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Nach Sergio Marchionnes Tod : Machtvakuum bei Ferrari

  • -Aktualisiert am

Ferrari auf Halbmast: Die Scuderia trauert auch an der Rennstrecke in Ungarn um den Firmenchef Sergio Marchionne Bild: Reuters

Mit dem Tod von Präsident Marchionne endet ein hartes Regime für den Formel-1-Rennstall Ferrari. Die Gegner hoffen insgeheim, dass der Streit um die Führung die Scuderia bremsen möge.

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          Am 14. August 1988 starb Enzo Ferrari. Danach war der Formel-1-Rennstall aus Maranello eine andere Firma. Er hatte zu dem Zeitpunkt schon neun Jahre lang keine Weltmeisterschaft mehr gewonnen, doch nach dem Tod des Gründers wurde die Aussichtslosigkeit der Mission WM-Titel noch größer. Das Team fiel in ein Machtvakuum. Präsidenten kamen und gingen. Rennleiter auch. Intern brachen Grabenkämpfe aus, die darin gipfelten, dass John Barnard und Harvey Postlethwaite, zwei der fähigsten Ingenieure ihrer Zeit, gegeneinander arbeiteten. Der eine von England aus, der andere in Maranello. Erst Jean Todt ordnete das Chaos. Acht Jahre später.

          30 Jahre nach dem Tod des Firmengründers findet bei Ferrari wieder eine Zäsur statt. Sergio Marchionne starb am Mittwoch im Alter von 66 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, wenige Tage vor dem Großen Preis von Ungarn an diesem Sonntag (15.10 Uhr/(RTL). Ferrari hatte bereits in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass ihr Präsident nicht mehr in sein Amt zurückkehren werde. Marchionne ist mit Enzo Ferrari nur bedingt zu vergleichen. Er war angestellt, kein Besitzer. Er war ein Fremdeinsteiger im Motorsport. Enzo Ferrari lebte Autorennen. In ihrem Wesen aber sollen sich die beiden sehr ähnlich gewesen sein. Sie duldeten keine anderen Götter neben sich und führten ihre Firma mit harter Hand.

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