https://www.faz.net/-gtl-98yzx

Ärger nach Bahrein-Rennen : Wirbel um „Schwachkopf“ in der Formel 1

  • Aktualisiert am

Lewis Hamilton (rechts) ist dieser Tage nicht immer bester Laune. Bild: Reuters

Max Verstappen ist bekannt für riskante Manöver. In Bahrein bringt er den Weltmeister gegen sich auf. Lewis Hamilton schimpft. Auch Vettel schaltet sich ein. Nun reagiert Verstappen.

          Im Wirbel um den „Schwachkopf“-Vorwurf von Lewis Hamilton ist Formel-1-Jüngling Max Verstappen nicht nachtragend. „Wenn man gerade aus dem Auto gestiegen ist, dann ist man immer noch voller Adrenalin. Dann passieren solche Dinge eben“, sagte der zuletzt in die Kritik geratene Red-Bull-Pilot dem niederländischen Fernsehen. Der 20 Jahre alte Verstappen hatte zuvor beim Rennen in Bahrein mit einem zu riskanten Überholmanöver Mercedes-Fahrer Hamilton gegen sich aufgebracht, der das bisweilen übermotivierte Supertalent als „dickhead“ (Schwachkopf) bezeichnete.

          Sogar WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel hatte sich in den Fall eingeschaltet und Hamiltons kurzen Wutausbruch verteidigt. „Wir waren alle schon dieser Situation. Wir kämpfen gegen jemanden, manchmal Rad an Rad, es fließt viel Adrenalin. Das ist eine natürlich menschliche Reaktion“, sagte der Ferrari-Pilot zur verbalen Entgleisung seines britischen Dauerrivalen. Vettel selbst hatte sich in der Vergangenheit mehrfach für derbe Flüche und nicht jugendfreie Attacken am Boxenfunk entschuldigen müssen. „Wenn ein Fußballer ein Mikrofon vor dem Mund hätte, glaubt ihr dann, dass er nette Worte finden würde, wenn er von einem anderen attackiert und vielleicht gefoult wird“, sagte Vettel.

          Auslöser für Hamiltons Ärger war Verstappens gewagter Angriff zu Beginn der zweiten Runde beim Grand Prix in Sakhir gewesen. Der Red-Bull-Fahrer hatte sich dabei an Hamiltons Silberpfeil das Hinterrad aufgeschlitzt, wenig später musste er wegen der Folgen der Kollision aufgeben. Hamilton bezeichnete Verstappens Fahrweise später als „respektlos“ und meinte: „Das war letztlich ein dummes Manöver. In letzter Zeit macht er ja ziemlich viele Fehler.“

          Max Verstappen (links) lieferte sich ein Duell mit Hamilton in Bahrein.

          Tatsächlich hat Verstappen seinen Saisonstart völlig verpatzt. In Australien leistete er sich reihenweise Fahrfehler, in Bahrein krachte er in der Qualifikation früh in die Streckenbegrenzung, ehe er im Rennen zu früh zu viel riskierte. Von einigen sogar als Titelanwärter gehandelt, liegt Verstappen vor dem dritten Saisonlauf am Sonntag in China schon 42 Punkte hinter dem WM-Führenden Vettel.

          Seinen brachialen Fahrstil ändern will Verstappen jedoch nicht. Einen Fehler beim Zweikampf mit Hamilton mochte der Sohn des früheren Formel-1-Piloten Jos Verstappen auch mit deutlichem Abstand zum Geschehen nicht erkennen. „Ich war wirklich nah dran, hatte die Chance zum Überholen. Also dachte ich, das ist eine gute Gelegenheit. Unser Auto war stark, da bleibe ich doch nicht hinter ihm“, sagte Verstappen in der Talkshow „Peptalk“ des Senders Ziggo Sport. Diese Kompromisslosigkeit macht „Mad Max“ bei den Fans zwar enorm beliebt, bei seinen Kollegen aber eckt er damit immer wieder an. In Schanghai fährt Verstappen nun auf Bewährung.

          Weitere Themen

          „Zidane ist eine Schande“

          Ärger bei Real Madrid : „Zidane ist eine Schande“

          Der Streit zwischen Real Madrid und dem einstigen Rekordtransfer Gareth Bale spitzt sich zu. Der Berater des Spielers greift Zinedine Zidane mit heftigen Worten an. Der Konter des Trainers folgt prompt.

          Topmeldungen

          Ein Rechenzentrum

          Digitales Deutschland : Kein Techno-Nationalismus

          Macht sich Deutschland gerade zu sehr abhängig von ausländischen Internetunternehmen? Die Sorge in der Wirtschaft wächst – sie sollte nicht leichtfertig abgetan werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.