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Monaco-Sieger Hamilton : Gebetet, gesegnet, beschenkt

  • -Aktualisiert am

Alles Gute kommt von oben: Hamilton fängt seine Siegertrophäe, Der Prinz, Prinzessin und IOC-Präsident applaudieren. Bild: Reuters

Lewis Hamilton beweist in Monaco, warum er zu den Besten zählt: Im entscheidenden Moment verteidigt der Formel-1-Weltmeister kompromisslos den Sieg – und profitiert von Red Bulls Fehlgriff.

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          Und noch einmal! Kaum hatte der Weltmeister seinen Helm vor der Loge des Fürstenpaares abgelegt, da rannte er wieder zurück und sprang ein zweites Mal in die Arme seiner Mechaniker: Selten hat man Lewis Hamilton so losgelöst erlebt wie nach dem Sieg beim Großen Preis von Monaco am Sonntag in Monte Carlo. Vor den Augen von Prinz Albert und dessen Gattin Charlene gewann der Engländer im Silberpfeil das sechste Saisonrennen der Formel 1 und damit erstmals seit sieben Monaten: „Für so einen Tag habe ich gebetet. Ich fühle mich gesegnet.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Zweiter wurde nach einem spannenden, ereignisreichen Grand Prix der enttäuschte Australier Daniel Ricciardo im Red Bull vor Sergio Perez (Force India). Ferrari-Star Sebastian Vettel belegte ohne Chance auf den Sieg Rang vier. Hamiltons Teamkollege Nico Rosberg musste sich wegen technischer Probleme mit Platz sieben hinter Nico Hülkenberg (Force India) zufrieden geben. Er bleibt mit 106 Punkten Führender der Fahrerwertung vor Hamilton (82) und Ricciardo (66).

          Zur Sicherheit hatte die Rennleitung wegen des starken Regens eine „fliegende Abfahrt“ nach Vorfahrt des Safety-Car angeordnet. Eine weise Entscheidung angesichts der Brisanz des Starts in Monaco. Ein ungezügelter Sprint hätte vermutlich gleich den erweiterten Kapellenhof in der ersten Kurve namens Ste. Dévote in einen Schrottplatz verwandelt. So begann die Monaco-Episode 2016, das Duell zwischen den Mercedes-Piloten Rosberg und Hamilton einerseits und dem Zweikampf zwischen Red-Bull und den Silberpfeilen andererseits mit einer Prozession im Schongang.

          Ricciardo, der strahlende Gewinner der Pole Position, drehte sechs Runden hinter dem Sicherheitsfahrzeug, ehe es abbog und doch gleich wieder zurückkam. Zumindest die virtuelle Version: Jolyan Palmer verlor auf der Zielgraden die Kontrolle über seien Renault, vermutlich wegen eines Defekts, prallte links in die Leitplanken und rutschte mit dem Wrack die Piste entlang – bis in den Notausgang vor der Heiligen Devota. Schrott, sonst nichts passiert. Das galt für alle Unfälle, inklusive dem Vollkontakt-Piloten Kimi Räikkönen. Mit dem Frontflügel unter der Vorderachse suchte der Ferrari-Fahrer den Notausgang auf. Ein Fahrfehler beendete sein Rennen, bevor es richtig begonnen hatte.

          Wo sind denn Ricciardos Reifen?

          Vorne zog Ricciardo mit großen Schritten von dannen, mitunter bis zu drei Sekunden schneller pro Runde als seine Verfolger. Weil er freie Sicht hatte als Führender. Weil sich der Red Bull im Regen sehr gut fahren lässt. Weil Mercedes der teaminterne Kampf bremste. Hamilton saß Rosberg im Nacken. In Monaco hält man dann als Teamchef den Atem an. Es gibt keine Auslaufzonen, wenn sich einer der Piloten mal verschätzt. Mercedes fand einen Weg: „Nico wurde angewiesen, Lewis vorbeizulassen“, teilte das Team mit, nachdem der Engländer kampflos vorbei gezogen war. Warum? Weil die Bremsen zu heiß wurden. Innerhalb weniger Stadtrundfahrten hatte Hamilton den Rivalen um zehn Sekunden distanziert und blieb in Schlagdistanz zu Ricciardo. Eine kluge Entscheidung. Sie verwandelte den Grand Prix in einen packenden Fight.

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