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Nach Ferrari-Fiasko : Maulkorb für Vettel und Leclerc

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Schon bei den Trainingssessions nicht immer bester Laune: Sebastian Vettel in Brasilien Bild: EPA

„Was zur Hölle“: Die beiden Formel-1-Piloten waren kaum zu beruhigen nach dem fatalen Ferrari-Crash beim Großen Preis von Brasilien. Nach dem Rennen aber wurde eine Medienrunde mit Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen abgesagt.

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          Rüffel vom Teamchef für die Crashpiloten: Sebastian Vettel und Charles Leclerc durften sich nach ihrem spektakulären Unfall in Brasilien nicht mehr vor der Presse äußern. Ferrari sagte die eigentlich obligatorische Medienrunde mit den beiden Piloten ab. „Wir bevorzugen es so“, hieß es von einer Sprecherin dazu lapidar. Einzig Teamchef Mattia Binotto äußerte sich nach den kurzen TV-Interviews noch einmal ausführlich zu dem Fiasko der Scuderia in Sao Paulo.

          „Natürlich müssen wir uns jetzt zusammensetzen und gemeinsam entscheiden, wo die Grenzen liegen – um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiert“, sagte Binotto. Der 50-Jährige vermied es aber, Vettel oder Leclerc die Schuld an dem Unfall kurz vor dem Ende des Rennens zu geben. „Es ist noch nicht an der Zeit ein Fazit zu ziehen. Wir werden uns in Maranello alle Daten und Bilder noch einmal in Ruhe anschauen und analysieren“, sagte Binotto, der seinen Fahrern aber einen erst gemeinten Rat mitgab: „Frei gegeneinander zu fahren heißt nicht, verrückte Sachen zu machen.“ Auf eine Teamorder hatte Ferrari in dieser Saison verzichtet.

          „Will hören, dass es ihnen leid tut“

          Binotto war hinterher sehr darum bemüht, die Wogen wieder zu glätten. „Es ist immer noch ein Luxus diese beiden Fahrer zu haben, es sind zwei sehr gute Piloten“, sagte er. Gleich nach dem Rennen rief Binotto Vettel und Leclerc zu einem Gespräch zu sich und gab ihnen einen klaren Auftrag mit für die TV-Interviews: „Ich habe ihnen gesagt, dass ich hören will, dass es ihnen für das Team leid tut.“ Danach durften Vettel und Leclerc dann nichts mehr sagen.

          Vettel (32) und Leclerc (22) waren in der 66. Runde auf dem Kurs in Interlagos ausgeschieden. Der viermalige Weltmeister aus Deutschland hatte den Wagen des Monegassen beim Überholen berührt, dabei war dessen Vorderrad fast abgerissen worden. Vettel schlitzte sich bei der Aktion einen Hinterreifen auf. „Mein Gott, muss das sein“, fluchte Vettel unter anderem auf Deutsch. Das anschließende Schimpfwort wurde von der Formel-1-Regie weggepiept. Leclerc wütete: „Was zur Hölle.“ Die Rennkommissare werteten die Aktion als gewöhnlichen Rennunfall. Die Schuldfrage blieb offen.

          Binotto hörte sich beide Fahrer zu dem Vorfall an. Da der zweite Platz in der Konstrukteurswertung sicher gewesen war, hatten sie frei fahren dürfen. Zu einer Anmerkung, dass Mercedes-Teamchef Toto Wolff zu Hochzeiten des Stallzoffs zwischen Lewis Hamilton und seinem damaligen deutschen Teamkollegen Nico Rosberg einen Verhaltenskatalog erstellt hatte, sagte Binotto: „Ich weiß nicht, was Toto gemacht, ich will es nicht beurteilen und es interessiert mich auch nicht.“ Das Gute daran sei, dass man es nun für die nächste Saison klären könne, meinte Binotto.

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