-gtl-witg

Formel 1-Qualifikation : Kovalainen und Hamilton strafversetzt

  • Aktualisiert am

Bummelei auf der Ideallinie: Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen Bild: AP

Wegen Bummelns auf der Ideallinie sind die McLaren-Mercedes-Piloten Kovalainen und Hamilton in der Startaufstellung für den Großen Preis von Malaysia um fünf Ränge nach hinten auf die Plätze acht und neun strafversetzt worden. Ferrari mit beiden Fahrern in der ersten Reihe freut sich doppelt.

          3 Min.

          Doppelter Rückschlag für die Silberpfeile: Während Ferrari mit Hochgeschwindigkeit erst einmal auf die Erfolgsspur zurückgekehrt ist und die erste Startreihe beim Großen Preis von Malaysia eroberte, wurden beide McLaren-Mercedes-Piloten wegen Bummelns auf der Ideallinie strafversetzt. WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton muss aus der fünften Reihe von Rang neun ins Rennen an diesem Sonntag gehen. Teamkollege Heikki Kovalainen startet vom achten Platz aus in den zweiten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft.

          An der Spitze des Feldes werden Pole-Mann Felipe Massa und Weltmeister Kimi Räikkönen stehen. Der deutsche Nick Heidfeld, der ebenso wie Fernando Alonso von den Silberpfeilen in der Qualifikation am Samstag aufgehalten worden war, rückt auf Platz fünf vor. Der Mönchengladbacher hatte auf seiner schnellen Runde dem McLaren-Mercedes-Duo ausweichen müssen. Letztlich gelang dem Zweiten beim Saisonauftakt in Melbourne nur die siebtbeste Zeit.

          Die deutschen Piloten im hinteren Bereich

          „Vor Kurve vier habe ich viel Zeit verloren, weil dort beide McLaren-Mercedes auf der Ideallinie rollten. Das hat mich sicher zwei Zehntelsekunden gekostet und das hätte sicher Platz drei anstatt Platz sieben bedeutet“, schimpfte der Mönchengladbacher. Er habe bei 289 Stundenkilometern zum Slalom um die rund 210 Stundenkilometern langsameren, weil Sprit sparenden Silberpfeile ansetzen müssen. „Es waren einige Autos langsam unterwegs“, meinte Heidfeld, fügte aber betont hinzu: „Die standen nicht im Weg.“

          Bummelei auf der Ideallinie: Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen Bilderstrecke

          Für die vier weiteren Piloten aus der schwarz-rot-goldenen Gilde machte sich die Versetzung des McLaren-Mercedes-Duos hingegen nicht bemerkbar: Timo Glock aus Wersau blieb im Toyota Zehnter, Sebastian Vettel aus Heppenheim im Toro Rosso 15., Nico Rosberg aus Wiesbaden im Williams-Toyota lediglich 16., Adrian Sutil aus Gräfelfing im Force India 20.

          Ferrari eine Klasse für sich

          Auch ohne die Rückversetzung der ärgsten Rivalen in der Startaufstellung war Ferrari zumindest 24 Stunden vor dem zweiten WM- Lauf (Start 8.00 Uhr MEZ/RTL und Premiere) eine Klasse für sich. Der Brasilianer Massa drehte im entscheidenden Durchgang in 1:35,748 Minuten die schnellste Runde auf dem 5,543 Kilometer langen International Sepang Circuit und holte sich vor der zehnten Auflage des Malaysia-Rennens die zehnte Pole Position seiner Karriere. Räikkönens Rückstand betrug 0,482 Sekunden. Fast eine Sekunde langsamer als Massa waren Kovalainen (0,865) und der WM-Führende und Australien-Sieger Hamilton (0,961) gewesen.

          „Wir haben einen sehr guten Job gemacht und das Maximum aus dem Auto rausgeholt“, meinte Pole-Mann Massa. „Es liegt nun an uns“, ergänzte Nebenmann und Teamkollege Räikkönen, nachdem die beiden vor einer Woche beim Auftakt in Melbourne wegen Motorenproblemen im Rennen nicht einmal das Ziel und am Ende zusammen nur einen Punkt durch Räikkönens achten Platz erreicht hatten. „Wir sind in einer starken Position“, meinte Räikkönen mit Blick auf das Rennen. Wohlwissend um das Wetter-Vabanquespiel. „Wenn es hier regnet, kann alles passieren“, meinte Räikkönen. Gleichwohl unterstrich er den Vorteil, insbesondere bei Niederschlag aus der ersten Reihe starten zu können.

          Der nette Finne: „Nicht mein erstes Ziel, Lewis zu schlagen“

          Dort hätten die Rivalen von McLaren-Mercedes nur zu gern gestanden, deren Aufholjagd nun von noch weiter hinten beginnen muss. „Wir akzeptieren das Urteil der Sportkommissare und fahren jetzt halt von weiter hinten los - wer weiß, wofür dies gut ist, vielleicht sind wir so am Ende der lachende Dritte, der profitiert, wenn zwei sich vor uns streiten“, lautete der Kommentar von Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. „Wir hatten gehofft, ein paar Plätze weiter vorn zu landen“, hatte Kovalainen am Samstag in der „Sauna“ von Sepang - 30 Grad Celsius und über 80 Prozent Luftfeuchtigkeit - zuvor eingeräumt.

          Zu diesem Zeitpunkt ging der Finne noch vom dritten Rang aus. „Der dritte Platz ist das Beste, das wir schaffen konnten“, hatte er gesagt, ehe das sportgerichtliche Nachspiel seinen Lauf nahm und viereinhalb Stunden später entschieden war. Kovalainen hatte sich auch sichtlich bemüht, den Erfolg im internen Duell mit Vizeweltmeister Hamilton herunterzuspielen: „Ich muss betonen, dass es nicht mein erstes Ziel ist, Lewis zu schlagen.“ WM-Spitzenreiter Hamilton, der sechs Tage zuvor von der Pole Position aus den in Melbourne souverän gewonnen hatte und nun das Feld von der Mitte aus aufräumen muss, ärgerte sich am meisten über sich selbst. „Um ehrlich zu sein, habe ich heute keinen perfekten Job gemacht“, räumte der 23-Jährige ein, der nach eigener Aussage mit dem wenigen Grip auf der Strecke zu kämpfen hatte.

          Weitere Themen

          „Das ist eine irre Entwicklung“

          Eintracht Frankfurt : „Das ist eine irre Entwicklung“

          Mitgliederrekorde, Umsatzrekorde, Beliebtheitsrekorde: Die Frankfurter Eintracht wächst über sich hinaus. Sie sieht sich als zweitbeliebtesten Bundesligaklub bei jungen Menschen.

          Topmeldungen

          Das neues Coronavirus hat Deutschland erreicht, sagt der Präsident des
Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit,
Andreas Zapf (2.v.r.), am Dienstag in München.

          Deutscher Coronavirus-Fall : Behörden prüfen 40 Kontaktpersonen

          Dem Erkrankten aus Starnberg geht es laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit „sehr gut“. Er hat sich wohl bei einer Kollegin aus China angesteckt. Nun wird überprüft, ob sich weitere Personen infiziert haben könnten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.