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Formel 1 mit Ferrari? : Die Kampfansage des Sebastian Vettel

  • Aktualisiert am

Voller Hoffnung in die neue Saison: Rennfahrer Sebastian Vettel, hier im Oktober Bild: dpa

Vor der neuen Saison in der Motorsport-Königsklasse präsentiert sich Sebastian Vettel angriffslustig. Er lobt dabei auch den neuen Ferrari-Boliden – doch die Zukunft des deutschen Formel-1-Fahrers ist weiter ungeklärt.

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          Sebastian Vettel kann den Start der neuen Formel-1-Saison kaum noch erwarten. „Die Batterien sind wieder geladen, ich bin komplett bereit, das Team ist bereit, wir alle fühlen uns bereit“, sagte der viermalige Weltmeister in einem Ferrari-Video von der Vorstellung seines neuen Dienstwagens. Mit dem SF1000 will der 32-Jährige in seiner sechsten Scuderia-Saison endlich erstmals Weltmeister mit den Italienern werden. Der Name des Autos deutet auf den 1000. Grand Prix von Ferrari in diesem Jahr hin.

          „Ich bin sehr zuversichtlich“, kommentierte Ferrari-Präsident Louis Camilleri am Dienstagabend im Theater Romolo Valli in Reggio Emilia. „Ich denke, Mattia (Binotto) und sein Team machen einen tollen Job.“ Nach jeweils sechs Fahrer- und Konstrukteurstiteln in Serie für Mercedes will Ferrari in diesem Jahr endlich den Branchenprimus stürzen.

          „Wir diskutieren mit ihm“

          Dafür haben die Italiener Teamchef Binotto zufolge beim Design des neuen Wagens sehr viel gewagt. „Eine Menge Konzepte an dem Auto sind sehr extrem“, sagte der Schweizer trotz der äußeren Ähnlichkeit zum Vorgängermodell SF90. Die Ingenieure hätten vor allem daran gearbeitet, dass das Auto mehr Abtrieb erzeuge. Dadurch soll der Wagen besser in den Kurven liegen. 2019 war das die Schwachstelle von Vettels und Charles Leclercs Wagen. Dem Deutschen soll zugutekommen, dass das Heck kompakter gestaltet wurde, nachdem er es im vergangenen Jahr als zu unruhig kritisiert hatte. Vettel bezeichnete den SF1000 als „Schritt nach vorne“. Die ersten Tests beginnen am 19. Februar in Barcelona.

          Der viermalige Formel-1-Weltmeister darf sich derweil berechtigte Hoffnungen auf einen Verbleib bei Ferrari über die anstehende Saison hinaus machen. „Seb ist momentan unsere erste Wahl“, sagte Teamchef Binotto am Rande der Präsentation des neuen Ferrari-Boliden. „Es ist etwas, über das wir mit ihm diskutieren und das wir auch weiterhin mit ihm diskutieren werden“, sagte Binotto zum Stand der Vertragsgespräche mit dem 32-jährigen Heppenheimer. Vettel, der seit 2015 für die Scuderia fährt, ist noch bis zum Jahresende an den Rennstall gebunden.

          Gute Laune: Zumindest bei der Präsentation des neuen Ferrari-Boliden scheint noch alles in Ordnung.

          Nach einer enttäuschenden Saison 2019 mit nur einem Sieg und WM-Rang fünf hatte zuletzt einiges auf das nahende Ende der Ära Vettel bei den Roten hingedeutet. Kurz vor Weihnachten stattete Ferrari Vettels 22 Jahre alten Teamkollegen Charles Leclerc (Monaco) mit einem Vertrag bis Ende 2024 aus, zudem geisterte der Name des sechsmaligen Weltmeisters Lewis Hamilton durch Maranello.

          Der 35-jährige Engländer hat bei Mercedes ebenfalls nur noch einen Vertrag bis Ende 2020, im vergangenen Herbst hatte es einen Austausch zwischen Hamilton und Ferrari-Präsident Louis Camilleri gegeben. Binotto aber wollte dem nicht zu viel Bedeutung beimessen: „Wir konzentrieren uns auf unsere Fahrer. Wir ziehen ihn (Hamilton; d.Red.) im Moment nicht in Betracht.“ Vettel selbst beteuerte, gern bei der Scuderia bleiben zu wollen, jedoch keine Eile zu haben. „Sicher fühle ich mich jung genug. Sie haben über Lewis gesprochen. Er ist noch älter. Ich mache gerne weiter. Natürlich muss man irgendwann klären, was in Zukunft vor sich geht, aber ich denke, wir haben genug Zeit“, so Vettel.

          Der Deutsche erhält in dieser Formel-1-Saison jedoch vorerst keine Vorfahrt mehr vor seinem Ferrari-Stallrivalen Leclerc. „Charles hat ein Jahr Erfahrung mit uns hinter sich. Sie werden auf demselben Level sein, sie können beide darum kämpfen, vorne zu sein“, sagte Binotto. Beide sollen demnach erstmal frei fahren dürfen.

          Zu Beginn der vergangenen Saison hatte noch Vettel den Status als Nummer eins zugesprochen bekommen. Der damalige Ferrari-Neuling Leclerc ließ den viermaligen Weltmeister dann aber mehrere Male hinter sich und landete auch in der WM-Wertung als Vierter direkt vor dem Deutschen. „Das ändert nichts“, meinte Vettel. „Wir sind schon im letzten Jahr unter gleichen Bedingungen gestartet und tun das in diesem Jahr genauso.“

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