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Formel 1 in Schanghai : Dominanz des neuen Branchenführers

Schon wieder ein Pokal für die Vitrine: Lewis Hamilton Bild: AFP

Machtdemonstration von Mercedes: Beim Doppelsieg von Hamilton und Rosberg beim Großen Preis von China kreisen die Silberpfeile einsam an der Spitze. Die Konkurrenz stiehlt sich derweil gegenseitig die Punkte. Sebastian Vettel schiebt Frust.

          4 Min.

          Lewis Hamilton führt mit 3:1 – nach Siegen. Aber ein Deutscher bleibt trotzdem der führende Mann in der Formel 1. Nico Rosberg liegt in der Fahrerwertung nach dem Großen Preis von China am Sonntag mit 79 Punkten vor dem Briten 75. Dazu reichte ihm Rang zwei hinter Hamilton, dem mit einer souveränen Tour an der Spitze - von der Pole-Position bis ins Ziel -  die vierte Machtdemonstration des neuen Branchenführers gelang.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Es ist der dritte Doppelerfolg in Serie für das Team des Stuttgarter Konzerns. Zwölf Jahre hat es das in der Formel 1 gegeben, damals fuhr Ferrari (2002) mit Michael Schumacher als Galionsfigur allen davon. Diesmal freute sich die Scuderia über Rang drei für Fernando Alonso, während der Weltmeister sparsam in die Runde schaute: Für Sebastian Vettel reichte es im Red Bull nur zu Rang fünf hinter seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo. Der Rheinländer Nico Hülkenberg belegte Rang sechs im Force India, Adrian Sutil musste seinen Sauber schon wenige Runden nach Beginn des Grand Prix abstellen.

          „Ich fand meinen Weg auf der Bremse nicht“

          „Ich bin so zufrieden, wunderbar, es lief ausgezeichnet“, sagte Hamilton „wir haben viele Punkte geholt und Nico ist auch dabei.“ Auch dabei: Rosbergs Freude hielt sich in Grenzen. Er hatte das Rennen, das mit Spannung erwartete Duell mit Hamilton, schon am Samstag verloren. Beim Qualifikationstraining leistete sich der in Monaco aufgewachsene Deutsche beim Kampf um die Pole-Position einen Fahrfehler,  der mehr kostete als die beste Startposition. Als Vierter musste er sich hinter den beiden Red-Bull-Boliden anstellen: „Ich fand meinen Weg auf der Bremse nicht.“

          Allein auf weiter Flur: Lewis Hamilton siegt mit großem Vorsprung

          Rosberg sah noch die Chance, beim Start den verlorenen Boden wieder gutzumachen. Von vier auf zwei, das war sein Ziel. Es wurde Rang sieben. Auch der Sprint aus dem Stand zur ersten Kurve über 360 Meter entpuppte sich als Rückschlag und damit als Spanungsbremse.

          Vorne zog Hamilton ungefährdet davon, gefolgt von Vettel, der seinen Teamkollegen vorerst „stehen ließ“, und   Alonso.  Sieh an, Ferrari vorne: Das war nach den Eindrücken im Training zu erwarten. Aber den Scuderia-Piloten begleitete auch Glück, als er eine Kollision des Blitzstarters Felipe Massa im Williams ohne Schaden überstand. Sein früherer Teamkollege schimpfte via Funk und schüttelte später an der Box den Kopf, weil der Vollkontakt nicht ohne Folgen geblieben war. Eine Minute brauchte die Crew, bis der  Brasilianer, wieder ins Rennen geschickt wurde. Er wurde nur 14.

          Da war es noch eng: die Fahrer kurz nach dem Start

          Alonso aber bescherte Ferrari ein Erfolgserlebnis. „Das ist eine Überraschung, dass wir Dritter geworden sind. Die Saison begann nicht gut, aber wir sind noch dabei“, sagte Alonso. Das zu frühe Abwinken, Hamilton wurde eine Runde vor Schluss irrtümlich das Flaggensignal für das Ende des Rennens gezeigt, hat aus Sicht des Ferrari-Mannes also keine symbolische Bedeutung. Da der Weltverband Fia wenige Stunden nach dem Rennen aufgrund dieser Aktion jedoch die beiden letzten Runden aus der Wertung strich, zählte allerdings das Überholmanöver des Japaners Kamui Kobayashi gegen den Franzosen Jules Bianchi nicht mehr.

          Bei Red Bull fährt David Ricciardo voraus. Sebastian Vettel bleibt nur das Nachsehen

          Geht da noch was? Ferrari erst im Rückspiegel, dann vor der Nase und schließlich noch das Heck des Teamkollegen vor Augen: Das waren die Perspektiven von Vettel in China. Während der ersten Boxenstopp-Arie schob sich Alonso an Vettel vorbei. Der versuchte, zurück auf der Piste, zu kontern. Aber auf den Geraden hatte er keine Chance – auch der Ferrari-Motor ist stärker als das Renault-Aggregat.

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