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Formel 1 : Scharfe Kritik nach Verzicht auf Grid Girls

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„Wir hatten so viel Spaß“: In der Formel 1 wird es ab sofort keine Grid Girls mehr geben. Bild: Picture-Alliance

Die Formel 1 schafft die Grid Girls ab. Unverständnis gibt es nicht nur bei Bernie Ecclestone, sondern auch bei Fans, Fahrern – und den Models selbst. Zudem legt die Formel 1 neue Startzeiten fest.

          Der frühere Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Abschaffung der Nummern-Girls in der Startaufstellung der Rennserie scharf kritisiert. „Diese Mädchen waren doch Teil der Show. Die Fans lieben den Glamour“, erklärte Ecclestone im Interview der britischen Zeitung „The Sun“ (Donnerstag). „Ich kann nicht erkennen, wie ein gut aussehendes Mädchen, das mit einem Fahrer und einer Nummer vor einem Formel-1-Auto steht, jemanden stören kann.“ Der 87-Jährige sagte, Großbritannien werde derzeit „etwas prüde“.

          Die Formel-1-Führung hatte die Abschaffung der seit den 1960er Jahren als Grid Girls bekannten Models am Mittwoch mit dem gesellschaftlichen Wandel begründet. „Wir glauben nicht, dass dieser Brauch passend oder bedeutend für die Formel 1 und ihre bisherigen und künftigen Fans in aller Welt ist“, sagte Formel-1-Marketingchef Sean Bratches laut Mitteilung. Die Entscheidung gelte auch für alle Rennen anderer Klassen an Grand-Prix-Wochenenden.

          Der Schritt sorgte für Kritik bei Fans, Fahrern und bei den Grid Girls selbst. „Wir haben deswegen unsere Jobs verloren“, beklagte Lauren-Jade Pope in der „Sun“. „Es sollte doch unsere Entscheidung sein, als was wir arbeiten.“ Das frühere Grid Girl Lizzie Cundy berichtete beim Sender itv, es sei „wahrscheinlich der beste Job“, den sie je gehabt habe. „Wir hatten so viel Spaß“, erklärte Cundy. „Niemand hat uns dort herabgesetzt oder belästigt. Es war einfach nur eine tolle Zeit.“

          Die Formel 1 hat zudem ihre Startzeiten geändert. In der aktuellen Saison beginnen die 21 Wettrennen immer um zehn nach und nicht wie bisher zur vollen Stunde. In Europa starten die meisten Grand Prix jetzt zudem rund eine Stunde später – um 15.10 Uhr. Das teilten die Organisatoren der Rennserie am Donnerstag mit. Auch das Rennen in Brasilien beginnt nun um 15.10 Uhr (Ortszeit).

          Die Veränderungen wurden mit Zuschauerinteressen begründet. Untersuchungen hätten ergeben, dass in Europa und Brasilien später am Nachmittag mehr Menschen erreicht werden könnten. Der Start um zehn nach der vollen Stunde sei besser, weil bislang viele TV-Sender erst ab der vollen Stunde übertragen hätten. Die Formel 1 hoffe nun, dass mehr von der Atmosphäre vor dem Start zu sehen ist. Die Formel-1-Saison beginnt in diesem Jahr Ende März mit dem Großen Preis von Australien. Das erste Rennen in Europa wird Mitte Mai in Spanien gefahren.

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