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Formel-1-Qualifying in Monaco : Leclerc und ein bizarres Bild im kaputten Ferrari

  • -Aktualisiert am

Der demolierte Wagen von Charles Leclerc wird abtransportiert. Bild: Reuters

Charles Leclerc fährt beim Qualifying zum Grand Prix in Monaco die beste Runde. Dann demoliert er seinen Wagen und zerstört die Hoffnungen der Konkurrenz. Nicht rund läuft es auch für Lewis Hamilton.

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          Ein Déjà-vu in Monaco? Der Ferrari von Charles Leclerc stand kurz vor dem Ende des Qualifikationstrainings halb rasiert an der Leitplanke. Hinter dem Boliden schossen die anderen heran, um den Monegassen vielleicht doch noch von der Pole-Position verdrängen zu können. Max Verstappen lag auf Bestzeit-Kurs im ersten Sektor, als die geschwenkte „Rote Flagge“ die Sause beendete und ein bizarres Bild bot: Aus dem beschädigten, in langsamen Kurven schnellen Ferrari kletterte Leclerc und nahm Glückwünsche entgegen. Erstmals steht er in seiner Heimat auf dem besten Startplatz, mit der Aussicht auf den ersten Sieg, wenn die Schäden beseitigt wird. „Warten wir ab, ich hatte bislang nicht viel Glück bei meinen Rennen in Monaco.“

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Da das Getriebe im Ferrari nicht gewechselt werden musste, gab es für Leclerc keine Rückversetzung um fünf Plätze in der Startaufstellung. Es seien keine Defekte festgestellt worden, erklärte das Team, das schon am Abend vorher nach einer ersten Inspektion von keinen „ernsthaften Schäden“ an der Einheit berichtet hatte. Hinter Leclerc belegte Verstappen den zweiten Rang vor Valtteri Bottas im Mercedes. Weltmeister Lewis Hamilton kam mit seinem Silberpfeil nur auf Rang sieben. Er steht neben seinem früheren Rivalen Sebastian Vettel (8.) in der vierten Startreihe.

          Mick Schumacher in der Box

          Der viermalige Weltmeister fühlte sich halbwegs wohl in seinem Aston Martin bei der Hatz durch das Fürstentum. Er ließ seinen Teamkollegen Lance Stroll (13.) um rund 0,3 Sekunden auf seiner schnellsten Tour hinter sich. Den für die Aussichten im Rennen so wichtigen wie nervenaufreibenden Kampf um die Startplätze beobachtete Mick Schumacher von der Box aus. Nach seinem Unfall im Training am Samstagmittag konnte sein Haas nicht rechtzeitig repariert werden.

          Die anderen Zuschauer kamen auf ihre Kosten. 7500 dürfen auf den Tribünen Platz nehmen, wenn sie geimpft sind oder eine Corona-Erkrankung hinter sich haben. Dazu kommen die Kiebitze auf den Balkonen der Hochhäuser und die Seemänner unter den Formel-1-Freunden an Deck der Yachten. Zwölf sind erlaubt plus Crew, die Abstandsregeln im Schnitt kein Problem. Die größten haben 40 Mann und Frauen Besatzung und bieten Platz wie schwimmende Hotels.

          Formel 1

          Auch von diesen Sonderplätzen erinnerte das Qualifying im aufregendsten Moment an 2006, als Schumacher seinen Ferrari in der Rascasse „parkte“ und Jäger Fernando Alonso seine Runde abbrechen musste. Ein Eklat. Diesmal aber unterstellte niemand Absicht. Niemals würde ein Fahrer wie Leclerc seinen Dienstwagen in die Leitplanken steuern, um einen Startvorteil herauszuschinden. Der 24Jährige blieb bei dem Versuch, Verstappens zu erwartenden Angriff davon zu fahren. Ausgangs der Schwimmbadpassage blieb er mit dem rechten Vorderrad in der Leitplanke hängen.

          Zentimeter entscheiden zwischen Sieg und Niederlage. Wenige Zehntelsekunden trennten die Schnellsten, Augenblicke. Der Druck ist gewaltig in Monaco, weil die Pole-Position auf keiner anderen Rennstrecke so wichtig ist. Geling Leclerc ein guter Start, macht er keine Fehler, dann wird er selbst in einem im Dauerlauf langsameren Auto gewinnen. Vorausgesetzt der Grand Prix läuft ohne Zwischenfälle ab. „Mal sehen“, sagte Verstappen“, „es ist etwas unglücklich gelaufen, ich bin immer besser in Form gekommen, das war der Plan. In der zweiten Runde hätte ich noch schneller sein können, aber dann kam die Rote Flagge.“

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