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Formel 1 in Silverstone : Webber setzt sich vor Vettel

Signal-Wirkung: Mark Webber steht in Silverstone besonders gut Bild: REUTERS

Abseits aller Technik-Diskussionen beherrschen die Red-Bull-Piloten auch in Silverstone das Qualifying. Mark Webber sichert sich die Pole Position vor Weltmeister Sebastian Vettel. Ferrari ist zweite Kraft. Michael Schumacher enttäuscht.

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          Schon wieder steht Sebastian Vettel (Red Bull) am Sonntag beim Start eines Grand Prix in der ersten Reihe - aber aus seiner Perspektive auf der falschen Seite. 32 Tausendstelsekunden trennten ihn am Samstag nach dem Qualifikationstraining zum Großen Preis von Großbritannien von seinem Teamkollegen Mark Webber und damit von seinem Lieblingsplatz. Auf seiner schnellsten Runde hatte Vettel sich kurz vor der Ziellinie verschaltet, es war der entscheidende kleine Fehler. Und Grund genug für den Weltmeister und Führenden im Gesamtklassement, sich zumindest ein bisschen zu ärgern. „Es ist schade“, sagte der Fünfundzwanzigjährige, der so seine achte Pole Position im neunten Rennen dieser Formel-1-Saison verpasste. „Leider hatte ich keine Chance, am Ende noch mal einen rauszuhauen.“

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weil der Regen kam. Auch die Gegner kommen näher, zumindest solche, die im Ferrari sitzen.

          Nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde trennte Fernando Alonso (3.) von Webber. „Hoffentlich können wir jetzt auch im Rennen Druck auf die Männer vor uns ausüben“, sagte der Spanier. So etwas in der Art sagen sie an jedem Wochenende: die Fahrer, die nicht in einem RB7 sitzen.

          Pole Position: Mark Webber (Red Bull)

          An diesem Wochenende stützten sie ihre Hoffnungen vor allem auf das durch den Internationalen Automobil-Verband (Fia) veränderte Reglement. Bisher durfte der Diffusor mit den Auspuffgasen angeblasen werden, wie kein anderes Team im Feld verstand es Red Bull, dadurch mehr Anpressdruck zu generieren. Doch am Freitag sprachen die Regelhüter plötzlich eine Sonderregelung für die Renault-Aggregate aus. Die mit Mercedes-Motoren angetriebenen Teams protestierten - und die Fia kehrte zu dem zurück, was sie ursprünglich entschieden hatte: Schluss mit der heißen Luft!

          Sogar die beiden Teamchefs der Top-Teams Christian Horner (Red Bull) und Martin Whitmarsh (McLaren) gerieten während der offiziellen Pressekonferenz am Freitag aneinander.

          Webber konnte am Ende nur milde über das Thema lächeln. „Jedes Jahr müssen wir über solche Dinge reden, das ist langweilig“, sagte der Vierunddreißigjährige. „Die Fans verstehen nicht ein Prozent von dem, was da passiert - und mir geht es ähnlich. Lasst uns einfach wieder Rennen fahren.“

          Faktor Reifen

          Auch das ist in Silverstone alles andere als einfach. Die Bedingungen sollen wechselhaft bleiben, die Einfahrt zur Boxengasse ist eng und gefährlich, wie kaum eine andere Strecke im Kalender beansprucht der Kurs die Reifen. „Das wird ein Faktor“, sagte Vettel.

          Vor allem die Schwachen im Feld hoffen auf möglichst viele schwer zu kalkulierende Faktoren. Großer Verlierer dieser Lotterie waren bisher bei ihrem Heimspiel die beiden McLaren-Piloten Jenson Button (5.) und Lewis Hamilton (10.). „Es gibt keine Ausrede und keine Entschuldigung: Unsere Updates haben nicht funktioniert“, sagte Hamilton. „Jetzt hätte ich gerne ein bisschen Regen fürs Rennen. Aber an ein Wunder glaube ich nicht, ich habe keine mehr auf Lager.“

          Michael Schumacher (13.) brachte es zumindest in seiner Analyse ähnlich weit nach vorne: „Lasst uns nicht über Hilfe von oben reden, sondern über das, was uns fehlt: Geschwindigkeit.“ Zudem machte das Mercedes-Team einen strategischen Fehler: „Wir sind zu früh raus gegangen“, sagte der Zweiundvierzigjährige. „Als die Strecke am besten war, waren unsere Reifen nicht mehr gut genug.“ Seinem Teamkollegen Nico Rosberg erging es nur unwesentlich besser, es wurde Neunter. Endgültig abgehängt von der Spitze scheint Renault. Nick Heidfeld startet von Platz 16, der Vierunddreißigjährige ist damit nur knapp vor Virgin-Pilot Timo Glock (20.). Bessere Aussichten hat hingegen Adrian Sutil (Force India), der immerhin als Elfter ins Rennen geht.

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