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Formel 1 : Neustart ohne Extraschub

  • -Aktualisiert am

Kopf hoch: Bei BMW hadert nicht nur Robert Kubica mit dem bisherigen Saisonverlauf Bild: dpa

BMW-Sauber erlebt die Saison bisher als einzige Krise. Nun sollen Veränderungen der Aerodynamik für Erfolge sorgen - dafür wird vorerst sogar auf Kers verzichtet. Beim Rennen an diesem Sonntag in Barcelona zeigt sich, ob das hilft.

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          Der Schirm seiner Kappe verdeckte viel von Robert Kubicas Gesicht. Was zu sehen war, kurz nach dem Qualifikationstraining der Formel 1 zum Großen Preis von Spanien an diesem Sonntag, zeugte nicht von großer Freude. Der Pole wirkte bei seinem Spaziergang durch das Fahrerlager nach Platz zehn eher enttäuscht. In diesem Gefühl aber steckt die gute Nachricht. Denn mit dem BMW-Sauber wäre auf dem „Circuit de Catalunya“ viel mehr drin gewesen. Ein Vertauschen der Vorderreifen bremste Kubica im dritten Teil des Zeittrainings, dem Wettrennen der besten zehn um die Pole Position. Im zweiten Durchgang aber lag der 24 Jahre alte Pilot als Achter mit nur einem Versuch nicht mehr als 0,45 Sekunden Rückstand hinter dem Schnellsten: „Die Leistungsfähigkeit des Autos hat heute den erhofften Aufwärtstrend gezeigt“, sagte Teamchef Mario Theissen. BMW nimmt wieder Fahrt auf.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Der neue Schwung kommt zur richtigen Zeit. Seit sich BMW nach der Trennung von Williams im Alleingang versuchte, war das Team Jahr für Jahr aufgestiegen. Schneller als geplant. Der erste Sieg im vergangenen Jahr, die Etablierung unter den besten drei, die Bayern wähnten sich auf dem Sprung. 2009 wollten sie um die WM mitfahren.

          Stattdessen aber ringt der Rennstall wie kein anderer namhafter auf der ganzen Linie um Form und Fassung. Die Lage scheint so bedrohlich, dass selbst Freunde und Förderer angesichts der Generalkrise rund ums Auto um die Zukunft des schnellsten BMW bangen. Das Auto generierte in den ersten vier Grand Prix vor dem Auftritt in Barcelona viel zu wenig Abtrieb, die Vorzeigetechnik Kers, als Energierückgewinnungssystem Teil einer Umwelt- und damit Image-Kampagne, wurde zum Großen Preis von Spanien ausgebaut.

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          Ringen um Form und Fassung

          Zu allem Überfluss kollidieren die Regeländerungen von Max Mosley, dem Präsidenten des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA), für 2010 mit den Vorstellungen der Bayern. „Die enttäuschende sportliche Situation“ stellt Theissen noch als Momentaufnahme hin, die mit „Kampfgeist“ zu lösen sei. Weil Sportsfreunde selbst nach herben Rückschlägen nicht aus der Arena fliehen. „Wenn sich aber die Spielregeln ändern“, fügte der Monschauer hinzu, „dann wäre das was anderes.“

          BMW wirkt im Kreis der Teamvereinigung Fota mit an dem Versuch einer gütlichen Einigung. Sie ist fast so schwierig wie die optimale Kanalisierung des Luftflusses um den eigenen Boliden. In großen Zügen hatten Theissen und seine Vordenker den weiß-blauen Flitzer zum Renner der Saison formen wollen. „Vielleicht war das die falsche Strategie“, räumt der Sportchef inzwischen ein.

          Barcelona als Referenzpiste

          Denn wegen der überraschenden Leistungsdichte im Feld kann man mit Zeitsprüngen um eine Zehntelsekunde pro Runde – in Barcelona umgerechnet rund sechs Meter – drei, vier Startplätze weiter vorne landen. Mancher Gegner kam mit diesen kleinen Schritten stetig zu Punktgewinnen, während BMW-Sauber, beim Saisonstart noch auf Podiumskurs, auf Rang sechs der Konstrukteurswertung zurückfiel. Stammpilot Nick Heidfeld, im Regenchaos von Malaysia immerhin Zweiter, sprach zuletzt in Bahrein von einer „Katastrophe“.

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