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Kein Deutschland-Rennen : Notkalender der Formel 1 vorerst ohne Hockenheim

  • Aktualisiert am

Ob auf dem Hockenheimring in diesem Jahr die Formel-1-Räder rollen, ist weiter ungewiss. Bild: dpa

Am 5. Juli soll die Formel 1 nach der Corona-Verschiebung in die neue Saison starten. Es soll ein rasanter Auftakt werden. Hockenheim ist in einem ersten Entwurf doch nicht dabei. Das muss aber nichts heißen.

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          Der Formel-1-Auftakt könnte zum Stress- und Hitzetest werden – aber ohne Deutschland. In einem ersten Notkalender taucht der Hockenheimring als Austragungsort zunächst nicht auf, berichtete das Magazin „auto, motor und sport“ am Donnerstag auf seiner Homepage. Die Verantwortlichen des Kurses in Nordbaden hatten ihre Bereitschaft erklärt, in dieser Saison einzuspringen, nachdem durch die Coronavirus-Pandemie die ersten zehn Rennen hatten verschoben oder abgesagt werden müssen. Über Österreich, Ungarn, Großbritannien, Spanien, Belgien und Italien würde es dem Bericht zufolge auf den Übersee-Trip gehen.

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          Aufgeben müssen die deutschen Fans und auch Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel die Hoffnungen auf einen Heim-Grand-Prix aber auch noch nicht. In den ungewissen Zeiten durch die Ausbreitung von Sars-CoV-2 stehen die Formel-1-Verantwortlichen bei ihrer Saisonplanung weiter vor vielen Unwägbarkeiten. Auch unter den Übersee-Rennen gebe es noch einige Wackelkandidaten, schrieb das Magazin. „Hier bestehen gute Chancen für Hockenheim, doch noch einen Platz im Kalender zu ergattern.“

          Klar ist derzeit eigentlich nur, dass all die Rennen in Europa ohne Zuschauer stattfinden dürften. Zandvoort verzichtet daher auch ganz auf eine Comeback in diesem Jahr. Die Niederländer wollen die Rückkehr mit Fans zur großen Oranje-Sause 2021 machen, wie sie am Donnerstag erklärten. Der Auftakt in die diesjährige Saison soll am 5. Juli in Österreich erfolgen, eine Woche später abermals in Spielberg gefahren werden. Die Entscheidung darüber soll unmittelbar nach Pfingsten fallen, kündigte Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz an.

          Die Formel 1 hat wie auch die Fußball-Bundesliga in Deutschland ein Hygiene- und Sicherheitskonzept erstellt, demzufolge die Gefahr für alle Beteiligten so gering wie möglich gehalten werden soll. Bei den Rennen in Österreich sollen laut Veranstalter höchstens 2000 Personen dem Tross der Rennserie angehören. Weitere Maßnahmen wie die Unterbringung von Teams in getrennten Hotels sind vorgesehen. Knackpunkt bei der Durchführung der Notsaison könnten aber immer wieder die unterschiedlichen Ein- und Ausreisebestimmungen sein.

          Einem Bericht der Zeitung „Vietnam News“ zufolge planen die lokalen Veranstalter in Hanoi zum Beispiel, die Premiere nur vor einheimischen Zuschauern steigen zu lassen. Internationale Besucher soll es demnach nicht geben. Ein Rennen komplett ohne Zuschauer würde einen Verlust von rund 32 Millionen Euro für die Veranstalter bringen, schrieb die Zeitung. Das Rennen, das für den 5. April vorgesehen war, könnte im November in Asien nachgeholt werden.

          Vorher muss die Formel 1 aber erstmal die Europa-Tournee den Umständen entsprechend unfallfrei schaffen. Nach den beiden Spielberg-Rennen würde in Budapest am 19. Juli das dritte Rennen in drei Wochen starten. Von dort ginge es weiter nach Silverstone zu den Rennen am 2. und 9. August, am 16. August würde der Große Preis im heißen Spanien nachgeholt, zwei Wochen später der Klassiker in Spa-Francorchamps steigen und wiederum eine Woche später der Große Preis von Italien folgen. Danach würde die Übersee-Reise beginnen – oder womöglich doch ein Abstecher nach Deutschland.

          Motorsport-Weltrat beschließt Budgetobergrenze für Formel 1

          Die Formel 1 bekommt ihre verschärfte Budgetobergrenze. Der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes Fia segnete am Mittwoch das Kostenlimit ab kommendem Jahr ab. Für 2021 liegt die Grenze pro Rennstall bei 145 Millionen Dollar (133 Millionen Euro) basierend auf 21 Grand Prix. 2022 sinkt das Limit auf 140 Millionen Dollar (128 Millionen Euro). Für die Jahre 2023 bis 2025 dürfen die Teams jeweils 135 Millionen Dollar (123 Millionen Euro) ausgeben. Unter anderem die Fahrergehälter fallen nicht unter das Limit. Die einst für 2021 beschlossenen 160 Millionen Euro pro Team und Jahr waren längst überholt, der Sparzwang aufgrund der Corona-Krise hat zu einem radikaleren Umdenken in der Formel 1 geführt. Vor allem Ferrari hatte sich aber zuletzt noch vehement gegen eine weitere Senkung der Ausgabengrenze ausgesprochen. (dpa)

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