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Formel 1 in Spanien : Verstappens Solotour

  • -Aktualisiert am

Zweiter Sieger: Max Verstappen Bild: EPA

Dass die Formel 1 ein Teamsport ist, zeigte sich in Barcelona. Verstappen saß nicht nur im langsameren Auto, sondern auch im schwächeren Team. Allein kann er gegen Mercedes nicht gewinnen.

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          Die Formel 1 ist ein Teamsport. Daran zweifeln Sportfreunde mit skeptischem Blick auf den Kreisverkehr. Weil ihnen der Rennzirkus immer wieder als Verein von Menschen mit besonders ausgeprägter Egozentrik vorgestellt wird. Das bringt auch der Druck im Job mit sich. Von der Durchsetzungsfähigkeit des Weltmeisters Hamilton hängt auf Dauer das Wohl und Wehe der rund 1200 Mercedes-Mitarbeiter ab. Hätte sich der Engländer nicht von Anfang an genommen, was er kriegen kann, wäre er schnell ausgewechselt worden. Formel-1-Fahrer müssen liefern.

          Am Sonntag beim Großen Preis von Spanien konnte Hamilton seine Fahrtüchtigkeit in seinen 98. Formel-1-Sieg verwandeln, weil das Team während des Rennens brillant funktionierte. Die klugen Köpfe an der Boxenmauer und im Strategiezentrum kombinierten Hamiltons Tempo hinter dem führenden Max Verstappen mit dem erkennbaren Hinterreifenverschleiß von dessen Red Bull und der Position des zweiten Mercedes-Piloten Valtteri Bottas. Das Ergebnis: zwei Boxenstopps statt nur einem, zweimal „neue“ Reifen, um mit dem letzten Satz kurz vor dem Ziel Verstappen auf alten Gummis überholen zu können. Solche Schlachtpläne werden zwar am Abend vor dem Start simuliert. Ob sie erfolgreich sein können, rechnen die Experten aber erst im Verlauf eines Rennens aus. Mitunter muss die Entscheidung in wenigen Sekunden getroffen werden. Am Sonntag wäre Hamilton ohne diese Hilfe verloren gewesen.

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          Verloren wirkt in diesem Spiel Verstappen. Nicht, weil er in solchen Momenten allein gelassen wird von Red Bull. Seine Strategen wissen sehr gut, wie man mit geschickten Schachzügen einen Grand Prix gewinnt, selbst mit einem langsameren Auto. Doch gegen die Kombination der Mercedes-Fraktion war trotz der Führungsposition Verstappens auf einer Piste, die kaum Spielraum lässt für Überholmanöver unter annähernd gleich schnellen Boliden, nichts zu machen: Der Silberpfeil einen Tick schneller, Hamilton fehlerlos und die eigene Ein-Stopp-Strategie nicht wandelbar.

          Warum? Weil Bottas nah genug war, den Niederländer im Falle eines zweiten Stopps sogar vom zweiten Rang verdrängen zu können. An dieser Stelle wird deutlich, welche Rolle der Teamkollege spielen soll, was er leisten muss. Wegen seines achten Startplatzes konnte Sergio Perez im zweiten Red Bull nicht die Aufgabe erfüllen, für die er verpflichtet worden ist: vorne zu fahren, die Taktik des Gegners einzuschränken. Oder, positiver formuliert, Verstappen zu schützen. Der saß am Sonntag nicht nur im langsameren Auto, sondern auch im schwächeren Team. Allein lässt sich eine WM gegen Mercedes nicht gewinnen.

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          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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