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Verstappen siegt in Monaco : Der König der Autofahrer im Fürstentum

  • -Aktualisiert am

Hoch mit der Jubelfaust: Max Verstappen (rechts) freut sich über seinen ersten Sieg in Monaco. Bild: Reuters

Max Verstappen gewinnt das Formel-1-Rennen in Monaco und ist nun Erster der Fahrerwertung. Lewis Hamilton wird nur Siebter. Das Rennen beginnt mit einem Desaster – für Ferrari.

          5 Min.

          Endlich. Nach ein paar schmerzhaften, bremsenden Begegnungen in Monte Carlo hat Max Verstappen den schnellsten Weg ins Ziel des Großen Preis von Monaco gefunden. Vom Start weg dominierte der Niederländer am Sonntag den fünften Grand Prix der Saison und krönte seine Leistung unter den Augen von Prinz Albert II. mit einem in doppelter Hinsicht wertvollen Triumph. Bei seiner Fahrt zum König der Autofahrer im Fürstentum ließ er nicht nur Lewis Hamilton im Mercedes (7.) weit hinter sich. Er überholte mit dem Sieg vor Carlos Sainz im Ferrari und Lando Norris (McLaren) den siebenmaligen Weltmeister auch in der Fahrerwertung. Verstappen führt jetzt mit vier Punkten vor Hamilton (101).

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Sebastian Vettel gelang als Fünfter im Aston Martin ein starkes Comeback nach der Absage des Rennens 2020 wegen der Pandemie. Mick Schumacher wurde Letzter. Nach seinem Unfall vor dem Qualifikationstraining hatte er vom 20. Startplatz aus zwar seinen Teamkollegen Nikita Masepin zwischenzeitlich überholen können, fiel aber wegen technischer Probleme wieder zurück und wurde wie der Russe überrundet.

          Leclercs Traum endet vor dem Start

          Das Rennen begann mit einem Desaster – für Ferrari. Die Fans der Scuderia blickten auf eine Leerstelle. Kein roter Bolide auf der Pole-Position. Charles Leclerc in der Box. Am Samstag hatte ihn die Fan-Gemeinde gefeiert. Als erster Monegasse in der Geschichte der Formel 1 gelang ihm beim Startplatzrennen die schnellste Runde. Aber Sekunden bevor er diese Tour in der Heimat in vollen Zügen genießen konnte, traf er bei der Ausfahrt aus der Schwimmbad-Passage mit dem rechten Vorderrad die Streckenbegrenzung und rutschte geradeaus in die Leitplanke.

          Der 24-Jährige hatte versucht, seine Zeit noch einmal zu unterbieten, weil hinter ihm Verstappen und Valtteri Bottas im Mercedes aussichtsreich Jagd auf seine Vorgabe machten. Der Abbruch nahm ihnen die Chance. Leclerc stieg als halbwegs fröhlicher Sieger vom Samstag aus dem Wrack, dass Ferrari reparierte, aber auf einen Getriebewechsel verzichtete. Weil der nächste Austausch des Systems innerhalb der ersten sechs Grand Prix zu einer Versetzung in der Startaufstellung um fünf Plätze geführt hätte. Ferrari schrieb am Sonntagmorgen, alles sei in Ordnung.

          Formel 1

          Doch 25 Minuten vor dem Start stieg Leclerc in der Box aus seinem Boliden. Feierabend am Nachmittag. Die linke Antriebswelle sei das Problem, teilte Ferrari mit. Sie war nicht gewechselt worden. Leclerc nahm den Helm ab, setzte seine Maske auf und ging, äußerlich gefasst, zur Ehren-Formation auf der Zielgeraden.

          lles verloren, was ihm winkte. Nach 90 Jahren hätte erstmals wieder ein Sohn der Gemeinde in Monaco gewinnen können. Louis Chiron bleibt vorerst der einzige. „Ich bin ziemlich traurig“, sagte Leclerc dem TV-Sender Sky, „aber so ist das Leben.“ Fürst Albert II. nahm Leclerc in den Arm. Sein prominenter, weltreisender Untertan kommt immer wieder nach Hause, aber daheim bislang nicht einmal ins Ziel. Verstappen äußerte kurz vor dem Start sein Bedauern und – offenherzig – sein Glück: „Das ist schade für ihn“, sagte der Niederländer, „aber gut für mich.“

          Vettel bleibt stabil

          Leclercs Fahrfehler und die Fehleinschätzung von Ferrari bescherten Verstappen die beste Gelegenheit, Hamilton wieder nahe zu kommen. Weil der Weltmeister als Siebter des Zeittrainings nicht auf Augenhöhe mit seinem Herausforderer fuhr, schon gar nicht in dessen Nacken saß. Aber der treue Bottas. Wie oft schon ist der Finne gescholten worden. Das plausible Gerücht, er werde im nächsten Jahr durch George Russell (Williams/14.) ersetzt, schwirrt immer wieder durch das Fahrerlager.

          Seine Tage bei Mercedes scheinen gezählt. Aber im eigenen und im Interesse des Teams präsentiert er sich relativ konstant als weitaus Zweitbester der Topteams. Seine Aufgabe am Sonntag: Verstappen unter Druck setzen, ihn nach Möglichkeit überholen, um den Schaden für  Hamilton zu reduzieren. Bottas, zweifellos pfeilschnell, mitunter auch mal zu schnell für den Champion, leistet gute Dienste.

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