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Formel-1-Qualifying : „Das ist ziemlicher Müll“

  • -Aktualisiert am

Ein gewohntes Bild: Lewis Hamilton (Mitte) ist auch 2016 der Schnellste. Bild: AFP

Weltmeister Hamilton startet zum Auftakt der Formel 1 vor Rosberg und Vettel. Vollends scheitert der Versuch, mit einem neuen Modus für mehr Spannung im Qualifying zu sorgen. Die Kritik ist deutlich.

          Weltmeister Lewis Hamilton hat beim ersten Qualifikationstraining der neuen Formel-1-Saison die Pole-Position gewonnen. Der Engländer setzte sich am Samstag in Melbourne gegen seinen Teamkollegen Nico Rosberg durch. Dritter wurde Ferrari-Pilot Sebastian Vettel mit einem Abstand von 0,8 Sekunden hinter dem Sieger des Startplatzrennens vor seinem Ferrari-Kollegen Kimi Räikkönen aus Finnland.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Den Italienern ist es offenbar nicht gelungen, den Rückstand gegenüber dem Weltmeister-Team zumindest beim Sprint-Wettbewerb zu reduzieren. Allerdings verwies Teamchef Maurizio Arrivabene auf die besonderen Umstände beim Großen Preis von Australien am Sonntag (6.00 Uhr MEZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET). Das Rennen findet auf einem Straßenkurs im Albert Park statt, der wegen seines rutschigen Belags keine allgemeinverbindlichen Aussagen über die Qualität der Boliden mit Blick auf den Saisonverlauf zulässt.

          Vollends gescheitert ist dagegen der erste Versuch, mit einem neuen Qualifikationsmodus mehr Spannung zu kreieren. Zwar führte die vor drei Wochen eingeführte Veränderung dazu, dass alle Teams ihre Rennwagen zu Beginn der drei Durchgänge auf die Strecke schickten. Aber die Hoffnung, den besten unterliefen in der Hektik Fehler, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil. Die vorläufige Hackordnung entspricht der Prognose, selbst der Vorstoß des vergleichsweise kleinen Teams Toro Rosso – Max Verstappen belegte Rang fünf – ist keine Sensation, aber eine erstaunliche Leistung. 

          Dagegen trauten Zuschauer und Beobachter in der Schlussphase ihren Augen nicht. In den letzten fünf Minuten blieben die Autos in den Boxen. Die Zuschauer verließen in Scharen die Tribünen. Toro Rosso, Williams und Ferrari sahen keine Chance mehr, die Positionen entscheidend verbessern zu können.

          Als Schnellster im Qualifikationstraining in Melbourne unterwegs: Lewis Hamilton im Mercedes

          „Ich kann zufrieden sein“, sagte Vettel, „der dritte Platz war das Optimum heute. Wir hätten uns gewünscht, näher dran zu sein. Der Abstand ist nicht die ganz die Wahrheit.“ Mit Blick auf das neue Format fügte der Heppenheimer hinzu: „Es war schon komisch, am Ende nicht draußen zu sein, obwohl die Strecke ja schneller wird (durch die Gummiauflage des Reifenabriebs). Aber wir haben uns den letzten Versuch gespart, um einen Satz Reifen zu schonen.“

          Auf Nachfrage sparte Vettel nicht mit Kritik an den neuen Regeln: „Ich verstehe nicht, warum jetzt jeder überrascht ist. Am Ende, wenn es zählt, wollen die Leute doch Lewis, Nico, mich oder wen auch immer (um die Pole) kämpfen sehen. Aber wir haben das ja schon vorher kritisiert.“ Rosberg schloss sich dem Urteil mehr oder weniger an: „Ein guter Versuch, aber der falsche Weg.“ Sein Teamchef Toto Wolff wurde so zitiert: „Das ist ziemlicher Müll.“

          Bilderstrecke

          Die vorläufige, mit Vorsicht zu genießende Rangordnung entspricht mit der Ausnahme von Toro Rosso in etwa der Prognose: Mercedes vor Ferrari, Toro Rosso, Williams, Red Bull. Nico Hülkenberg wurde im Force India Zehnter. Pascal Wehrlein kam im Manor, dem schwächsten Auto im Feld, nur auf den letzten Rang, überraschend, wenn auch knapp geschlagen von Rio Haryanto. Wehrlein darf aber vom vorletzten Platz starten, weil der Indonesier eine Strafe bekam.

          Vor drei Wochen hatte die Formel 1 entschieden, nach ein paar Minuten in jedem Qualifying-Abschnitt alle 90 Sekunden den langsamsten Piloten von der Piste zu winken. So schieden zweimal sieben Fahrer aus, ehe die letzten acht um die Pole-Position fahren sollten. Manche Piloten scheiterten aber nicht nur an ihrem Tempo. Der neue Modus ließ ihnen wegen der nötigen Reifenwechsel mitunter nicht genügend Zeit, gegen den noch besser plazierten Vordermann zu fahren. Die Runde muss innerhalb der 90 Sekunden abgeschlossen sein, sonst zählt das Ergebnis nicht. Manche Steuerkünstler entschieden sich angesichts eines zu großen Abstands aber auch, Pneus für den Grand Prix zu sparen und beendeten ihre Vorstellung. Die Zahl der einsetzbaren Sätze ist begrenzt.

          Unbenanntes Dokument

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          Startaufstellung beim Grand Prix von Australien in Melbourne

          1. Startreihe:

          1. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:23,837 Min.;
          2. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:24,197

          2. Startreihe:

          3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:24,675;
          4. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:25,033

          3. Startreihe:

          5. Max Verstappen (Niederlande) Toro Rosso 1:25,434;
          6. Felipe Massa (Brasilien) Williams 1:25,458

          4. Startreihe:

          7. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro Rosso 1:25,582;
          8. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:25,589

          5. Startreihe:

          9. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:25,753;
          10. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:25,865

          6. Startreihe:

          11. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:25,961;
          12. Fernando Alonso (Spanien) McLaren Honda 1:26,125

          7. Startreihe:

          13. Jenson Button (England) McLaren Honda 1:26,304;
          14. Jolyon Palmer (England) Renault 1:27,601

          8. Startreihe:

          15. Kevin Magnussen (Dänemark) Renault 1:27,742;
          16. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber 1:27,435

          9. Startreihe:

          17. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber 1:27,958;
          18. Daniil Kwjat (Russland) Red Bull 1:28,006

          10. Startreihe:

          19. Romain Grosjean (Frankreich) Haas 1:28,322;
          20. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Haas 1:29,606

          11. Startreihe:

          21. Pascal Wehrlein (Worndorf) Manor 1:29,642;
          22. Rio Haryanto (Indonesien) Manor 1:29,627 + 3 Plätze wegen Kollision im Training

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