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Formel 1 in Singapur : Vettel gewinnt das Pokerspiel

Auch in der Dunkelheit von Singapur ist Sebastian Vettel nicht aufzuhalten Bild: AP

Es ist ein Pokerspiel unter Flutlicht in der Nacht von Singapur. Weltmeister Vettel gewinnt es und startet das Rennen von der Pole Position. Die WM-Konkurrenten sind zu langsam.

          2 Min.

          Eine Minute vor dem Ende des Qualifikationstrainings stieg er aus seinem Red Bull, nahm den Helm ab und lächelte. Sein Name stand auf Platz eins im Klassement, sechs Zehntelsekunden trennten Sebastian Vettel zu diesem Zeitpunkt von seinen Verfolgern, der Deutsche ging davon aus, dass dies reichen würde für die Pole Position beim Großen Preis von Singapur an diesem Sonntag (Start: 14 Uhr MESZ / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET).

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doch seine Gegner gaben nicht auf, und nur wenige Augenblicke später sah man die Anspannung im Gesicht von Vettel. Nico Rosberg (Mercedes) gab noch einmal Gas, am Ende trennte ihn nicht einmal eine Zehntelsekunde von Vettel. „Das war unheimlich“, sagte der Sechsundzwanzigjährige. „Ich konnte nichts mehr machen, ich stand ja in der Garage.“ Rosberg war dennoch zufrieden mit Platz zwei: „Das ist ein gutes Ergebnis. Sebastian war einfach megaschnell in seinem Red Bull.“

          Es war ein Pokerspiel unter Flutlicht in der Nacht von Singapur, und der Weltmeister hat es gewonnen. „Wir sind das Risiko bewusst eingegangen“, sagte Vettel. „Wir wollten für das Rennen einen frischen Satz Reifen mehr haben.“ Es ist ein weiter Weg bis zum Ziel: 61 Runden, mehr als 1400 Kurven, rund 310 Kilometer.

          Das Rennen im asiatischen Kleinstaat ist nicht nur eines der spektakulärsten des Jahres, es ist auch das längste. Etwas mehr als zwei Stunden brauchte Sebastian Vettel dort in der vergangenen Saison für seinen zweiten Sieg. Folgt nun der dritte? Glaubt man den Eindrücken aus den Trainingsläufen, dann haben seine Konkurrenten keine Chance. Bei der Simulation der Renndistanz war Vettel zum Teil rund eine Sekunde pro Runde schneller als alle anderen.

          Wieder einmal sieht der dreimalige Weltmeister seine verbliebenen Herausforderer im Kampf um den WM-Titel beim Start im Rückspiegel. Vettel (222 Punkte) hat deshalb alle Chancen, seinen Vorsprung in der Gesamtwertung weiter zu vergrößern.

          Fernando Alonso (Ferrari/166) startet nur als Siebter, Lewis Hamilton (Mercedes/141) geht immerhin als Fünfter ins Rennen, Kimi Räikkönen (Lotus/134) nur als Dreizehnter. Bahn frei also für den vierten Weltmeister-Titel in Serie? „Ich mache mir darüber nicht so viele Gedanken“, beteuerte Vettel. „Ich will meine Aufgaben auf der Strecke erledigen. Nur weil die letzten Rennen gut waren, gibt es keine Garantie dafür, dass dieses Rennen auch gut laufen wird.“

          Bilderstrecke
          Formel 1 : Discokugel Vettel dominiert Training

          Nico Rosberg wird seine Chance beim Start nutzen wollen. 285 Meter sind es bis zur ersten Kurve, auf diesem Stück wird der Mercedes-Mann angreifen. Sonst sieht das Rennen womöglich aus wie zuletzt in Spa-Francorchamps und Monza.

          Da ging Vettel jeweils als Führender aus der ersten Runde hervor, und danach kam er nur bei seinen Reifenwechseln zum Stehen. „Aber das hier ist eines der härtesten Rennen im Jahr“, sagte Vettel. „Eine Runde ist unglaublich lang, du darfst dir keine Fehler erlauben.“ Doch genau darauf hoffen seine Gegner.

          Qualifikation zum Grand Prix von Singapur:

          1. Startreihe:

          1. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:42,841 Min.
          2. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:42,932

          2. Startreihe:

          3. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:43,058
          4. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:43,152

          3. Startreihe:

          5. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:43,254
          6. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:43,890

          4. Startreihe:

          7. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:43,938
          8. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:44,282

          5. Startreihe:

          9. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:44,439;
          10. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Sauber  -

          6. Startreihe:

          11. Nico Hülkenberg (Emmerich) Sauber 1:44,555
          12. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:44,588

          7. Startreihe:

          13. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:44,658
          14. Sergio Perez (Mexiko) McLaren Mercedes 1:44,752

          8. Startreihe:

          15. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India 1:45,185
          16. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:45,388

          9. Startreihe:

          17. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:46,121
          18. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams 1:46,619

          10. Startreihe:

          19. Charles Pic (Frankreich) Caterham 1:48,111
          20. Giedo van der Garde (Niederlande) Caterham 1:48,320

          11. Startreihe:

          21. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia 1:48,830
          22. Max Chilton (England) Marussia 1:48,930

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