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Formel-1-Qualifying in Monza : „Jäger“ Hamilton vor Rosberg

Im Qualifying liegt Lewis Hamilton vor Nico Rosberg – doch wie sieht es im Rennen aus? Bild: AP

In Monza ignorieren sich die Mercedes-Piloten Rosberg und Hamilton so gut es geht. Im Rennen wird das nicht möglich sein. Der Brite startet von Platz eins, der Deutsche von Rang zwei. Spannung verspricht am Sonntag die erste Schikane.

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          Kein Glückwunsch – zumindest nicht vor den Kameras. Nico Rosberg war darum bemüht, seinen Teamkollegen Lewis Hamilton nach dem Qualifikationstraining zum Großen Preis von Italien an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr / Live bei RTL und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) so gut wie möglich zu ignorieren. Aus dem Weg gehen aber können sich die beiden Mercedes-Fahrer kaum: Der Brite geht von der Pole Position aus ins Rennen, der Deutsche steht neben ihm in der ersten Startreihe.

          Michael Wittershagen
          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Viele Experten schauen deshalb voller Spannung auf die erste Schikane des Autodromo Nazionale in Monza und fragen sich, ob beide wie schon in Spa vor zwei Wochen abermals miteinander kollidieren werden. Danach gab es mehrere Krisengespräche innerhalb des Teams und deutliche Regeln über die Vorfahrt in den Kurven. „Wir sind frei, ein Rennen zu fahren, das ist die Entscheidung. Also geht es ganz normal weiter“, sagte Hamilton.

          Der Neunundzwanzigjährige ist derzeit der Jäger, er liegt in der Gesamtwertung mit 191:220 Punkten hinter Rosberg zurück. Nur Siege helfen ihm deshalb noch auf dem Weg zu seinem zweiten Titel. Doch der Mercedes mit der Typennummer W05 ist anfällig, immer wieder stoppte die Technik in diesem Jahr beide Fahrer – auch in Monza.

          Am Freitag arbeiteten die Ingenieure an Elektronikproblemen bei Hamilton, aber Samstagvormittag zwang ein defektes Getriebe Rosberg zum Zusehen. „Das ist definitiv etwas, woran wir arbeiten müssen“, forderte der Deutsche. Dieser Titelkampf soll schließlich auf der Strecke entschieden werden.

          Bilderstrecke
          Formel 1 in Monza : Rosberg und Hamilton drohen Konsequenzen

          „Beide Fahrer sind auf der gleichen Strategie und morgen wird das alles normal ablaufen“, sagte Niki Lauda, der Vorstandsvorsitzende des Rennstalls. Gibt es keine Probleme, kommen die Fahrer mit einem Reifenwechsel über die Runden.

          Monza ist eine klassische Motorenstrecke, und Mercedes hat in diesem Jahr die beste Antriebseinheit entwickelt. Das spiegelt auch das Ergebnis vom Samstag, bei dem die Fahrer mit Stern-Motor auf den ersten sechs Plätzen stehen. Und vor allem der Mann auf der dritten Position bereitet den Silberpfeilen Sorge: Williams-Pilot Valtteri Bottas. In der Rennsimulation am Freitag machte er den stärksten Eindruck, der Finne hofft deshalb auf einen harten Kampf mit den beiden Mercedes-Fahrern. „Ich hoffe, dass wir dicht an ihnen dran sein werden.“

          Ganz vorne in Monza: Lewis Hamilton ist im Qualifying nicht zu schlagen
          Ganz vorne in Monza: Lewis Hamilton ist im Qualifying nicht zu schlagen : Bild: AP

          Alle anderen haben keine Chance, aus eigener Kraft auf das Podium zu fahren. Fernando Alonso (Ferrari) geht als Siebter ins Rennen, die beiden Red-Bull-Fahrer Sebastian Vettel und Daniel Ricciardo sogar nur von den Plätzen acht und neun. „Man sieht einfach, dass wir uns hier schwer tun“, sagte Vettel. „Die anderen sind hier gut unterwegs, nicht nur auf den Geraden, sondern auch in den Kurven.“

          Andere aber waren noch langsamer unterwegs als der viermalige Weltmeister: Nico Hülkenberg (Force India) beendete den Samstag als Vierzehnter, profitiert aber von einer Strafe gegen Daniil Kwjat (Toro Rosso) und startet als Dreizehnter. Adrian Sutil (Sauber) geht als Sechzehnter ins Rennen. „Natürlich ist die Position nicht so großartig. Wenn nicht mehr geht, muss man das Beste draus machen“, sagte Sutil. Eines jedenfalls war in Monza selten ein Problem: Überholen.

          Startaufstellung beim Grand Prix von Italien in Monza:

          1. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:24,109 Min.;
          2. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:24,383;

          3. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:24,697;
          4. Felipe Massa (Brasilien) Williams 1:24,865;

          5. Kevin Magnussen (Dänemark) McLaren Mercedes 1:25,314;
          6. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:25,379;

          7. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:25,430;
          8. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:25,436;

          9. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:25,709;
          10. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:25,944;

          11. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:26,110;
          12. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:26,157;

          13. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:26,279;
          14. Adrian Sutil (Gräfelfing) Sauber 1:26,588;

          15. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Sauber 1:26,692;
          16. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus 1:27,520;

          17. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:27,632;
          18. Kamui Kobayashi (Japan) Caterham 1:27,671;

          19. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia 1:27,738;
          20. Max Chilton (England) Marussia 1:28,247;

          21. Daniil Kwjat (Russland) Toro Rosso 1:26,070; (+ 10 Plätze wegen Motorenwechsel)
          22. Marcus Ericsson (Schweden) Caterham 1:28,562

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