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Formel 1 in Malaysia : Vettel im Blindflug auf die Pole

Die Nummer eins bin ich: Sebastian Vettel startet von der Pole Position Bild: REUTERS

Als die Qualifikation in Malaysia chaotisch wird, trifft Sebastian Vettel die richtige Entscheidung und distanziert die Ferrari deutlich. Am Sonntag im Rennen erwartet die Piloten durch die unberechenbaren Pirelli-Reifen Schach auf Rädern.

          2 Min.

          Am Ende war es ein Blindflug durch den Regen mit Tempo 280 und mehr, aber Sebastian Vettel (Red Bull) ließ sich auch davon nicht beeindrucken. Kein anderer war am Samstag beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von Malaysia so schnell wie der Weltmeister. Zweites Rennen, zweite Pole Position – auch an diesem Sonntag (9.00 Uhr MEZ / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) hat Vettel die besten Aussichten.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Nacken sitzen ihm die beiden Ferrari – wie schon in Australien in überraschender Aufstellung. Felipe Massa (2.) war wieder schneller als Fernando Alonso (3.). Was diese Reihenfolge zu bedeuten hat? Nichts. Während des Rennens werden die unberechenbaren Pirelli-Reifen die Hierarchie wohl abermals durcheinander wirbeln – oder aber der Regen treibt sein Spiel.

          Es waren wechselhafte Bedingungen während der Qualifikation. Zu Beginn: 32 Grad Celsius in der Luft, 41 Grad Celsius auf dem Asphalt. Doch Ende des zweiten Abschnitts setzte der Regen ein und bereitete den Teams Probleme. Sowohl Mercedes als auch Lotus meldeten, dass das Wetterradar nicht mehr funktionierte.

          „Es war ein ziemlich chaotisches Qualifying“, sagte Vettel. „Wir hatten ungefähr einen Plan, wie es ausschauen sollte, aber wir waren uns selbst nicht sicher.“ Als es ernst wurde, traf Vettel die Entscheidungen selbst. Fünf Minuten vor dem Ende bog er noch einmal an die Box ab und ließ neue Intermediates aufziehen. Es war die richtige Wahl: Vettel distanzierte Massa um beinahe eine Sekunde, obwohl die beiden Ferrari-Piloten auch noch einmal neue Pneus holten.

          1. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:49,674 Minuten Bilderstrecke

          Schon Minuten nach der karierten Flagge richteten die Verantwortlichen den Blick nach vorne auf das Rennen. Wie reagieren die Gummis in der Hitze? „Es hängt sehr viel von den Reifen ab“, sagte Vettel. „Wir wissen, dass unser Auto schnell ist, aber leider sind die Reifen nicht so schnell wie unser Auto.“ Schach auf Rädern – das ist es, was derzeit während der Grand Prix gespielt wird.

          In Australien hatte Vettel das Nachsehen, er fiel von Platz eins auf drei zurück. „Wir müssen sehr konzentriert sein“, sagte deshalb Alonso. „Da draußen gibt es keinen Raum für Fehler.“ Wie schon vor einer Woche qualifizierte sich Kimi Räikkönen im Lotus als Siebter. Dass der Finne von dieser Position siegen kann, hat er in Melbourne bewiesen, sein Rennwagen behandelt die Reifen so gut wie kaum ein anderer im Feld. Die schlechte Nachricht: Weil der Finne Rosberg behindert haben soll, wurde er um drei Plätze strafversetzt und startet als Zehnter.

          „Echt schade, es lief so gut bis zum Regen“

          Die dritte Kraft am Samstag war Mercedes, und wieder stellte Lewis Hamilton (4.) seinen Silberpfeil vor dem Wagen seines Teamkollegen Nico Rosberg (6.) ab. Der Engländer war zufrieden: „Es war ein gutes Qualifying. Die Jungs da vorne haben einen fantastischen Job gemacht.“

          Der Deutsche haderte: „Echt schade, es lief so gut bis zum Regen. Wir haben die Strategie nicht perfekt hingekriegt.“ Anders als die Red Bull und Ferrari kreisten die beiden Mercedes im letzten Abschnitt der Qualifikation zehn Minuten mit dem gleichen Satz Intermediates.

          „Auf jeden Fall war das nicht zufriedenstellend“

          Ein starke Vorstellung zeigte abermals Adrian Adrian Sutil (Force India), der sich als Neunter qualifiziert hat und dank der Strafversetzung von Räikkönen als Achter startet. Doch er  wollte noch weiter nach vorne: „Im Trockenen ging es besser. Im Regen war es nicht so gut“, sagte er. Immerhin qualifizierte er sich vor Nico Hülkenberg im Sauber (12.).

          „Auf jeden Fall war das nicht zufriedenstellend“, sagte der Fünfundzwanzigjährige. „Es war ein schwieriges Qualifying. Ich habe mir sagen lassen, wir hatten Probleme mit dem Radar. Deshalb haben wir den Regen nicht kommen sehen. Das war nicht ideal, es ist eine vertane Chance.“ Was nun helfen soll? „Ein bisschen Regen würde uns nicht schlechttun.“ Die Aussichten stehen gut.

          Die Startaufstellung beim Rennen in Malaysia

          1. Sebastian Vettel (Heppenheim) Red Bull 1:49,674 Minuten
          2. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari 1:50,587
          3. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari 1:50,727
          4. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:51,699
          5. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:52,244
          6. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:52,519
          7. Jenson Button (England) McLaren Mercedes 1:53,175
          8. Adrian Sutil (Gräfelfing) Force India 1:53,439
          9. Sergio Perez (Mexiko) McLaren Mercedes 1:54,136
          10. Kimi Räikkönen (Finnland) Lotus 1:52,970 (um drei Plätze wg. Behinderung nach hinten versetzt)
          11. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:37,636
          12. Nico Hülkenberg (Emmerich) Sauber 1:38,125
          13. Daniel Ricciardo (Australien) Toro Rosso 1:38,822
          14. Esteban Gutiérrez (Mexiko) Sauber 1:39,221
          15. Paul di Resta (Schottland) Force India 1:44,509
          16. Pastor Maldonado (Venezuela) Williams -
          17. Jean-Eric Vergne (Frankreich) Toro Rosso 1:38,157
          18. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:38,207
          19. Jules Bianchi (Frankreich) Marussia 1:38,434
          20. Charles Pic (Frankreich) Caterham 1:39,314
          21. Max Chilton (England) Marussia 1:39,672
          22. Giedo van der Garde (Niederlande) Caterham 1:39,932

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