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Formel-1-Pilot Vettel : Auf der roten Welle in Monza

Der Held in Rot: Sebastian bei einer Präsentation in Mailand Bild: AP

Erstmals seit Jahren ist Ferrari schneller als Mercedes. Sebastian Vettel steht vor der Chance seines Lebens: Er kann mit Ferrari auf der Heimstrecke gewinnen und die Basis legen für Weltmeistertitel und Legendenstatus.

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          Ein Deutscher gewinnt in Monza mit Ferrari-Motor im Heck seines Rennwagens, und die englischen Formel-1-Kommentatoren fühlen sich „wie frisch verliebt“. Dieser Sieg? „Eines der großartigsten Dinge, die ich je in der Formel 1 gesehen habe“, ruft der Mann am ITV-Mikrofon. Sebastian Vettel, der Mann am Steuer, spricht im Moment seines größten Sieges auch englisch, er wisse nicht, was er sagen solle, „mir fehlen die Worte“, dann wechselt er die Sprache, funkt italienisch mit Schönheitsfehlern. „Grazie mille, grazie mille, un gara perfetto.“

          Autodromo Nazionale di Monza, 14. September 2008. Der 21 Jahre alte Vettel aus Heppenheim an der Bergstraße ist der jüngste Grand-Prix-Sieger, den die Formel 1 bis dahin gesehen hat. Weil Vettel das Kunststück gelingt, unter schwierigen, teils feuchten, teils durch und durch nassen Bedingungen in einem bestenfalls zweitklassigen Toro Rosso mit einem Achtzylinder-Motor von Ferrari zwar, aber einer Entwicklungsstufe des Vorjahrs, den Großen Preis von Italien zu gewinnen. In einem Auto „mit Minardi-DNA!“, wie es im englischen Fernsehen heißt, um zu unterstreichen, dass gerade etwas ganz und gar Außergewöhnliches geschehen ist: Ein Siegerauto aus dem Rennstall, der bis kurz zuvor der running gag der Serie war, als Haufen der Bastler und Hinterherfahrer galt.

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