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Presse zum Formel-1-Chaos : „Mehr Wahnsinn? Geht nicht!“

  • Aktualisiert am

Kurioses in Hockenheim: Ferraris Charles Leclerc ist eingeschlagen, Mercedes’ Lewis Hamilton kommt von der Strecke ab. Bild: AFP

Hockenheim sieht ein verrücktes Formel-1-Rennen im Regen. Die Presse ist begeistert und lobt vor allem zwei Fahrer. Ganz und gar nicht gut läuft es für Mercedes am „Armageddon-Wochenende“.

          Beim Formel-1-Rennen in Hockenheim hat Ferrari-Star Sebastian Vettel nach einer sensationellen Aufholjagd den zweiten Platz belegt. Der 32-Jährige aus Heppenheim musste sich am Sonntag nur Red-Bull-Pilot Max Verstappen aus den Niederlanden geschlagen geben. Zu dem Rennen schreiben internationale Medien:

          Großbritannien

          „The Guardian“: „Was für Mercedes ein Heimsieg hätte werden sollen, verwandelte sich in eine aschfahle Niederlage, wie sie das in den vergangenen fünf Jahren dominierende Formel-1-Team selten erlebt hat. In dieser Zeit hat das deutsche Team fast wie eine Gottheit an der Spitze dieses Sports gestanden, aber unter einem Unheil verkündenden, grauen Himmel griff Teamchef Toto Wolff zu apokalyptischen Bildern und sprach von einem „Armageddon-Wochenende“. Red Bulls Max Verstappen holte den Sieg mit dem wohl beeindruckendsten und kontrolliertesten Fahrstil, den der 21-Jährige in seiner Karriere geliefert hat, und dies unter tückischen Bedingungen, die weitaus ältere und erfahrenere Fahrer erwischt hatten.“

          „Telegraph“: „Max Verstappen gewinnt einen Horrorfilm von einem Großen Preis von Deutschland, in dem Mercedes bei Regen seine Fassung verlor. Die amtierenden fünfmaligen Weltmeister sind stolz darauf, nichts dem Zufall zu überlassen, aber hier löste sich ihre Gelassenheit einfach in den launischen Verhältnissen auf. Sebastian Vettel entfachte eine lange verlorene Magie, um vom 20. Auf den zweiten Rang vorzufahren.“

          „Sun“: „Max Joy! Max Verstappen hauchte dieser Formel-1-Saison mit seinem hervorragenden Sieg bei einem actiongeladenen, regennassen Großen Preis von Deutschland neues Leben ein. Während des gesamten Rennens ging es dramatisch zu, während Mercedes bei seinem Heimrennen von einer Verlegenheit in die nächste geriet. Alle im Team zogen sich 50er-Jahre-Outfits an – vielleicht wären sie nächste Woche in Budapest mit Clown-Outfits besser dran. Vettel, der dieses Rennen unbedingt gewinnen wollte, zeigte eine herkulische Leistung und wurde Zweiter.“

          Frankreich

          L‘Equipe: „Vettel erlöst sich. Der Deutsche fuhr ein nahezu perfektes Rennen und brachte seine Kritiker zum Schweigen. In schwierigen Bedingungen stellte Verstappen sein Talent erneut unter Beweis, indem er vor Vettel und Kwjat gewann. Für andere wie Bottas oder Leclerc, die die Gelegenheit hatten zu glänzen, war es eine kalte Dusche. Für Mercedes endete die Geburtstagsparty in Hockenheim mit einem Kater.“

          Italien

          „La Repubblica“: „Ein verrückter Großer Preis von Deutschland. Regen, Safety-Car und Aufgaben – in Hockenheim passierte alles. Am Ende ist es der niederländische Formel-1-Pilot, der dem Ferrari des Deutschen und dem Toro Rosso von Kwjat zuvorkommt. Es war ein elektrisierender Großer Preis, der bisher spannendste der Saison.“

          „Corriere dello Sport“: „Max Verstappen gewinnt einen unglaublichen deutschen Grand Prix. Der niederländische Red-Bull-Pilot triumphiert im strömenden Regen von Hockenheim in einem Rennen voller Wendungen, Aufgaben und riskanten Strategien. Von ganz hinten gestartet, erobert Sebastian Vettel noch den zweiten Platz auf dem Podium.“

          „Tuttosport“: „Verstappen erklärt, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Er ist reifer geworden und beweist, mit Problemen umgehen zu können, Hamilton fährt diesmal unter seinen Standards. Er begeht alle Fehler, die er in den letzten drei Jahren nicht gemacht hat.“

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