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Formel 1 in Schanghai : „Du bist wie ein Torpedo angekommen“

Zwei, die sich einiges zu sagen haben. Sebastian Vettel (links) und Daniil Kwjat. Bild: dpa

Nach dem dritten Sieg in der Formel-1-Saison 2016 schwärmt Rosberg von seinem Auto. Vettel wird Zweiter. Dennoch ist er verärgert – wegen einer Kollision mit Ferrari-Kollege Räikkönen.

          Drei Rennen, drei Siege: Nico Rosberg hätte sich keinen besseren Start in die Formel-1-Saison erträumen können. Am Sonntag gewann der Mercedes-Pilot nach den Erfolgen in Australien und Bahrein auch den Großen Preis von China. Diesmal ließ er Sebastian Vettel im Ferrari und Daniil Kwjat (Red Bull) hinter sich. Sein Teamkollegen Lewis Hamilton, der dreimalige Weltmeister, fuhr vom letzten Startplatz auf Rang sieben.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          In der Fahrerwertung führt Rosberg nach dem unterhaltsamen Auftritt in China nun mit 75 Punkten vor Hamilton (39), Red-Bull-Pilot Daniel Ricciardo  (Vierter in China/36) und Vettel (33). Der Rheinländer Nico Hülkenberg belegte mit seinem Force India Platz 15, Pascal Wehrlein (Manor) wurde 18. Rosberg strahlte: „Das war die beste Balance eines Autos, die ich je hatte.“

          Und es gibt doch eine Regeländerung, die der Formel 1 auf die Sprünge hilft: Der Wegfall des zweiten Kupplungshebels macht nicht nur den Mercedes-Piloten zu schaffen. Auch Ferrari-Star Vettel hatte am Sonntag Schwierigkeiten, in die Gänge zu kommen. Das Ergebnis führte zu einem aufregenden Start in den dritten Grand Prix der Saison. Rosberg verlor seine Führungsposition an Ricciardo, Ferrari-Mann Kimi Räikkönen zog seinem Teamkollegen Vettel auf den ersten Metern davon. Aber bei der Verdichtung in der ersten Kurve kamen sich die beiden wieder ganz nah, zu nah.

          Weil der zweite Red Bull mit Kwjat am Steuer innen vorbeischoss „wie ein Verrückter“ (Vettel), schob der Hesse Räikkönen von der Piste. „Grande Casino“ vor den Augen des strengen Fiat- und Ferrari-Bosses Sergio Marchionne. Räikkönen fiel weit zurück, Vettels Frontflügel brach. Der Hesse war sich keiner Schuld bewusst, obwohl der „verrückte“ Kwjat – „das war ja selbstmörderisch“ – alles andere als ein wahnsinniges Manöver versuchte. Zumal es auch problemlos gelang.

          Alles für Rosberg!

          Rosberg war es recht. Denn auch Weltmeister Lewis Hamilton, wegen eines Getriebewechsels und eines Defektes beim Qualifying als Letzter gestartet, kam nicht ungeschoren durch die erste Kurve. Eine Kollision mit dem Sauber von Felipe Nasr zwang ihn zum Frontflügelwechsel.

          Alles für Rosberg! Denn der Sieger von Australien und Bahrein brauchte nur etwas Geduld, um dort hinzukommen, wo er so gerne am Ende der Saison seine würde: ganz vorne. Dass die Führung von Ricciardo nicht lange halten würde, war abzusehen. Zwar ist Red Bull wieder die Konstruktion eines sehr guten Chassis gelungen, mit viel mechanischem Abtrieb, also einer guten Haftung in den Kurven. Aber es fehlt dem Renault-Antrieb im Heck weiterhin an Kraft, Mercedes auf der Geraden Paroli zu bieten.

          Wie habe ich das gemacht? Nico Rosberg siegt auch in Schanghai. Bilderstrecke

          In der dritten Runde schoss Rosberg an Ricciardo vorbei. Just in dem Moment löste sich der linke Hinterreifen am Boliden des Australiers, angeblich ausgelöst durch das Überfahren eines Trümmerteils. Die Fetzen auf der Piste bewegten den Rennleiter, das Sicherheitsfahrtzeug auf die Piste zu schicken. Alle Vorsprünge schrumpften wieder, die meisten Piloten sausten in die Boxengasse, um die Tempodrosselung für einen Reifenwechsel zu nutzen. Vettel ließ gleichzeitig den beschädigten Frontflügel gegen einen neuen tauschen. Er kehrte als 14. wieder zurück auf die Piste, weiter hinter dem souverän führenden Rosberg, der auf einen Stopp in diesem Moment verzichtete. Was war da noch möglich?

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