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Formel 1 in Melbourne : Vettel sieht nur die Rücklichter

Sebastian Vettel muss im Regen von Melbourne mit einem „unfahrbaren“ Auto klarkommen Bild: dpa

Es sind bittere Tage für Sebastian Vettel: Beim Qualifying fährt der Weltmeister hinterher - wegen seines „unfahrbaren“ Autos. Die Fragezeichen vor dem Rennen am Sonntag sind groß.

          2 Min.

          Er fuhr über die Ziellinie, schaute sofort nach rechts auf die Ergebnistafel, und dann schlug Sebastian Vettel einmal kräftig gegen das Lenkrad seines Red Bull. Platz dreizehn im Qualifying  zum Großen Preis von Australien an diesem Sonntag (Start: 7.00 Uhr MEZ / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET), zum ersten Mal seit knapp zwei Jahren nicht für den letzten Durchgang beim Rennen um die besten Startplätze dabei – so etwas hinterlässt Spuren beim Weltmeister. „Wir waren heute nicht gut genug und müssen sehen, was wir über Nacht noch machen können“, sagte er.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sein neuer Teamkollege Daniel Ricciardo machte es besser, der Australier geht es als Zweiter ins Rennen. „Das zeigt, was das Auto kann“, sagte Vettel. Schneller als Ricciardo war an diesem Tag nur ein anderer: Lewis Hamilton im Mercedes.

          „Das Auto ist schrecklich“: Der Weltmeister in unzufrieden

          Doch schon kurz nach dem Ende des Qualifikationstrainings begann das große Rätselraten: Was sind diese Ergebnisse wert, wer ist wie schnell, und was bedeutet all das für das Rennen? Zehn Minuten nach dem Beginn der Zeitenjagd kam der Regen, erst waren es nur ein paar Tropfen, doch es wurde immer mehr. „Wenn die Piste nass ist, weißt du nie, wie die Kräfteverhältnisse wirklich sind“, sagte Niki Lauda, Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Rennstalls.

          Nach den Eindrücken der Trainingsfahrten hätten die Silberpfeile rund eine Sekunde schneller sein müssen als alle anderen, so aber trennten Ricciardo gerade einmal drei Zehntelsekunden von Hamilton. Nico Rosberg, der zweite Mercedes-Fahrer, lag als Dritter knapp vier Zehntelsekunden hinter seinem Teamkollegen zurück. „Man macht es uns nicht einfach“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

          Unzufrieden: Sebastian Vettel hadert mit seinem Renault

          Und Vettel? Als feststand, dass er im zweiten Durchgang ausscheiden würde, klatschten die Zuschauer auf der Haupttribüne. Die Spezialisten des Motorenherstellers Renault hatten ein Software-Update auf den Red Bull von Vettel gespielt, und schon im Training am Vormittag haderte der Deutsche mit dem Ergebnis. „Das Auto ist schrecklich“, funkte er. „Es beschleunigt nicht.“ Genau das war das Problem, als es am Nachmittag ernst wurde. „Sebastian hatte praktisch keine Leistung. Das Auto war unfahrbar für ihn“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. „Das müssen wir ändern. Mit so einem Auto kannst du ja nicht ins Rennen gehen.“

          Bei Mercedes ist man entspannter: Lewis Hamilton und Nico Rosberg (v.l.)

          Immerhin profitierte Vettel davon, dass das Getriebe am Williams von Valtterie Bottas gewechselt werden musste, der Finne rückt deshalb um fünf Plätze nach hinten. Vettel startet deshalb als Zwölfter. Er steht damit hinter all jenen, mit denen er zuletzt um den Titel gekämpft hat; etwa hinter den beiden Ferrari-Fahrern Fernando Alonso (5.) und Kimi Räikkönen (11.).

          Selbst Jenson Button (McLaren), Weltmeister von 2009, steht als Zehnter vor ihm. „Es gibt viele Überraschungen in so einem Qualifying. Mercedes hat bestätigt, dass sie sehr stark sind, egal unter welchen Bedingungen. Red Bull hat offensichtlich die meisten Probleme gelöst, die sie im Winter hatten und sind wieder stark. Wir müssen noch ein bisschen Speed finden“, sagte Alonso.

          Für das Rennen am Sonntag bleiben dennoch viele Fragezeichen. Niemand weiß, wie lange die Reifen halten, wann die Fahrer vom Gas gehen müssen, um mit den 135 Litern Benzin über die Runden zu kommen. „Das ist sicher ein Thema“, sagte Rosberg. „Melbourne ist eine der Rennstrecken, auf der du am meisten Sprit verbrennst.“

          Alle Termine und Startzeiten der Formel-1-Saison 2014

          Grand Prix von Australien in Melbourne – Startaufstellung

          1. Startreihe:

          1. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:44,231
          2. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:44,548

          2. Startreihe:

          3. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:44,595
          4. Kevin Magnussen (Dänemark) McLaren Mercedes 1:45,745

          3. Startreihe:

          5. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:45,819
          6. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:45,864

          4. Startreihe:

          7. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:46,030
          8. Daniil Kwjat (Russland) Toro Rosso 1:47,368

          5. Startreihe:

          9. Felipe Massa (Brasilien) Williams 1:48,079
          10. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:44,437

          6. Startreihe:

          11. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:44,494
          12. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:44,668

          7. Startreihe:

          13. Adrian Sutil (Gräfelfing) Sauber 1:45,655
          14. Kamui Kobayashi (Japan) Caterham 1:45,867

          8. Startreihe:

          15. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:48,147 + 5 Plätze/Getriebewechsel
          16. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:47,293

          9. Startreihe:

          17. Max Chilton (England) Marussia 1:34,293
          18. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia 1:34,794

          10. Startreihe:

          19. Marcus Ericsson (Schweden) Caterham 1:35,157
          20. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:36,993

          11. Startreihe:

          21. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus -;
          22. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Sauber 1:35,117 + 5 Plätze/Getriebewechsel

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